Innenwand auf Gewölbekeller

29.01.2020 anulutk



Guten Abend,
Folgendes bewegt mich derzeit.
In meinem Haus von 1848 stand eine 15 cm Ziegelmauer auf dem Gewölbekeller. Die Mauer (rot dargestellt) stand einfach auf dem Sand mit dem die Wölbungen (gelb dargestellt) ausgefüllt sind, ohne Fundament. Diese Mauer habe ich, nachdem ich die Deckenbalken abgestützt habe, entfernt. Grund war dafür ist, dass die Ziegelsteine versifft und die Deckenbalken durchhingen, da die Wand zu niedrig war. Die Wand wurde zu DDR- zeiten nachträglich eingebaut.
Logisch wäre es die neue Mauer auf das Fundament (grün dargestellt) des Bewölbes in der Mitte zu setzen. Das ist jedoch nicht möglich, da in der Raummitte ein Fenster ist und die Wand dann mitten im Fenster wäre.
Die einfachste möglichkeit wäre es die neue Wand einfach wieder ohne Fundament auf den Sand zu setzen- ging immerhin mindestens 50 Jahre so.
Andere Ratschläge waren, den Sand (gelb dargestellt) zu entfernen und den Raum mit Beton zu füllen und darauf die neue Wand. Statiker wollen so richtig keine Aussage geben, da das wohl nicht so recht zu berechnen geht...
Hier noch einige Informationen. Das Gewölbe ist aus Bruchstein Granit und ca. 50 cm Wandstärke.
Der Raum ist 8,5 m breit und jedes der 2 Gewölbe somit um die 4 m breit.

Viele Grüße Jakob



Mauergeschichten



die entfernte Mauer wird keine tragende Wand mit dieser Stärke gewesen sein. Der Deckenbalken hat aus der Bauzeit bis zur DDR rund 100 Jahre gehalten, ohne diese Mauer. Die Durchbiegung hat andere Ursachen. Wir d die Mauer zur Raumteilung benötigt? Die Statiker legen sich nicht fest und nun wollen Sie ein Urteil aus der Ferne ? Zu berechnen ginge das für einen Fachmann schon.



Mittelwand



Die Wand ist nicht tragend, das stimmt. Der Dachstuhl braucht diese Wand nicht.
Jedoch brauchen die Deckenbalken eine Abstützung. 8,5 m Spannweite ist zu viel ohne Abstützung. Aktuell sind die Balken nackt, alle Fehlböden sind raus und das swingt unheimlich und hängt durch.
Im restlichen Haus gibt es eine Stützwand in der Mitte.



Schwingung



dass die Decke jetzt schwingt, ist logisch. Es fehlt die Masse zwischen den Balken. Ein Vorschlag, wie die Spannweite verkürzt werden kann, wird nur vor Ort zu entwerfen sein. Wie habe ja nicht mal ein Foto der Situation. Notfalls, und so kenne ich das von unseren Häusern, wurde mit 2 Unterzügen gearbeitet. Aber wie gesagt, dass muss vor Ort begutachtet werden.



Fachwerkträger?



Eine Möglichkeit wäre eventuell, die neue Trennwand nicht zu mauern, sondern als Fachwerkträger auszuführen und in den angrenzenden Wänden zu lagern.
Das könnte an Stelle der entfernten Wand als Unterzug oder im Geschoss darüber als Oberzug (falls dort eine Trennwand vorhanden oder geplant ist) geschehen.
Aber auch das wäre aus meiner Sicht eine Aufgabe für einen Fachplaner - auch wegen Taupunkt am Widerlager, falls es in einer Aussenwand liegt.



Deckenunterstützung



Gewölbedecken können durchaus in den Drittelpunkten belastet werden.

Wenn dir das keiner rechnen will oder zu aufwendig ist würde ich auch zu
einem Überzug und Unterzug raten.
Zur Spannweitenreduzierung ggf noch Streben einbauen.
Darin ließe sich auch eine Tür vorsehen-
abhängig davon wie tief du die Schwelle setzten kannst.
Die Balken sollten ca 12 cm Auflager haben-
ansonsten hängt‘s von den angrenzenden Wänden ab,
die zumindest schlagregendicht sein sollten.
Balkenköpfe ggf dämmen-
besonders bei dem unteren Balken auf Feuchtigkeitsabdichtung achten.

Die Wand könntest du auch mit Lehmsteinen ausfüllen und nach Wunsch Pfosten einfügen- alternativ komplett in Trockenbau erstellen mit Gipsfaserplatten- oder Lehmplattenverkleidung..