Inschrift Türsturz. Wer kann es entschlüsseln?



Inschrift Türsturz. Wer kann es entschlüsseln?

Bei der Renovierung meines Fachwerkhauses habe ich hinter reichlich Verputz und Spachtelmasse den original Sandstein der Eingangstür wieder freigelegt.
Auf dem Türsturz sind insgesamt 8 Buchstaben bzw. Zahlen zu lesen. Siehe Bild.
Wer kann helfen den Zeichen eine Bedeutung zuzuweisen?
Die letzten Zeichen könnte eine Jahreszahl sein, wobei mir das Haus als deutlich älter "verkauft" wurde.

Vielen Dank im voraus.



Muss ja nicht aus dem Entstehungsjahr sein



HMIS 1819
Eigentlich gut zu lesen, aber ich war mir mit der nach oben geöffneten Acht nicht sicher. Scheint es aber so auch als Acht zu geben. Nach unten geöffnet wäre es eine Vier.

http://transcriberen.ruhosting.nl/afbeeldingen/Grun%203.jpg

Gruß Herbert



Für was könnte H.M.I.S stehen?



Vielen Dank.
Hat jemand eine Idee für was H.M.I.S steht?
Heilige Maria ...?



Namen



ist eine Möglichkeit zusammen mit Herkunfsbezeichnung oder Berufsbezeichnung. Da muss man schon lokale Vergleiche haben wenn es keine der kirchlichen Standardabkürzungen ist. Vielleicht im Rathaus oder in einem Archiv in der Nähe fragen. Vielleicht gibt es einen historischen Verein in der Umgebung. Die Pfalz hat ja einiges an Historie zu bieten.

http://www.hist-verein-pfalz.de/gruppen.htm

Viel Glück



Die offene 8



könnte auch eine halbe 8, also eine 4 sein.



oh sorry



steht schon über mir



Das würde 1419 bedeuten


Das würde 1419 bedeuten

Eine 4 würde dann ja ggf. 1419 bedeuten.
Für 1819 scheint mir das Haus zu alt, aber macht 1419 Sinn?
Das wären ja nochmal 400 Jahre mehr.
Woran könnte man sowas festmachen?

Das Bild zeigt den kompletten Türsturz.



Alter


Kellereingang

Ich würde anhand der geraden Kanten und keine Umarbeitungsspuren eher auf 1819 tippen. Alles ist sehr exakt und im Winkel gearbeitet. Ansonsten sollte man das ganze Haus anschauen.

Ich hab einen auf Mittelalter datierten Keller. Die Steine sind bedeutend massiver und haben auch keine so exakten Kanten. Wenn eine Türstock 600 Jahre alt ist sollten Spuren davon vorhanden sein. So weit ich es kenne gibt es zwar in der Antike sehr gerade Steine, aber für ein gewöhnliches Wohnhaus im späten Mittelalter würde ich in der Regel von einer gröberen Bauart ausgehen.



Gibt es auch eine 3/4 Acht, also 6?


Gibt es auch eine 3/4 Acht, also 6?

Könnte die nach oben offene Acht auch eine 6 sein?
Quasi als 3/4 Acht?
1619 wäre schon plausibler, da in der unmittelbaren Nachbarschaft ein Türeingang mit 1595 überschrieben ist.

Anbei Bild von dem "Fundament" des EG, welches an den Türeingang angrenzt. Hat man so 1819 noch gebaut?



Wandaufbau EG


Wandaufbau  EG

Hier noch ein Bild von einem Wandausschnitt im EG.
Eine Mischung aus Holzbalken, Lehmsteinen und Stroh.
Vielleicht gibt das einen Anhalt.



Hier noch der Keller


Hier noch der Keller

Vielleicht hilft der Keller für die Datierung weiter.
Den schätze ich auch älter als 1819.



Hausinschrift



Das ist eine Kartusche, darin stehen immer Namen. Hier wahrscheinlich die Abkürzungen der Vornahmen H und M und dann noch zwei Buchstaben deren Sinn noch zu entschlüsseln ist, ebenso wie die drei senkrechten Wellen hinter der Jahreszahl 1819.



keine Argumente



aber ich glaube, dass es nicht 1819 heißt, das erste wird keine 1 sein ( warum sollte die anders geschrieben sein als die vor der 9?) und es wird auch keine 3/4 von 8 sein. Die 2 Zeichen haben irgendeine andere Bedeutung, aber ich kann nichts plausibles liefern außer diesem Gefühl.



Gleiches Gefühl



Mir kommen die beiden Zeichen auch suspekt vor.
Welche Bedeutung könnten sie haben?
Das erste Zeichen sieht eher aus wie ein kleines b, statt einer 1.
Außerdem ist noch ein Punkt zwischen der nach oben offenen "8" und der 19.
Warum sollte man die Jahreszahl durch einen Punkt getrennt haben?



1 ist klar



Eine kleine Recherche über die üblichen Suchmaschinen zeigt zumindest die form der ersten Eins als sehr üblich an. Das findet sich so in dutzenden von Inschriften, das hatten wir schon vor ein paar Monaten hier im Forum. Das mit der 3/4 scheint mir etwas weit hergeholt und war von mir so nicht zu finden auch wenn meine letzten gelesenen Handschriften schon etwas länger her sind. Ich würde ja Herr Böttcher Recht geben mit dem Namen und noch etwas was zu finden ist.

Bruchsteinfundament und die dünnen gesägten Balken würde ich nicht als Zeichen für ein hohes Alter ansehen, bei den Ziegeln weiß ich nicht wie die im Mittelalter verwendet wurden. Bei Kirchen hat man die auch im Spätmittelalter. Vergleichen mit ähnlichen Gebäuden kann helfen. Es gibt in den gängigen Universitätsbiliotheken Handbücher für die Schriften. Bin aber gerade leider von dem Teil meiner Bücher etwas weit entfernt.



Hausforscher der IGB



Die sollten helfen können!
wolfgang.doerfler@igbauernhaus.de
Gruß Heiko



Gesägt oder gehackt?



Wenn ich mir die Balken auf dem Foto anschaue, sehen sie gesägt aus. Das spricht eher für 1819. Im 16.? Jahrhundert hat man selten bis nie mit der Säge Bauholz bearbeitet, es sei denn, man hatte zu viel Geld und noch mehr Zeit.
Die Punkte in der Inschrift düften keine Trennungen sondern reine Zierde sein.

Ich würde mal zum örtlichen Pfarrer pilgern und Einblicke ins Tauf- und Sterberegister nehmen. Dort sind auch die Adressen registriert. Bei einem Haus in M/V hab ich durch die Bewohner desselben das Alter relativ gut bestimmen können.



1819 macht wohl Sinn



Eine ältere Nachbarin erzählte mir gestern, dass früher über dem Stall 1758 eingraviert war. Dieser Gebäudeteil wurde aber vor 50 Jahre abgerissen. Im Zusammenhang mit den Hinweisen aus dem Forum macht damit 1819 für das Wohnhaus Sinn.

Bleiben noch HMIS und die 3 Wellen rechts von der Jahreszahl.
Ein früherer Besitzer (ca. 1890) hieß mit Vornahmen Heinrich. Womöglich, dass auch dessen Vorfahre "Heinrich" hieß. Das würde evt. das "H" erklären.



Urkataster



Im Zuge des Urkatasters wurden bis ca. 1830 alle Häuser aufgenommen. In vielen Archiven gibt es dazu Unterlagen

http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/letzner-franzoesische-kataster.html

In der Pfalz wurde gerade um diese Zeit ein französchisches Kataster angelegt. Anscheinend auch mit Besitern. Also das sollte in diesem Fall recht einfach sein.



Geschichte



Hallo Horst, ich denke du bist da in einem idealen Umfeld um die Geschichte deines Hauses sehr gut belegen zu können. Zwischen Napoleon und Bayern wurde das Gebiet mehrfach erfasst und das Institut für Pfalzgeschichte und die Pfalzbibliothek in Kaiserslautern widmen sich speziell diesem Raum. Besonders das Institiut in Kaiserslautern wendet sich explizit an interessierte Laien und kann sicher bei Bedarf Historiker in der Umgebung benennen. Meist sind diese auch dankbar wenn sie ein konkretes Objekt haben zu dem sie mal etwas nachschauen können.

Ich würde da auch gerne mal nachschauen, bin aber leider in einer anderen Region und habe das noch vor mir. Für mein Haus muss ich die entsprechenden Informationen aus unterschiedlichsten Archiven zusammensuchen.

Keine Angst mal im Institut für pfälzische Geschichte anzurufen. In der Regel ist man da sehr kooperativ.
http://www.pfalzgeschichte.de/
http://www.pfalzbibliothek.de/

Für die Urkarten
http://www.geoportal.rlp.de/

Gruß Herbert