Innenwand (Mischmauerwerk) an Schornstein-Ersetzen?

04.03.2020 Herr Oliver



Hallo,
ich bin seit kurzem Besitzer eines alten Bauernhauses (1920-1935) und bin gerade dabei es komplett zu Sanieren. Hierbei habe ich noch ein paar Fragen:

Ich habe den Lehmputz entfernt in Wohnzimmer und Schlafzimmer. Die Außenwände im EG sind aus Sandstein (ca. 50cm Stark) gemauert. Das Haus ist voll unterkellert (Gewölbe ebenfalls Sandstein, ein Stück Stahlbetondecke da der Keller wohl mal nachgegeben hatte) und das 1. Stockwerk ist Fachwerk.

Nun sind mir einige Sachen aufgefallen, aber was mich am meisten beängstigt ist die Wand zwischen Schlafzimmer und Badezimmer. Hier wurde schon mehrfach mit Lehm verputzt, die Wand hat doch einen relativ starken Bauch und viele Steine sind wackelig. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Wand tragend ist, da keine Balken oder ähnliches darin - bzw die Balken teilweise einfach aufhören (siehe Bilder). Nun wollte ich die Wand eigentlich neu mauern, bin mir aber nicht ganz sicher ob ich den Deckenbalken abstützen muss (er beginnt in der Außenwand und geht circa 5m durch das Schlafzimmer und danach noch circa zwei meter durch das Badezimmer und endet auf einer Bimssteinmauer (wurde anscheinend im Zuge der oben genannten Boden/Kellerdeckenerneuerung gemauert, aber das weiß keiner mehr so genau). Am meisten Kummer bereitet mir, dass der Schornstein genau an dieser Mauer ist (Schornstein beginnt im Badezimmer). Falls ich mich wirklich dafür entscheiden soll, die Mauer neu zu mauern, würde ich sie eigentlich gerne aus Blockziegel mauern, und dann ebenfalls im Wohnzimmer (wo ein Balken einfach in der Wand endet neu mauern.

Vielleicht bekomme ich hier ein paar Inspirationen, wie ich am schlauesten vorgehen sollte.

Vielen dank im Voraus
Oliver



Weitere Bilder



anbei noch ein paar mehr Bilder,
der Einfachheit halber per Google Drive.

https://drive.google.com/drive/folders/1VZ9ycHHkruoc1X9FsP0VO64T98ftmrY5?usp=sharing

Viele Grüße
Oliver



Noch Infos



mir ist noch nicht klar, wie stark die Mauer auf dem Foto an der betreffenden Stelle ist. Falls ein Neumauern das Ergebnis der Entscheidung ist, sollte in jedem Fall der Balken mit einer Baustütze abgefangen werden. Was ist denn genau über der Mauer eine Etage höher? Ein genaues Urteil kann nur vor Ort gefällt werden, weil wir ja auf dem foto nicht sehen können, wie locker die Mauerung wirklich ist.



Neue Erkenntnisse



Hallo,
ich war heute weiterhin fleißig mit Lehmputz entfernen beschäftigt (Kennt jemand eine gute Quelle, wo ich Lehm/Strohgemisch abgeben kann? Angebot sind z.Zt 50€/Tonne Entsorgung)
Mir ist aufgefallen, dass es wohl da wohl mal gebrannt hat. An der Decke die Lehmschicht zwischen den Balken ist stellenweise stark angekohlt, die Balken hingegen sehen wirklich gut aus, sind also nicht angekohlt. Ich vermute hier wurden einmal ein paar Balken ersetzt.
Mir kommt es so vor, als ob das verbrannte Ständerwerk in der Wand einfach entfernt wurde und mit verschiedenen Steinsorten (was eben gerade schnell verfügbar war) gemauert wurde. Ich denke daher kommt das Problem, dass die Wände sich so um ca. 10cm-15cm verformt haben.
Das würde auch erklären, dass in der Wand vom Wohnzimmmer einfach mittendrin die Balken aufhören und nur gemauert ist.
Die besagte Mauer ist circa 30cm Stark und einige Steine wurden/werden nurnoch durch den Lehmputz gehalten, das heißt mit bloßer Hand kann ich gefühlt 30% der Steine einfach aus der Wand ziehen bzw. daran wackeln.

Auf der Wand sitzt im Stockwerk oberhalb genau auch wieder eine Wand, deren Aufbau kenne ich allerdings noch nicht, da noch Tapete daran ist. Was mir aber aufgefallen ist, genau da wo es gebrannt hat habe ich zwischen Sockelleiste und Fußboden einen Spalt von circa 1cm, also gehe ich davon aus, dass sich eben durch die Verkohlung der Fußboden ein Stück gesenkt hat an dieser Stelle.
Anbei noch ein Bild vom Brandschaden. Ich habe auch noch mehr Bilder in der Google Drive Galerie hinzugefügt.
Mein Plan wäre nun den Balken, welcher mittig im Raum verläuft mit 2 Sprießen abzustützen, dann Vorsichtig ein Paar Steine oben an der Mauer herausziehen, um zu schauen, ob hier noch ein Querbalken verläuft. Falls ja werde ich hier mit 2 oder 3 kurzen Stahlträgern und jeweils 2 Stützen den Balken abstützen (an der Stelle wo ich eben die obersten Steine entnehme) und dann Stück für Stück die Wand vorsichtig entfernen und neu Mauern. Im Anschluss meine Stützen wieder entfernen und die fehlenden Steine einmauern. Ich denke mal, das ist die sicherste Vorgehensweise oder sollte ich doch lieber anders vorgehen?

Viele Grüße



Skizze



Zum besseren Verständnis noch eine kurze Skizze, nicht maßstabsgetreut. Mehr Querbalken habe ich noch nicht freigelegt, die Querbalken haben einen Abstand von ca. 60-70cm, dazwischen ist Lehm und Stroh als Füllung