Innendämmung mit Isofloc?

29.01.2008



Hallo,
wir haben diesen Monat ein Fachwerkhaus (Bj.ca 1900) gekauft. Wir überlegen wie wir die Aussenwand von innen dämmen können. Aussendämmung fällt weg wegen Denkmalschutz. Die Wand ist etwa 14cm stark und die Gefache mit Backsteinen ausgemauert, innen ist Lehmputz aufgetragen. Wir haben von der Möglichkeit gehört, von innen eine Lattenkonstruktion vorzusetzen, mit OSB Platten zu verkleiden und den Zwischenraum mit Isofloc auszufüllen. Hat jemand Erfahrungen damit oder sieht jemand Nachteile? Schonmal vielen Dank.
Gruß Miriam



Davon...



...würde ich Abstand nehmen. Wenn das feucht wird (kondenswasser), klumpt es zusammen, dämmt noch weniger und klumpt noch mehr...

Blättert 'mal ein wenig im Forum, da gibt es schon Lösungen zu.

Grüße

Thomas



Innendämmung



ist mit verschieden Materialien möglich.

So haben wir es gemacht:

www.fachwerkhaus-lorsch.de
bzw:
www.fachwerkhaus-lorsch.de/fachwerk/daemmung.html

Mit 10cm Innendämmung sind wir auf Niedrigenergiehaus-Standard gekommen. Falls Sie ökologische Baustoffe verwenden wollen so kann ich Ihnen Flachs, Holzfaserplatten und Lehm empfehlen. Gipskarton und Mineralwolle ist nicht jedermanns Sache.

Gruß T. Bucher



ist möglich...



Eine Innendämmung mit Isofloc ist möglich. Am besten die Technik von Isofloc oder ein Isofloc-Fachbetrieb anrufen und denen den Wandaufbau mitteilen.
Was passiert den mit anderen Dämmstoffen die feucht werden? Dämmen die dann besser?
Das mit dem "klumpen" habe ich bisher noch nicht gesehen.

Grüße aus Rheinhessen



Isofloc



einfach 'mal naßmachen. Es verliert an Volumen, Stellen die vorher gedämmt waren, sind dann hohl. Einige andere Dämmstoffe verändern Ihr Volumen nicht. Z.B. Schilfdämmplatten (Hiss reet) oder Holzweichfaserplatten (Doser etc.). Mit Lehm flächig ansetzen, mit Lehm verputzen. Vielleicht auch in Kombination mit einer Wandheizung.

Laut Isofloc funktioniert eine Wanddämmung mit Isofloc :-)

http://www.isofloc.de/aid=54.phtml#top

Auf dieser Seite findet sich ein link zu einem Sanierungsbericht. Ich habe jedoch Zweifel, ob die dort dargestellten Ergebnisse immer so ausfallen werden. Der Bericht verweist übrigends auch auf weitergehenden Kontrollbedarf. Außerdem wurde nur die intakte Konstruktion getestet. Sobald an kritischen Stellen verstärkte Kondensatablagerung auftritt oder Schlagregen von außen eindringen kann (bei Fachwerk nicht so ganz ungewöhnlich), wird Isofloc im Verhältnis zu anderen Dämmstoffen Schwächen zeigen.

Von nahezu dampfdichten Platten (OSB) rate ich in dieser Kombination ebenfalls ab. Das funktioniert mit Sicherheit auf Dauer nicht.

Grüße

Thomas



schwieriges Thema



Wir stehen vor einem ähnlichen Problem. Entweder werden wir mit Leichtlehmsteine davor mauern und eine 2-3 cm dicke Fuge aus Leichtlehm-Mörtel zw alter Wand und neuer Wand machen. Oder wir "schmeißen" nur Lehm an die Wand (gibt da ein spezielles Verdahren) und hinterher noch eine Schilffrohrmatte drüber und verputzen. Die zweite Variante scheint auch die mit dem besseren U-Wert zu sein. Der Aufbau der neuen Wand ergibt dann ca 15-20 cm.



innendämmung



Hallo Miriam,

falls der Putz innen noch in Ordnung ist, würde ich 6 cm Holzweichfaser mit Lehmmörtel ansetzen und anschließend mit Lehm verputzen. Aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten, dazu muss man aber mehr wissen. Niedrigenergiehausstandard bei einer fachwerksichtigen Fassade -vergiss es wenn du dein Haus erhalten willst.
Gruß Jürgen



Erstmal vielen Dank



für die schon zahlreichen Antworten! Wollte erstmal sagen daß ich natürlich vorher im Forum geguckt habe, aber zu der Variante OSB/Isofloc hatte ich nichts gefunden. Daß die OSB Platten nicht gerade luftdurchlässig sind hab ich auch schon gedacht...
Und an Jürgen, Niedrigenergiehaus streben wir auf keinen Fall an, haben auch nichts mit kfw zu tun... und wir wollen auf jedenfall die Substanz nicht schädigen und ein gesundes Klima er/be-halten. Wir haben uns nur sagen lassen daß Weichholzfaserplatten ne teure Angelegenheit werden und man kann ja mal schauen obs nicht ne Alternative gibt...



Innendämmung mit Isofloc



Also eure Dämmung mit Isofloc sollte auf jeden Fall funktionieren. Bei mir hab ich das Selbe vor und hab auch mit jemandem gesprochen der seit mehreren Jahren Isofloc anbietet und verarbeitet.Die OSB-Platte sollte im Fugenbereich abgeklebt werden um eine Winddichtigkeit zu erreichen.Nicht unerheblich ist der Preis (günstig).Selbstbaufreundlich ist es außerdem noch.Finde ich jedenfalls.

Gruß micha





Hallo Miriam,

wenn doch schon Lehm innen auf dem Wänden ist bietet es sich doch an im funktionierenden "System" zu bleiben, also Holzfaser und Lehm wie bereits erklärt.

Isofloc und das nahezu undurchlässige OSB-Material würde ich im Fachwerk nicht verwenden. Die Innenseite des Fachwerks wird sozusagen "abgesperrt" und entzieht sich – möglicherweise fröhlich im Verborgenen feuchtesammelnd – der eigenen Kontrolle.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Dämmen heißt nicht immer schützen.



Nachtrag zum Isofloc,

Isofloc -Dämmstoff kann ähnlich wie Holz, Feuchte aufnehmen, puffern und wieder abgeben. O-Ton Hersteller: "Bauschadensrisiken werden durch feuchtetolerante Baustoffe und Konstruktionen minimiert."

Empfohlene Voraussetzungen für den Einsatz von Isofloc sind:

- Äußerer Schutz durch diffusionsoffene, aber wasserabweisende Baustoffe
- Volldämmung mit isofloc
– Konsequente Luftdichtung.

Das sollte jetzt auf ein Fachwerkhaus umgebrochen werden. Grundsätzlich sollte die zu dämmende Konstruktion, egal ob Dach, Wand oder Decke, einen von Innen nach Außen abnehmenden Dampfdiffusionswiderstand aufweisen.

Ihr Aufbau:

- OSB
- Isofloc
- Lehmputz
- Fachwerkwand
- Außenputz

zeigt wechselnde Dampfdiffusionswiderstände, was zu einem Wasserniederschlag führen wird. Ein e umgekehrte Verdunstung von Feuchtigekeit in den Innnraum wird durch die OSB-Platten konsequent verhindert.



Je länger ich darüber nachdenke ...

nachdenkliche Grüße aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Hat sich denke ich erledigt



Hallo, nochmals vielen Dank für die ganzen Antworten, wir sind mittlerweile auch schon ab von dieser Idee... Haben doch zu viel Angst um unser Haus! Wir werden wahrscheinlich doch die Variante mit den Weichfaserplatten und Lehm machen, erstmal ein paar Preise einholen...



Niedrigenergie...



@ Herrn Bucher.
Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen.
Ich finde Ihre Konstruktion höchst bedenklich.
Sollte es sich hierbei um ein Sichtfachwerk handeln sind Schäden an der Holzkonstruktion absehbar...
Sehe es ebenso wie Jürgen Treffinger. Sichtfachwerk und Niedrigenergie funktioniert nicht.

Viele Grüße



Innendämmung mit ISOFLOC



Hallo, ich habe momentan die selbe Problematik bei mir. Wir wollen eine Fachwerkscheune von innen dämmen und haben folgendes vor : Zuerst wird eine Dampfsperre von innen auf der Außenwand befestigt.In 5cm Abstand zur Außenwand wird mittels 22cm Porenbetonsteinen (Ytong) gegengemauert.
Jedoch hatte unser Berater ebenfalls bedenken bezüglich ISOFLOC ,zumindest auf der Wetterseite, aufgrund von Schlagregen. Darum wird auf der Wetterseite zwischen ytong-Steinen und Außenwand eine Silikatleichtschaum-Schüttung (SLS) in den Hohlraum geschüttet. Auf den anderen Seiten wird ISOFLOC eingeblasen.

Vieleicht wäre das eine Lösung für Sie.





Hallo Florian,

vielleicht solltest Du Dir noch mal eine andere Meinung einholen. Das klingt bedenklich und wird sicherlich zu Problemen führen.

Gruß aus Wiesbaden
Christoph Kornmayer



ISOFLOC



Wir haben das nochmals abgeändert. Aber diese Schüttung aus SLS wollen wir trotzdem machen. Warum sollte das Probleme bereiten?

Gruß an Wiesbaden





Hallo Florian,

ich bezweifle den gesamten geplanten Wandaufbau selbst mit Folie Ytong-Steinen usw.
Lies doch mal weiter oben

"Dämmen heißt nicht immer schützen."

und vor allem in "http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/114452$.cfm"

den Beitrag "Das wird nichts."

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Bedenken habe ich hauptsächlich wegen des Aufbaus, nicht wegen des Materials.

- Durch die Dampfsperre wird jeglicher Durchgang von Innen in die Dämmung gestoppt. Die Feuchtigkeit im Hausinneren und Wand muss also gesondert abgeführt werden. Wie wird das geschehen?

- Fachwerkscheune. Bei einer Eingeschossigkeit sind hier die Anschlusspunkte zu den Deckenbalken und Sparren besonders zu beachten. Das ja zumindest energetisch-rechnerisch ein positives Ergebnis heraus kommen soll, muss ja die Dachhaut ebenfalls mitbearbeitet werden. Die bestehenden Deckenbalken, Pfetten usw. werden also durch die Dämmebene stoßen. Hier ist der GAU eigentlich schon vorprogrammiert. Bei einer Zweigeschossigkeit gilt gleiches für die Deckenbalken.

- Nach Fertigstellung steht innen die Gasbetonwand mit Folie, dann wird die SLS-Schüttung (hydrophobiert, schon klar) eingebracht. Zum einen wird es eine Taupunktverschiebung nach Innen geben. Zum anderen ist die Fachwerkwand nur noch einseitig belüftet und sowohl innen ausfallendes Kondenswasser als auch Schlagregenbelastung werden die Fachwerkwand auf Dauer feuchter halten als diese es zur Zeit ist. Feuchte in der Innenschale wird sich am Fußpunkt sammeln. Servus Schwelle.

Wenn es denn unbedingt so ausgeführt werden soll wäre es unbedingt ratsam mit Deinem Berater wirklich gute Verträge zumachen in denen die Haftung klar benannt und beziffert wird, eben auch beim GAU. Versicherungsnachweis zeigen lassen! Um was für einen Berater handelt es sich?

Das Ganze ist doch - noch - eine Fachwerkscheune. In der Materialität bleiben!



Bauchschmerzliche Grüße aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



????



Hallo Herr Kornmayer, ich muss natürlich gestehen dass ich von der Dämmtechnik keinerlei Ahnung habe. Sie denken also das mir die feuchte Luft zwar durch meine Gasbetonsteine durchdiffundiert, jedoch dann in der Dämmschicht hängt und nichts Gutes verursacht wenn keine äußeren Lüftungsschlitze vorhanden sind? Habe ich das richtig verstanden? Ich habe da folgenden Bericht über die vorgesehene Dämmung entdeckt: Dieser mineralische Dämmstoff wurde speziell für die Dämmung von zwei-schaligem Mauerwerk entwickelt. Es kann in Hohlräume geschüttet oder wie Zellulosedämmung nachträglich in vorhandene Hohlräume eingeblasen werden. SLS ist wasserabweisend und gewährleistet somit eine trockene Dämmschicht auch bei Schlagregen und einer nassen Außenschale.

Ist denn das nichts? Der Vertreiber hat auch eine Begehung der Baustelle gemacht und sich über den Putz und die Farbe auf der Außenseite der Fachwerkwand informiert und hat dann dieses SLS empfohlen. Er hatte bedenken da der Außenanstrich der Gefache mit Dispersionsfarbe gemacht wurde und er sagte das die nicht sehr diffusionsoffen sei und deshalb diese Schüttung empfohlen.

Gruß nach Wiesbaden



Ach so



Vielleicht hatte ich es falsch erklärt, aber vielleicht ist das auch egal aber die Folie sollte auf die innenseite der Außenwand. Also in den Zwischenraum auf die Fachwerkwand.

Wäre das besser?





Hallo Florian,

das wäre mir zu risikoreich, mit den Folien im Fachwerk geht das zu oft schief.

- Wenn die Folie nun auf der Innenseite der Fachwerkwand liegt werden Sie hier einen Wasserausfall bekommen, möglicherweise dann von zwei Seiten: einmal durch Feuchte aus der Fachwerkwand und auch durch Feuchte aus dem Innenraum, die sich an der kühleren Folie niederschlagen wird. Wo wird das Wasser hingehen?

- Lüftungsöffnungen oben und unten würden bei einer eingeblasenen SLS-Schüttung vermutlich nicht ausreichen die Feuchte abzutransportieren, auch wäre das gesamte System ad absurdum geführt wenn Luft in die Dämmebene (hinter eine Folie) geführt wird.

- " Dieser mineralische Dämmstoff wurde speziell für die Dämmung von zwei-schaligem Mauerwerk entwickelt ... "
Zweischaliges Mauerwerk kann ich zum Einen bei Ihnen nicht entdecken, zum Anderen besteht auch bei Neubauten und zweischaligem Mauerwerk immer die Gefahr des Nachsackens, dadurch ungleiche Verteilung des Schüttgutes und somit unterschiedliche Dämmleistungen/Lastverteilungen in der Höhenverteilung der Fassade. Dieser Effekt ist auch meines Wissens kaum zu kontrollieren.
Der Hersteller schreibt zum Einsatzgebiet:"Kerndämmung von doppelschaligem Außenmauerwerk und Dämmung hinter Klinkerfassaden."

Es gibt aber andere Varianten:
- Hinterlüftete Außenverschalung mit Dämmebene
- oder das Problem mit Lehmsteinen o. Ä. usw. von Innen angehen. Mal an Herrn Mühe hier aus dem Forum wenden.

Bei beiden Varianten dürften weniger Probleme auftreten.



Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornamyer



isofloc im Fachwerkhaus



Hallo, mein Wandaufbau sieht folgendermaßen aus:
altes Fachwerk mit teilweise krummen und unregelmäßigen Innenwänden, darauf ein Lattengerüst, die Zwischenräume schön dicht mit Isofloc ausstopfen, dann ganz wichtig eine wärmeadaptive Dampfbremsfolie (die ist im Winter dicht und im Sommer difusionsoffen), darauf kommt dann die gute alte Heraklith-Platte und die wird schließlich innen mit Lehm verputz. Eine Wandheizung in dem Lehmputz ist ebenfalls möglich.
Die Zellulose-Wolle harmoniert hervorragend mit dem bestehenden Fachwerk aus Holz und Lehm.
MfG Bernd