Innenwandbelag an Dachschräge




Hallo liebes Fachwerk Forum,

ich bin auf der Suche nach einem guten Rat. Zuerst aber mal die Vorgeschichte. Wir haben vor drei Jahren ein altes Fachwerkhaus gekauft und im Prinzip Kernsaniert. Dazu gehörte auch eine Erneuerung des Dachstuhls. Der ursprüngliche Eichendachstuhl wurde ertüchtigt. Der Fichtedachstuhl im neueren Anbau wurde vollständig erneuert. Dazu kam eine Dacheindeckung aus hinterlüfteten Ziegeln und eine Aufdachdämmung aus 40 mm Holzfaser. Der Innenraum des Dachbodens wurde mit OSB veplankt und die Gefache und Hohlräume wurden mit einer Zellulosedämmung ausgeblasen. Soweit ist alles wirklich gut geworden und die entstandenen Räume sind schön und haben schon jetzt ein tolles Raumklima. Als nächstes steht der Innenausbau an und ich bin unsicher wie ich den gestalten soll. Ich habe mit mehreren Baufachleuten gesprochen und erwartungsgemäß verschiedene Antworten erhalten. Alle diese Antworten haben für sich einen großen Vorteil, aber auch Nachteile. Im Einzelnen wäre das.
Möglichkeit 1: Alles mit Gipskarton verplanken. Das wäre die schnellste und günstigste Möglichkeit, Gefällt mir aber nicht so gut, da ich das Material nicht sonderlich mag und auch aufgrund der Dampfdiffusionsmöglichkeiten nicht so überzeugt von dieser Lösung bin.
Möglichkeit 2: Strohgeflecht und Lehm auf die OSB-Platten bringen. Dies sagt mir vom Material am meisten zu, ich bin aber nicht so glücklich mit dem hohen Gewicht und dem doch etwas stoßempfindlichem Lehm an der Dachschräge. Da dort auch Kinderzimmer entstehen sollen und ich an den normalen Wänden im Untergeschoss schon sehen kann was Kinder an Lehmwänden anrichten können ;-)
Möglichkeit 3: Lehmbauplatten, sollte schneller gehen als Lehm und besser sein als Gipskarton. Hier bin ich mit dem Gewicht und Preis aber etwas unglücklich und der Empfindlichkeit des Materials.
Möglichkeit 4: Einfach das OSB mit Lehmfarbe streichen. Diesen Vorschlag finde ich aber prinzipiell unbrauchbar, dass die Stöße der OSB-Platten abgeklebt sind und ich mir nicht vorstellen kann, dass die Farbe darauf hält. Außerdem würde ich vermuten, dass die Stöße der OSB-Platten durchscheinen bzw. sich über kurz oder lang Risse in der Farbe ergeben.
Ich weiß, einen Tod muss ich sterben, aber möglichweise hat hier noch jemand einen Vorschlag, den ich bisher nicht bedacht habe oder es gibt noch ein überzeugendes Argument für oder gegen eine meiner bisherigen Überlegungen.

Vielen Dank schonmal



Dachgeschossausbau



Das mit der Diffusionsfähigkeit ist falsch gedacht.
Die OSB- Lage ist eine Dampfbremse und zwar eine recht effektive.
Da ist es egal wie dicht die Bekleidung ist die daraufkommt.



Ich schlage ihnen...



...zwei Varianten vor, die wir auch schon unzählige Male ausgeführt haben und bis heute gut und harmonisch bei den Eigentümern funktionieren.

Zur Variante Gipskarton würden wir ihnen die Lösung mit einer Fermacellplatte empfehlen und diese dann zweilagig mit einem Lehmfeinputz abzuspachteln und oberflächengestaltend auszubilden.

Oder Variante zwei mit einer 15 mm magnesithgebundenen Heraklithplatte zu belegen und diese dann mit einem Lehmgrundputz zu Verputzen und nach Durchtrocknung ebenfalls mit einem Lehmfeinputz oberflächenfertig herzustellen.