Innenseite vor Fußpfette richtig ausführen

15.06.2017 skynet



Hallo Forum,

lange lese ich schon passiv mit und konnte hier viel nützliches lesen und lernen.

Nun habe ich aber eine Problemstellung, wo es mehrere Lösungen gibt und ich mich nur schwer entscheiden kann und euch um eure Beurteilung bitte.

Problem:
Die Fußpfette ist innen bündig mit dem Mauerwerk (siehe Foto). Die Fußpfette ist 38 cm hoch und ist mit der Dampfbremse überdeckt bis zum Mauerwerk.

Entstanden ist das ganze durch eine Verkettung von, sagen wir mal wohlwollend, menschlichem Versagen und Kommunikationsproblemen. Deswegen kann man nicht wie üblich innen auf der Mauer oben einfach weiter vormauern. Es ist wie es ist und nun muss ich halt das Beste draus machen. Die Kosten tragen die "Verursacher".

Außen ist Wärmedämmung vorhanden, insofern sind Taupunktverschiebungen durch zusätzliche Ebenen auf der Innenseite nicht so kritisch. Innen um das Fenster herum kommt eine Holzverkleidung wie ein umgedrehtes U in die Laibung, um die luftdichte Ebene oben nicht durchbrechen zu müssen. Die Luftdichte Ebene vor der Pfette sollte nicht bzw. nur möglichst sicher abgedichtbar durchbrochen werden.

Putzer sagt, dass er maximal 15 bis 20 cm mit Streckmetal oder Stukanet halbwegs sicher überbrücken könnte.


Architekt und Handwerker haben nun folgende Möglichkeiten vorgeschlagen:
1.
Innen mit 11,5er Ziegel vormauern oder 6 Ziegelschalen vollflächig ab Rohboden aufkleben. Nachteil ist dass die Laibung relativ tief wird und ob eine 6er Vormauerung stabil genug ist?

2.
Rigipsplatten auf 30er Metallunterbau und dann dünn überputzen. Auch hier kommen dann 5 cm Aufbau zusammen und welches Material dann in die Hohlräume geben?

3.
Heraklithplatten BM 30 mm aufkleben und dann überputzen.

Für was würdet ihr euch entscheiden oder gibt es noch weitere Lösungsvorschläge.

Tina



Problemstellung



Ehrlich gesagt weiß ich nicht worum es hier überhaupt geht.
Das einzige was merkwürdig finde ist das die Fußpfette durch die Fensterlaibung unterbrochen ist.



Weitere Erläuterung des Problems



Die Fusspfette läuft schon über dem Fenster durch. Sie ist nur rechts vom Fenster nach unten aufgedoppelt, für etwas größeren Dachüberstand.

Das sieht man halt nicht, da hinter der Dampfbremse.

Architekt sagt, dass normalerweise vor der Pfette auf der Mauerkrone des Ringanker von innen vorgemauert wird und die Folie bis zur Vormauerung heruntergezogen und verklebt wird. Das geht aber hier nicht und jeder der Baufachleute hat eine eigene jeweils andere Vorgehensweise vorgeschlagen.

Worum es geht ist wie der mit Folie bedeckte Bereich am besten verkleidet wird ohne die Luftdichtheit zu gefährden. Außerdem wird ja sich wahrscheinlich die recht hohe Fußpfette sich vielleicht auch etwas bewegen.

Jetzt verständlich?



Fußpfette



Nö.
Das mit der Fußpfette verstehe ich nicht, vor allem warum sie 38 cm hoch sein muß und das auf einem Ringanker. Da reicht eine Mauerlatte.
Ich verstehe auch nicht wie der Ringanker durch das Fenster unterbrochen wurde. Möglich ist das, aber mit erheblichem Mehraufwand für Betonieren.
Ich verstehe auch die ganze Eierei nicht.
Der Architekt ist der Verantwortliche, er zeichnet im Zweifelsfall eine Detailskizze/Zeichnung nach der gebaut wird. Das andere Leute andere Meinungen haben- das ist wie in der Kneipe nach dem Fußballspiel.
Es gibt aber nur einen der entscheidet.



Nochmal Details



Der Statiker hat gerechnet und hat 38cm befohlen. Wie ich schrieb kragt der Dachüberstand weiter aus. Vor ein paar Jahren hatten wir hier 100 cm Pappschnee auf dem Dach. So manche Maurerlatte ist da durchgekracht.

Der Ringanker geht links und rechts vom Fenster aus der Decke hoch. War so gewünscht damit das Fenster höher wird, als wenn der Anker durchläuft.

Aber meine Frage bezog sich nicht auf die Pfette, die sich jetzt nicht mehr ändern läßt, sondern wie man das jetzt am besten hinbekommt die Dampfbremse zu verkleiden.

Der Architekt kann nur beraten entscheiden muss aber ich.



Ringanker



Eine Mauerlatte liegt auf dem RINGANKER aus Stahlbeton auf. Sie ist nur zum Ausrichten der Sparren da. Der Ringanker nimmt die Belastungen aus dem Dachtragwerk auf und verteilt sie auf die Wandscheiben. Solche riesigen Fußpfetten sind nur in einem Fall erforderlich: Wenn am Giebel eine erhebliche Auskragung des Daches abgefangen wird. Dann wirken Sie als Kragarm. Wahrscheinlich hängt dann auch noch ein Balkon an den Pfetten. Das muß eine riesige Auskragung mit riesigem Balkon sein um solche Dimensionen zu rechtfertigen.
Ein Architekt steht in der Gewährleistung. Er wird sich verdammt noch mal absichern das er weder eine Fehlplanung noch eine Falschberatung macht.
Allerdings setzt das voraus das Sie ihn nicht nur für die Genehmigungsplanung sondern auch für die Baubetreuung und die Werkplanung eingesetzt haben.
Dann haben Sie jemanden der solche Details- auch wenn ich sie immer noch nicht verstehe- klären muß. Dafür bezahlen Sie ihn.
Wenn Sie das nicht machen müssen Sie selber entscheiden, stimmt.
Wenn Sie sich dazu fachlich in der Lage fühlen.
Wenn nicht ist der Bauherr VERPFLICHTET geeignete Fachleute zu bestellen die ihn bei solchen Fachproblemen beraten.
In einem Forum ist das definitiv nicht möglich, hier kann es höchstens Anregungen geben.
Ich versuche jetzt mal zu raten:
Ihr Problem ist also eine innere Bekleidung von Wand, Dampfbremse und Fußpfette herzustellen das auch noch zur Fensterlaibung passt und möglichst dünn sein soll.
Wenn ist das kein Problem, jeder Trockenbauer löst das nebenbei mit ohne einen großen Parteitag.
Deshalb tue ich mich damit so schwer.
Lösung: 12,5 mm Gipskarton als Trockenputz aufkleben, am Durchstoßpunkt zur Dachschräge auf der Leiste schrauben.



Und nochmals Erläuterungen



Nochmal zu Ihren Ausführungen:

Ich dachte Sie verwendeten den Begriff "Maurerlatte" sozusagen als Euphemismus für den Überstand der Fußpfette nach außen.

Aufgrund der Schneelasten hier sind laut Statiker höhere Sicherheitszuschläge erforderlich. So hat es vor ein paar Jahren Dächer und Hallen mit Maurerlatten als Sparren zuhauf eingedrückt. Der Dachüberstand ist ca. 150 cm, da darunter der Eingangsbereich ist und es hängt kein Balkon an der Fußpfette dran. Zur Sicherheit ist die Fußpfette auch sogar außen nochmal schräg gegen die Betondecke abgestützt.

Ich habe NICHT nach einer kostenlosen Unterstützung hier ZU DIESEN FRAGEN gepostet!!! Man kann, auch wenn es gar nicht darum geht, gerne auch darüber diskutieren.

Also zu ihrer Beruhigung:
Der Architekt und Statiker waren beauftragt UND bezahlt für Bauleitung und Werkbetreuung zu diesen Fragen!

Im nachhinein wäre es nach meiner Meinung am Besten gewesen an dieser Stelle dickere Steine zu verwenden um drauf sauber vormauern zu können und eine monolithische Wand zu haben. Das haben die Fachleute und Handwerker aber versaubeutelt. Und ich bin deswegen etwas enttäuscht. Das Ganze rückzubauen geht aber einfach aus Vernunftsgründen nicht mehr.

Von den Fachleuten und Handwerkern habe ich nun als Bauherrin unterschiedliche Alternativen für die Behebung vorgeschlagen bekommen. Und hier habe ich festgestellt, dass erheblich unterschiedliche Beurteilungen vorlagen. Es waren z.B. 3 große Trockenbaufirmen da und jeder hat rumgejammert, dass die Vorschläge der Bauleitung Quark wären.

Aufgrund dessen habe ich mir erlaubt die Schwarmintelligenz dieses Forums anzuzapfen. Dazu ist ein Forum doch da?

Verstehe ich Sie richtig, dass Sie vorschlagen die Rigipsplatten mit Ansetzgips (auf der aus Lufdichtigkeitsgründen vorgeputzen) Wand aufzukleben, im Bereich der Folie frei stehen zu lassen und oben anzuschrauben?

Genau dieses Anschrauben wollten die Trockenbauer partout nicht machen, da es 100%ig abreissen würde. Ankleben auch nicht sondern nur auf Schienen. Was aber problematisch ist, da weiter vorne an der Wand Stromleitungen laufen und wieder verlegt werden müssten. Außerdem sagt der Putzer dass er dann links und rechts einen Kellenschnitt an den Giebelwänden machen muss. Das sieht aber nicht optimal aus.

Also doch Parteitag!!



Trockenbau



Das sind- mit Verlaub- dümmliche Ausreden.
Natürlich reißen Fugen am Übergang Wand- Dach oder Trockenbauwand- Massivwand. Hier geht es um hundertstel, max. zehntel-mm. Geschlossen werden solche Übergangsfugen mit elastischem Kitt wie Acryl oder mit einer Leiste abgedeckt. Das ist alles normales Handwerk, darüber wird nicht lang und breit auf der Baustelle palavert.
Das mit den Stromleitungen ist auch so eine Ausrede. Was versetzt werden muß sind die Dosen auf der Wand und dafür gibt es Verlängerungen. Die Dose samt Kabel noch mal neu zu setzen ist auch keine große Sache. So etwas passiert ab und an mal auf Baustellen.
Deshalb gibt es Bauleiter, Bauberatungen und Werkplanung damit man solche Details VORHER abstimmt.
Im Beamtendeutsch heißt das der Bauleiter (AG) ist u.a. für die Koordinierung der Schnittstellen zwischen den einzelnen Gewerken verantwortlich.