Innenwanddämmung Hohlraum

23.01.2020 Ronny



Hallo
ich neu im Forum da ich eine Frage in Bezug Innendämmung habe.
Saniere gerade den vorderen Teil unseres alten Bauernhauses von ca 1860 und muss eine der Außenwände von innen dämmen da Fassade vom Vorbesitzer schon gemacht usw.
Habe jetzt Holzständer gestellt 10cm Stark um eine 100er Holzfaserdämmung zu benutzten. Problem ist nun das die Wände so unenben sind dasi wenn die Dämmung zwischen die Ständer geklemmt wird dahinter Hohlräume enstehen. Der Plan ist Osb Platten davor und eine Lage Gipskarton ohne Dampfsperre.
Der restliche Raum ist offenes Fachwerk und die restlichen Wände werden mt Lehm geputzt.
Was wäre euer Rat wie ich nun vorgehen könnte?
Dämmung mit Holhraum?
Dämmung bis zur Wand und nochmal eine 20mm davor wo die Unenbenheiten in der Wand sind um es auszugleichen?
Grüße Ronny



Innendämmung bei unebenen Wänden



Zellulose wäre problemlos möglich, die alle Unebenheiten ausfüllt.
Alternativ ggf flexible Holzfaserplatten verwenden,
die eng, hohlraumfrei an die Wand gepreßt werden muß.
Feuchtigkeit innen durch Schlagregen sollte ausgeschlossen werden können.
Hohlräume sind generell schadensträchtig, da feuchte, warme Innenluft beim Auftreffen auf kühle Außenwände kondensieren und so Feuchteschäden und Schimmel verursachen kann.
Wenn die Außenwand von der Sonne erwärmt wird erleichtert das die Austrocknung.



Innenwanddämmung Hohlraum



Danke ich werd mich mal informieren über Zellulosedämmung.



so starke innendämmung?



@Andreas:
hast du keine sorge dabei, so eine starke innendämmung nur hohlraumfrei zu panen?
ich hätte da angst auf dauer aufzufeuchten.

irgendwie ist mir unwohl bei dem gedanke mit ständern und holzfasermatten als innendämmung auf mauerwerk, selbst wenn keine hohlräume bestehen würden.

die osb davor sperrt doch alles ein, was durchdiffundiert ist.

handelt es sich übehaupt um mauerwerk, oder um fachwerkaußenwände?



Innendämmung



Hier wurden Bruchsteinmauern mit 30 cm Zellulose-Innendämmung versehen und meßtechnisch vorher und später überprüft- keine Feuchteschäden.

Generell gibts keine Empfehlung dafür-
ohnehin müssen die Randbedingungen passen, zB keine Feuchtigkeitseinwirkung vom Boden, von außen, Rückdiffusion etc.

OSB finde ich nicht gerade ideal, auch wenn solche Varianten überprüft wurden. Die Platten sind ja in Maßen feuchtevariabel.

Im Zweifel würde ich das mit instationären Meßverfahren abklären und ggf Meßstellen zur leichten Nachprüfung installieren.



Im Zweifel



Im Zweifel wird das ein Forschungsprojekt. Lieber Herr Teich realisieren sie bitte, das hier in der Regel Selberbauer nicht in der Lage sind auf Randbedinungen zu achten. Sonst käme doch diese Frage hier gar nicht.
Der gepflegte Selberbauer soll also hier angehalten werden in den Wandaufbau eine geeignete Meßgeräteauswahl zu machen und diese an geeigneter Stelle zu installieren und regelmäßig die Werte zu überprüfen um ggf dann was zu tun?
Wann soll er dann anfangen diese Innendämmung zurückzubauen?

Zur Sache - die Idee mit der undefinierten OSB als Dampfsperrenersatz und ohne genaue Betrachtung der Randbedingungen, hier insbesondere der Anschlußfragen und des Fußpunktes würde ich dem Laien nicht empfehlen. Bei mehr Daten, Bildern und Informationen ist ein guter Planer in der Lage das zu planen.

Ich bin kein Freund von pauschalem "Geht so" - das geht leider so oft daneben. Alles Gute - M.Mattonet - Ingenieurbüro Bergisches Land.



Innenwand



Hier mal ein paar Bilder



inn



Es gehen Querbalken durch die Wand und in der Mitte sind 2 Fenster. Das Mauerwerk ist mit Putz ca 20cm. Außen ist Standardfassade mit Zementputzen und Fassadenfarbe.
Es ist halt eine bucklige Wand bei der es schwierig ist irgendwelche Maße anzunehmen.



Innenwand



Der Raum wird Wohnzimmer mit Ofen. In der gedämmten Wand laufen noch die Heizungsrohre entlang falls das eine Rolle spielt.



Voraussetzungen für Innendämmung



Eine generelle Empfehlung ohne das Einhalten von bestimmten Bedingungen
kann es nie geben.
Ich hatte ja geschrieben, möglichst Zellulose verwenden, hohlraumfrei, Feuchtigkeit ausschließen, Erwärmung der Wand durch die Sonne (ggf durch Wandheizung o.ä.), Luftdichtigkeit etc

Bei OSB-Platten kommts natürlich darauf an welches Fabrikat, Sorte und Plattenstärke verwendet wird, da dies die Sd-Werte bestimmt.
Generell sind holzbasierte Platten wie OSB in bestimmten Grenzen feuchtevariabel, was für Rückdiffusion günstig ist, sofern Erwärmung von außen gegeben ist..

Es gibt ja durchaus bautechnische Laien mit Interesse an Elektronik und Meßtechnik,
die ja nicht teuer sein muß
Um bessere Dämmung zu ermöglichen kann es rein wirtschaftlich gesehen schon sinnvoll sein, einige Bedingungen zu überprüfen.

Wenn diese eingehalten werden sind auch 10 cm Innendämmung schadensfrei möglich, wie div Untersuchungen gezeigt haben (siehe Quadriga,Weber-Haus Österreich etc)

Der Hohlraum hinter den abgebildeten Holzfaserplatten sollte geschlossen werden,
da sich bei Undichtigkeiten Kondensat an der Außenwand bilden kann.

Evt vorhandene Heizungsrohre könnten das u.U. verhindern,
allerdings nur wenn die eine entsprechende Wärmeabgabe haben,
was nun wiederum energetisch und dämmtechnisch keinen Sinn macht.



Innenwanddämmung Hohlraum



Osb 12mm. Es soll halt die Möglichkeit gegeben sein auch in der Wand mal etwas zum halten zu bekommen. Ganz dicht wird man es sicher nicht bekommen durch Steckdosen usw. Ist halt schwierig das ganze Thema.



mauerwerk oder fachwerk



ich habe das leider immer noch nicht verstanden.
du redest von mauerwerk, es gehen aber querbalken dadurch?

das ändert aber auch nichts daran, daß der Taupunkt nachher irgendwo im bereich zwischen innendämmung und "mauerwerk" liegt.
gibt es da minimale leckagen und kommt raumluft da rein, wird es trief nass.
habe erst gestern einen ganz frisch gedämmten altbaudachstuhl bewundern dürfen, der durch Tauwasser abgesoffen ist. unglaublich wie viel wasser da drin bei dem miniwinter im warmen rheinland in kurzer zeit ausgefallen ist.
aufbau war n tipp vom baumarkt.


ich kann kaum glauben, daß osb eine nennenwerte rücktrocknung ermöglicht.
der Luftspalt muss komplett gefüllt sein um hinterströmung völlig auszuschließen.
mir wäre das zu heikel.

ich bin auch nur dilletantischer selberbauer, habe aber schon viele fehler (auch meine eigenen) live bewundern dürfen.
das macht vorsichtig.


was ich auch für problematisch halte, sind heizrohre außerhalb der innendämmung.
fällt die Heizung an eisigen tagen aus, werden die rohre zerstört mit allen folgeschäden.

ronny, ich kann dir nur empfehlen einen planer ins boot zu holen, der dich einwandfrei berät.
ich glaube nicht, daß da jemand unüberprüft seine hand für ins Feuer legt.
möglicher weise gibt er auch sein go dafür, wenn er alle details sieht, doch hier kann das keiner für dich tun.

beste grüße
micha



OSB als Dampfbremse bei Innendämmung



In diesem Fall stellen die Balken zumindest keine Wärmebrücken dar.
Wieweit vor der Wand in der Dämmebenesich die Rohre befinden wurde noch nicht mitgeteilt.
Generell sollten sich natürlich wasserführende Installationen raumseite der Dämmung befinden- zum einen um Wärmeverluste bei Warmwasserleitungen zu reduzieren bzw die Verluste zu nutzen, zum anderen um Frostschäden zu vermeiden.

Bei Konvektion sind immer Schäden möglich, wie bei jedem Baufehler-
das ist aber unabhängig von der Dämmstärke.

OSB-Platten haben bei Stärken bis ca 15 mm relativ geringe, fechteabhängige
Sd-Werte, ähnlich wie Dampfbremsfolien, wobei sich die Werte je nach Fabrikat
und Sorte stark unterscheiden können. Daher immer die Werte des jeweiligen Herstellers verwenden- sofern diese überhaupt angegeben sind.
Tabellenbücher gaben früher zu niedrige Werte an,
die Werte nach DIN sind eher zu hoch.

OSB-Platten sollten nicht mit feuchtevariablen Dampfbremsen kombiniert werden,
da die Rücktrocknungsdauer wegen zu hoher Sd-Werte verzögert wird.



OSB als Dampfbremse bei Innendämmung



Tabelle anklicken zum Vergrößern

In diesem Fall stellen die Balken zumindest keine Wärmebrücken dar.
Wieweit vor der Wand in der Dämmebenesich die Rohre befinden wurde noch nicht mitgeteilt.
Generell sollten sich natürlich wasserführende Installationen raumseite der Dämmung befinden- zum einen um Wärmeverluste bei Warmwasserleitungen zu reduzieren bzw damit die Verluste raumseitig zur Erwärmung beitragen können, zum anderen um Frostschäden zu vermeiden.

Bei Konvektion sind immer Schäden möglich, wie bei jedem Baufehler-
das ist aber unabhängig von der Dämmstärke.

OSB-Platten haben bei Stärken bis ca 15 mm relativ geringe, fechteabhängige
Sd-Werte, änalog zu feuchtevariablen Dampfbremsfolien, (jedoch mit viel geringerer Spreizung) wobei sich die Werte je nach Fabrikat und Sorte stark unterscheiden können.
Daher immer die Werte des jeweiligen Herstellers verwenden- sofern diese überhaupt angegeben sind.
Tabellenbücher gaben früher zu niedrige Werte an,
die Werte nach DIN sind eher zu hoch.

OSB-Platten sollten nicht mit feuchtevariablen Dampfbremsen kombiniert werden,
da die Rücktrocknungsdauer wegen zu hoher Sd-Werte verzögert wird.



Innenwanddämmung Hohlraum



Die Heizungsrohre laufen hinter der Dämmung wenn die Dämmung nur zwischen die Holzkonstruktion geklemmt wird. Einfrieren tut da nix da es jetzt 3 Jahre so Baustelle ist. Es ist ja die zweite Etage und darunter ist die Wohnküche.

Was wäre jetzt Eure Empfehlung? Komplett mit Dämmung füllen oder ??



danke



für die daten @ andreas.

@ronny: ja, voll ausfüllen ist mindestens zwingend nötig.

nach innendämmung werden die heizrohre aber nicht mehr in der "warmen" hülle liegen, sondern außerhalb im kalten bereich. bau den Aufbau doch mal auf ubakus.net nach.