Innenum bzw Ausbau Sandsteinhaus

19.11.2014



Hallo zusammen,

ich bin am überlegen das Haus meiner Eltern umzubauen. Es handelt sich um ein Altes Sandsteinhaus ca 15 0Jahre alt nicht denkmalgeschützt.
Es ist ein Haus im Haus da innen die Sandsteinwände mit Ziegelsteinen vorgemauert wurden.
Die Eltern Wohnen im 1.Stock und ich würde das Erdgeschoß umbauen, da die Großeltern verstorben sind.
Die untere "Wohnung" wurde das letzte Mal in den 60ern modernisiert.
d.h. die Böden sind alle kalt, kein Keller, Raumaufteilung bescheiden und man hört jeden Schritt aus dem 1. Stock.

Die Heizung befindet sich momentan noch im EG, würde aber durch eine Hackschnitzelheitzung in der Scheune ersetzt werden.

Handwerklich bin ich nicht gerade unbegabt und kenne auch viele Handwerker.

Jetzt die Frage ans Forum:

Ist so etwas für einen "Normalverdiener" überhaupt umsetzbar, oder benötigt man für so ein Projekt gleich eine halbe Mio.€?

Hat jemand schon Erfahrung mit so etwas?
Wenn Ja. Wie ist das bei euch so gelaufen?

Danke für die Hilfe

Bernhard



erst mal grundsätzlich ...



Ist das Haus grundsätzlich in einem ordentlichen Zustand ?
Gibt es Probleme mit Feuchtigkeit oder mit der Struktur (Risse usw) ?

Wie sehr würde ein Abbruch und Neubau wehtun ?

Wie ist der Standort von der Lage / Verkehr / Erschliessung ?

Haus im Haus -> wie ist der Dämmwert / Heizrechnung ? Gibt es Schimmelprobleme ?

Kalte Böden -> lässt sich - mit einiger Buddelei verbessern, siehe diverse Threads. Wie tief reicht das Fundament ?

Bescheidene Raumaufteilung -> was sind tragende Wände ?

Schalldämmung aus dem 1. Stock -> klingt nach einer Holzbalkendecke, nicht so viel zu holen.

Kein Keller -> mit einer angrenzenden Scheune sollte genug Stauraum vorhanden sein.

Neue Heizung -> erst die Dämmung planen, dann die Heizung.



Fotos



Fotos von innen und außen sind immer gut,damit man eine Vorstellung davon bekommt
evt Grundrißpläne oder Zeichnungen aus denen die Maße der Zimmer u Wände etc hervorgehen.
Weißt du ob bzw wie groß der Hohlraum zwischen den Außenwänden ist ?
Evt kann man Dämmmaterial einfüllen.
Wenn noch mehr kommt kann man mehr dazu sagen.

Andreas Teich



grundsätzlich



Vielen Dank erstmal für die schnellen Rückmeldungen,

eigentlich ist der Zustand des Hauses ganz ordentlich, soweit ich das beurteilen kann.
Es gibt keine Probleme mit Feuchtigkeit bzw Rissen.

Ein Abbruch würde wehtun, da ich sehr andem Haus hänge.
Der Neubau wird in der Form nicht mehr genehmigt, da es eine Grenzbebauung ist.

Die Lage des Hofs bzw. Hauses ist an einer Nebenstraße

Über den Dämmwert kann ich leider keine Aussage machen, hab mich noch nicht damit auseinander gesetzt.

Der Hohlraum zwischen Außenwand und Innenwand beträgt ca10cm.

Schimmelprobleme gibt es keine.

Kann man natürlich mit einem Neubau vom Energieverbrauch nicht vergleichen denke ich.

Grundfläche des Hauses sind ca. 200m²

Zur Fundamenttiefe habe ich keinerlei Infos.

Wie korrekt festgestellt handelt es sich um eine Holzbalkendecke. Kann man die Zur Schalldämmung zwischen den Balken iwie ausgießen mit Liaporbeton oder irgend einem vergleichbar leichten Material?

Zum heizen:
Denk es spielt keine große Rolle ob zum Heizen etwas mehr oder weniger Energie gebraucht wird, da die neue Hackschnitzelheizung mit selbst erzeugtem Material befeuert wird, welches quasi so gut wie "nichts" kostet.

Die Frage die noch im Raum steht:
Ist so ein Projekt ohne eine Lebenslange Verschuldung durchführbar oder würde das Forum ganz klar davon abraten so ein Projekt überhaupt in Angriff zu nehmen.

Die Alternative wäre ein Neubau im Garten, das Hofbild wäre aber nicht mehr so schön wie vorher.

Grüße

Bernhard



Altes Haus umbauen



Hallo Bernhard,

Wenn das Haus schon 150 Jahre überstanden hat und sonst keine gravierenden statischen Schäden bestehen, sehr günstige Heizkosten machbar sind und Eigenbau und Handwerker zur Verfügung stehen, würde ich das Projekt auf jeden Fall in Angriff nehmen.

Es ist natürlich viel Arbeit aber lohnt sich in den allermeisten Fällen.

Ich habe jedoch auch Häuser gesehen, wo ein Abriß sinnvoll wäre- das sind aber oft Häuser aus den 50/ 60 Jahren oder wenn sie ewig nicht bewohnt und völlig vernachlässigt wurden.

Wenn aber dein Haus immer bewohnt und solide gebaut wurde,
dürfte die Substanz in einem Zustand sein, daß sich die Erhaltung lohnt.
Einen Abriß würde ich bei solchen Umständen gar nicht in Erwägung ziehen.
Die reinen Materialkosten sind bei einem solchen Projekt ohnehin nicht der
Hauptkostenfaktor, sondern die Arbeitskosten.
Wenn du die stark reduzieren kannst ist eine solche Sanierung machbar.
Nur wenn mit Neubaustandard und normalen Handwerkerkosten gerechnet werden muß, ist es nicht immer wirtschaftlich.

Die Schalldämmung der Decke läßt sich immer verbessern-
Erst die Statik untersuchen, d.h. Wieviel zusätzliches Gewicht verträgt sie?

Beschwerung mit Lehm oder Sand bringt viel , auch Trennlagen und darauf Betonplatten wären möglich, Holzfaserplatten mit eingelegten Holzlatten und darüber Dielenböden.
Ggf eine abgehängte Deckenkonstruktion mit Holzfaserplatten z.b.
Feuchtigkeit oder Fußbodenkälte läßt sich in jedem Fall abstellen, der Wandhohlraum könnte gedämmt werden etc.
Alles ist machbar und wenn viele Arbeiten mit entsprechender Planung und Anleitung selber durchgeführt werden können ist das schon mal ein sehr großer Pluspunkt. Die Wohnqualität ist unvergleichlich besser zu jedem Neubau.
Sorgfältige Bestandsaufnahme und dann detaillierte Planung ist absolut wichtig- ich habe in diesen Teil der Vorbereitung immer viel Zeit investiert - ist aber äußerst sinnvoll, viel wirtschaftlicher und führt so zu viel besseren Ergebnissen.Wenn du Hilfe oder Anleitung brauchst einfach melden.

Fotos wären hilfreich
Andreas Teich



klingt nach einem "keeper"



Dämmwert -> lässt sich mit u-wert.net abschätzen, dafür braucht man aber die Dicken. Wenn der Hohlraum zwischen der Aussenwand und der Innenschale wirklich 10 cm ist, könnte man da vielleicht etwas einblasen.

Energieverbrauch -> abgesehen von den Energiekosten wertet auch angenehmeres Raumklima das Gebäude auf. Weniger Holzschnitzelverbrauch bedeutet weniger Arbeit.

Fundamenttiefe -> am besten eine Sondiergrabung um den jetzigen Aufbau zu erkunden.

Ruhige Holzbalkendecke -> das entspricht der Suche nach dem heiligen Gral. Abgehängte Decke, geeignete Schüttung und Hausschuhe könnten da einen Unterschied machen.

Lebenslange Verschuldung -> die gibt es auch bei einem Neubau. Die finanzielle Tragbarkeit hängt von den Kosten und den finanziellen Möglichkeiten ab.



Danke für die vielen Infos



Hallo Zusammen,

vielen Dank erstmal für die vielen Infos. Haben mir schon weiter geholfen.

Ich hab das jetzt so verstanden dass durch viel Eigenleistung ein solches Projekt grundsätzlich umsetzbar ist.
Meine Meinung Altes zu erhalten wurde dadurch bestärkt.

Ich versuch demnächst mal noch ein paar Fotos zu machen und die online zu stellen.

Vielen Dank nochmal

Bernhard