Innenwände mit Lehm und Hobelspäne ausfüllen, Teil 2

27.10.2014 Neven



Vor 6 Monate stellte ich diese Frage um mich zu erkundigen über die Möglichkeit Innenwände/Trockenbuwände/Zwischenwände aus zu füllen mit einer Mischung aus Lehm und Hobelspäne.

Leider hatte niemand wirklich Erfahrung damit (oder wollte diese nicht teilen), aber es gab doch einige gute Ratschläge. Nachdem ich die ganze Sache noch mehr untersucht hatte, und noch einige Bekannten nach ihre Meinung/Erfahrungen gefragt hatte, habe ich einige Proben gemacht.

Da die Ergebnisse mir gut gefielen, habe ich letztendlich entschieden die Mischung aus Hobelspäne und Lehm zu verwenden für die Innenwände meines Neubaus. Da das originelle Thema jetzt geschlossen ist, möchte ich hier meine Erfahrungen (wie versprochen) teilen.

Aufbau der Innenwände:

Lehmputz
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Fichte 24mm Latten mit 24mm Luft Dazwischen
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48 mm Holzständer, nicht-tragend
oder
118 mm Holzständer, tragend
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Fichte 24mm Latten mit 24mm Luft Dazwischen
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Lehmputz

Die Mischung besteht wie gesagt aus Lehm, Hobelspäne und Wasser. In einem 60L Mörtelkasten haben wir 1 Eimer Lehm mit 1 Wasser gemischt, dann Hobelspäne zugemischt, und das ganze mit der Hand umwühlt bis die Hobelspäne braun waren. Die Mischung haben wir dann auf eine Folie dünn ausgeschüttet und 1 Tag in der Sonne trocknen lassen, und dann entweder direkt in den Mauer geschüttet oder auf einem Haufen gelagert.

Die Trockene Mischung haben wir dann zwischen die Latten eingebracht und angestampft. Ein wenig rieselt wieder raus, aber da die Mischung viele harte Lehmbällchen enthält (und auch durch die Hobelspäne selber), bleibt das ganze eigentlich überraschend gut sitzen (Siehe Fotos).

Tipp: Ich habe die Latten aufgestapelt (10 bis 15 Stück), immer die 2. Latte angeklammert, und dann die nicht-geklammerte Latten wieder entfernt. Am Ende bin ich raufgekommen dass die Mischung noch schöner sitzen bleibt und natürlich nichts rausrieselt, wenn man die nicht-geklammerte Latten erst entfernt wenn die Mischung drinnen und angestampft ist.

Anbei ein Paar Fotos:













Die Vorteile und Nachteile dieser Verfahren, meiner Meinung nach:

Es ist ökologisch, energetisch und ökonomisch sehr Sinnvoll. Unschlagbar eigentlich. Der Lehm kommt von unserem eigenen Grundstück, die Hobelspäne hole ich bei einem Sägewerk in der Nähe (Kosten insgesamt ca. 60 Euro). Wir haben ca. 1000 Euro erspart in Vergleich zu ökologischen Baustoffen, die meist teuer sind und oft nicht ganz öko (so wie Holz/Hanfdämmplatten mit Polyester als Bindemittel).

Demgegenüber steht natürlich dass es sehr, sehr viel extra Arbeit ist. Uns war es das wert, da wir Ökofreaks mit wenig Geld sind und gerne mal was ausprobieren, aber man sollte sich das vorher gut überlegen. Weitere Nachteil ist die Staubentwicklung während der Verarbeitung (Staubmaske tragen).

Bautechnisch: Doch ein bisschen mehr Masse im Holzhaus gebracht, aber es ist schwierig für mich zu berechnen ob es wirklich was bringt. Vom Schallschutz her kann ich nichts berichten da wir noch nicht umgezogen sind, aber es kommt mir (subjektiv) vor dass es prima in Ordnung ist.

Das sind meine Erfahrungen mit Lehm und Hobelspäne als Dämmung in Innenwänden. Ich wollte es teilen weil es nicht ganz viel Information oder Erfahrungsberichte dazu gibt. Ich hoffe jemand hat was davon. Oder vielleicht hat jemand noch was nachzutragen, wie weitere Tipps oder Erfahrungen.



Hobelspäne sind setzungssicher



Die Hobelspäne haben den Vorteil, dass sie recht elastisch sind und somit keine Setzung zulassen. Lehm gibt die nötige Masse und Brandschutz.

Hanffaser Uckermark bietet mit dem Dämm-Lehm LLS 400 eine ähnliche Variante an. In Südtirol hatte ich schon Bauten gesehen, die eine Mischung aus Kalk und Hobelspäne verwendet haben. Auch hier war es eine Kostenfrage.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de