Installationsebene vs Dämmung

26.04.2015



Guten Morgen,

Wir haben uns ein Fachwerkhaus aus dem Jahr 1883 gekauft
und sind dabei es zu sanieren. Die Demontage von Heizungsrohren,
Kabeln, Wasser und Abwasserleitungen ist abgeschlossen und Wir
stehen nun vor dem Neuaufbau.

Eigentlich war eine Innendämmung gewünscht, aber hier gehen die Meinungen ja sehr auseinander.

Daher wollen wir nun eine Art Installationsebene vor die Außenwände
bauen um Heizungsrohren und Kabel besser Verlegen zu können.

Folgender Aufbau ist angedacht:

8*10er Kantholz als Wandaufbau, 12er OSB Platte und dann 12er Rigips.
Die Wände werden anschließend verputzt.

Hat jemand damit Erfahrung?
Könnt Ihr mir Eure Meinung dazu sagen?
Solle ich die Hohlräume doch lieber Dämmen?

Ich wäre für Eure Rückinfos sehr sehr Dankbar.

Verbleibe mit freundlichen Grüßen und wünsche
Euch einen schönen Restsonntag.



Innendämmung



Das wird zu einem Desaster führen.
Lassen Sie die Finger davon, denn das was Sie da bauen wollen ist eine Wandbewässerungsanlage mit Schimmelzucht.
Heizungsrohre kann man auch in Fußleistenkanälen verlegen.
Eine Sanierung ohne Gesamtkonzept kann noch zu weiteren Schäden und Mängeln führen.
Beispiel: Neue, besser gedämmte Fenster in eine ungedämmte Wand einbauen.
Lassen Sie sich von einem erfahrenen Planer ein Sanierungskonzept erstellen!



Innendämmung



Sorgfältige Planung ist immer sinnvoll.
Zuerst einmal dafür sorgen. bzw überprüfen, ob die betreffenden Wände schlagregensicher sind- also auf evt Fugen, Risse etc untersuchen.

Ich würde allenfalls 6 cm breites KVH nehmen- mögliche Stärke sollte berechnet werden- oder im Zweifel eine feuchtevariable Dampfbremse an der Rauminnenseite verwenden.
Es ließen sich dann evt an Boden und Decke Proflie aus dem Trockenbau mit entsprechenden Ständern verwenden.
Diese haben den Vorteil kaum Wärmebrücken darzustellen.
Danach mit Winddichtung, Unterspannbahnen etc senkrechte Abtrennungen zwischen Posten und Wänden herstellen, darauf 15 oder 18 mm Gipsfaserplatten oder Lehmplatten an die Pfosten schrauben und anschließend den Hohlraum mit Zellulose vollblasen.
Dies wäre ohne Installationsebene.
Elektroinstallation könnte mit luftdichten Unterputzdosen etc zB von Kaiser vorgenommen werden.
Heizkörperrohre besser vor der Wand führen zur Vermeidung unnötiger Wärmeabgabe an die Wand.

Die Pfosten können auch aus Holz sein- zur Vermeidung von Wärmebrücken besser auf kurze Leistenstücke setzen oder eine Kreuzlattung machen, zB mit Zellulose-, Weichfaser-, flexiblen Hanfplatten etc- Hauptsache ist der enge Kontakt zur Außenwand und sorptions- und kapillaraktive Dämmstoffe zu verwenden,s.o.
Es lassen sich ggf auch Holzfaserdämmplatten vollflächig mit Kalkmörtel an die Wand setzen und dann verputzen.

Es sollte dabei aber auch das Heizsystem berücksichtigt werden, sowie Wand- und Bodenanschlüsse.
Dabei auch sicherstellen, daß keine dichten Putze oder Farben an der zu dämmenden Außenwand verwendet wurde.

Andreas Teich



Platz



Warum Platz verschwenden wenn man nicht dämmt ? Ein ungedämmter Hohlraum ist auf jeden Fall ein Risiko. Die Innendämmung sollten Sie nicht a priori ausschliessen - lassen Sie sich von einem Fachmann beraten.

OSB ist eine ziemlich heftige Dampfbremse, mit Vorsicht zu verwenden.

8 x 10 Kanthölzer sind völlig übertrieben und stellen eine unnötige Wärmebrücke dar. Wir haben bei unserer partiellen Innendämmung einen Kreuzrost aus 4 x 6 Latten gemacht, da kann man ohne weiteres darauf stehen.

Heizungsrohre führen wir in unserem Haus sichtbar.



Innendämmung



Hallo,

Vielen Dank für die reichlichen Antworten.

Zuerst wollten Eir die Zwischenräume zwischen den Balken mit Holzfaserdämmplatten Dämmen. Dazu wurde uns aber auch abgeraten.
Eine weitere Meinung war: Zuerst die Holzfaserdämmplatten (60mm) auf die Wänd schrauben und anschließend dann die Balkenlage als Hohlraum als Installationsebene.

Je mehr man fragt, je mehr Meinungen ethält man auch.

Bin echt total verwirrt was nun zu tun ist.

Eventuell kommt auch eine Außendämmung in Betracht, aber wohin dann mit den Rohren und Kabeln



Leitungsverlegung



So wie ich das jetzt verstehe wollen Sie diese unförmige Wand davorstellen weil sie nicht wissen wohin mit Kabeln und Leitungen.
Nun, Leitungsverläufe sind Bestandteil von Sanierungskonzepten, zumindest klärt man wo Stränge verlaufen, Schächte platziert werden und wie verteilt wird.
Womit wir wieder beim Thema Konzept wären.
Vorab fragen Sie einfach mal einen Elektriker oder einen Installateur. Die machen so etwas täglich. Kabel werden eingeputzt und Installationen gibt es nur in Bad, WC und Küche, wenn man mal von der Heizungsverteilung absieht.
Dusche, Wanne und WC werden vorrangig an Innenwände gestellt, dort kann man normale Trockenbau- Vorbauschalen als Installationswände bzw. Verkofferungen einsetzen. Kein Holz und kein OSB sondern Rahmen- und Ständerprofile, beplankt mit Gipskarton.



Installationsebene



Die Steig- und Fallleitungen sollten in einem Installationsschacht an einer Innenwand verlegt werden. Daran anschließen können Vorwände für die Badinstallation. Für das ganze gibt es Systeme aus Stahl, die mit GK beplankt werden.
Die Anschlussleitungen für die Heizkörper können in speziellen Fußleisten (z.B. Abachi) verlegt werden.
Von einer Installationsebene an der Außenwand rate ich ab.