Welches Fungizid ist baubiologisch unbedenklich?

13.08.2010


Hallo, wer hat sich schon mal baubiologisch informiert:
Für die Schwammsanierung wurden uns von den 2 Firmen 2 verschiedene Mittel zur Mauer-Injektion nahegelegt:

Korasit MS
Adolit von Remmers

Kann man so etwas in Schlafräumen benutzen, oder welche Mittel gibt es überhaupt, die aus biologischer Sicht unbedenklich wären?

Wer kennt richtig gute Handwerker für die Schwamm- und Feuchtesanierung eines alten Lehmhauses in der Niederlausitz?

Sehr lieben Dank für Eure Antworten...





Pardon, aber welche Frage:
"Welches ...zid ist unbedenklich ?"

Was tötet kann nicht unbedenklich für Menschen sein.

Grüße



Deswegen ja auch die Vorsicht.



... Zumindest werden wir eine Schwammsperre in die angrenzenden Wandabschnitte einträufeln lassen müssen, wenn die erkennbar befallenen Mauerstücke herausgehackt sind.
Nun wäre ich für Hinweise zu geeigneten Produkten dankbar, Borsalz ist das einzige, was mir einfällt, wird aber nur für den Holzschutz verwendet. Hinter der Befallsstelle im Nachbarzimmer kommt ein 20 Jahre alter Estrich-Fußboden, in den vermutlich holzhaltiges Dämmmaterial eingebaut wurde.
Welche Mittel gibt es für Mauerwerk ? Welche Bedenken könnte es aus biologischer Sicht gegen quaternäre Ammoniumverbindungen geben? Grüße
Rittersporn





Hallo,

unvorsichtig könnten Sie schon in dem Moment werden, in dem Sie selber tätig werden. Bitte lesen Sie das Merkblatt zu Adolit M (4 Seiten).
Es gibt kein baubiologisch unbedenkliches Schwammsperrmittel.

Zu den quaternären Ammoniumverbindungen hat das UBA eine umfangreiche Publikation herausgegeben:
www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/BE271.pdf


Grüße





Hallo Rittersporn,

Die Ihnen angebotenen Mittel sind Schwammsperrmittel, die sollen, wie der Name schon sagt, eine Schwammsperre bewirken. Eine Bekämpfung des Schwamms geht durch diese Mittel nicht einher.

Bekämpfende Holzschutzmittel gegen Pilze gibt es nicht, befallenes Holz muss raus.

Wenn Sie sich für eines dieser Mittel entscheiden müssen die Wandflächen nach der Tränkung oder Injektion so weiter behandelt werden (verputzen o. verkleiden) das ein Kontakt mit dem Mittel nicht mehr möglich ist.

Grüße aus Schönebeck



Bekämpfung



.. Bekämpfende Holzschutzmittel gegen Pilze gibt es nicht

Wirklich!

In der Realität oder in der DIN oder WTA? (ist ja fast das Selbe!?)
(hab nicht ich gesagt sondern ein Fachwerk-Pabst)

FK





Hallo FK,

war das jetzt ne Frage???

Grüße aus Schönebeck



Welches Fungizid ist baubiologisch unbedenklich?



definitiv keines

Grüsse



Ersatz der Schwammsperre durch Horizontalabdichtung?



Von Herzen Dank an alle drei, die geantwortet haben, Herren Beckmann, Struve und Kurz.
Die UBA-Österreich-Seite zu quaternären Ammoniumverbindungen habe ich komplett durchgesehen, auch das Adolit-Merkblatt. Zu entnehmen war, dass beide Mittel zumindest nicht gerade ausgasen o.ä.. Darüber wird ja verputzt.


Wie verhält es sich mit dem "Imprägnierungsmitel" Köster Mautrol 2 K, das außerdem per Druckinjektion in die Wände bis 45 cm Höhe eingebracht werden soll? Reicht es , nur zu "imprägnieren", da ja die Ursache des Schwamms damit beseitigt wird?.

Wenn noch jemand gute baubiologische Informationen zum Thema vermitteln kann, wäre ich weiterhin sehr dankbar.

Schöne Grüße aus der Niederlausitz
Rittersporn





Hallo Rittersporn,

der Frage nach der Sanierungsvariante sollte erstmal die Frage nach den Schadensursachen vorangehen.

Mann kann und muss den Schwamm bekämpfen, indem man ihm seine Lebensgrundlage entzieht.

Von besagten Schwammsperrmitteln geht wie gesagt keinerlei Bekämpfung aus.




Grüße aus Schönebeck



Noch ne Meinung....



Hallo.

Alle Schwammsperrmittel die eine Zulassung haben, können auch in Wohnräumen verwendet werden, wenn das behandelte Mauerwerk anschließend verputzt oder in anderer Form abgedeckt wird (zur Vermeidung von Hautkontakt). Wer den "Quats" nicht traut, kann auch ein auf Borsäure basierendes Schwammsperrmittel verwenden (z.B. Boracol S: www.lavtox.de).

Die Schwammsperrmittel sind natürlich fungizid, sonst wären sie als Sperre gegen Hausschwammmycel auch nicht wirksam (lassen wir mal nicht zugelassenen Möglichkeiten wie Verkieselung o.ä. außen vor). Wird der Pilz damit direkt behandelt, stirbt er ab. Der Grund für die Bezeichnung als Schwamm"sperr"mittel ist der, dass nicht garantiert werden kann, dass das behandelte Mauerwerk vollständig durchtränkt wird. In der Praxis werden durch die Injektione sich einander überlappende Wirkstoffzonen ausgebildet. In den stark durchtränkten Bereichen stirbt das Mycel ab, in den schwach oder gar nicht durchtränkten Bereichen wird das Mycel eingekapselt und stirbt an Nahrungsentzug (hoffentlich) ab.

Gruß
Boris Blenn



Dem Vorredner kann ich nur zustimmen



Ergänzend dazu: Was ist schon unbedenklich? Ein Mittel, das in keiner Hinsicht niemals nicht ein Problem darstellen könnte, gibt es sowieso nicht. Auch Kochsalz wirkt in entsprechender Konzentration als Gift. Mir persönlich wären Mittel auf Borsalzbasis am sympathischsten. Wichtig ist die fachlich korrekte Verarbeitung.

In meinem Keller habe ich nach HS-Befall auch darauf verzichtet, da kein Holz oder andere "Nahrungsmittel" mehr verbaut wurden, künftig Lüftung und Heizung sichergestellt waren. Deswegen: Den angrenzenden Raum (mit eventuellen Holzdämmstoffen) würde ich sehr argwöhnisch betrachten, und würde den Bodenaufbau vermutlich schon vorbeugend verändern.

Grüße

Thomas



Erstmal sollte definiert werden,



um welchen Schwamm es sich eigentlich handelt.

Als zweites gilt es die Ursache zu finden und abzustellen!

Als drittes sollte geprüft werden , ob eine Chemiekeule überhaupt notwendig ist?

Grüsse




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