Schadstoffbelastung in alten Fertighäusern

23.11.2008


Wir haben vor 8 Wochen ein Libella-Fertighaus Baujahr 1975 gekauft. Nach Beginn der Renovierungsarbeiten breitete sich im Haus ein unerträglicher Geruch aus, vermutlich Chloranisol. Gibt es eine Liste von Instituten o.ä. im Bodenseeraum, die Raumluftuntersuchungen durchführen?
Falls wir bei Ihnen nicht an der richtigen Adresse sind, an wen können wir uns mit diesem Problem wenden?



Interessengemeinschaft Holzschutzmittelgeschädigter



Moin :-)
Als ehemalige Besitzer eines Fertighauses - wir haben es inzwischen bis auf den Keller abgerissen und ein Holzhaus gebaut - empfehle ich die Interessengemeinschaft der Holzschutzmittelgeschädigten zu kontaktieren:
http://www.ihg-ev.de/
Dort bekommt man Adressen von entsprechenden Laboren sowie Hilfestellung, wie man die Sanierung von der Steuer absetzen kann.

Eventuell macht es Sinn erstmal eine Hausstaubanalyse machen zu lassen - die gibt es als Fertighausscreening - um überschauen zu können, was alles verarbeitet wurde.

Ich will ja nicht unnötig Panik verbreiten, aber je nach Jahrgang und Fertighausfirma gibt es verschiedene Kombinationen von Schadstoffen in Holzständerwerk, Wand- und Bodenplatten sowie der Dämmung. Bei uns waren es PCP, Lindan und Chlornaphtalin sowie Formaldehyd :-( aber auch E605 sowie Pyrethroide sind in einigen Jahrgängen verarbeitet worden.

Wichtig ist die Dokumentation bevor saniert wird! Entsprechende Analysen können beim Finanzamt als außergewöhnliche Belastung mit eingereicht werden.

Liebe Grüße
Silke



Empfehlung



Klaus Methner, Baubiologe IBN
www.methner.baubiologie.de





Hallo liebe Silke,
danke für den Tipp, wir haben am Freitag einen Termin bei Herrn Methner.
Liebe Grüße
Angelika Zimmermann



Hallo Angelika



Die Empfehlung des Baubiologen kam nicht von mir, aber ich freu mich, dass Du die Sache so zügig angehen kannst.

Liebe Grüße
Silke



Fertighaussanierung



Das Haus stammt aus der letzten Reihe von Fertighäusern welche mit stark belasteten Materialien gebaut wurden.Die Aussenfassade besteht meist aus Asbestplatten und die Aussteifungen der Wände bestehen aus Spanplatten die mit Leim aus hochkonzentriertem Formaldehyd hergestellt sind. Dieses Formaldehyd diffundiert aus und lagert sich in der Mineralwolle ein. Da die Häuser nicht winddicht sind, "pfeift der Wind durch die Ritzen",(Stechdosen,Schalter,Kabel- und Instalationsöffnungen)und transportiert die Gase bzw. den Modergeruch(unter anderem Chloranisole,-naftalin)in die Wohnräume.
Eine Beseitigung dieser Probleme ist nun mal nur mit entsprechendem Aufwand möglich,d.h.Abriss der Aussenhaut entfernen der Spanplatten und Mineralwolle,dekontaminieren etc.etc.! Alles andere ist augenwischerei !!!
Die Grundsubstanz ist meist O.K.und nach einer ökologischen Sanierung ist die Wohnqualität top. Der Dämmwert der Aussenhaut kann Niedrigenergiehauswert erreichen. Dazu kommt der gestiegene Immobilienwert.Die Kosten für eine erfolgreiche und bauphysikalisch sinnvolle Sanierung liegen bei ca.230-280€/m².
Gruß aus der Eifel
Schorch
info@feldmann-klinker.de
www.feldmann-klinker.de