Innenraum gestalten

Bei einem Fachwerkhaus bieten sich im Innenraum eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Entscheidend ist ein Plan, damit sich das Haus zu einem stilvollen Ganzen zusammenfügt. Hier finden sich Anregungen, wie der Innenraum mit der Geschichte des Hauses spielt.

Ein Materialmix schenkt dem Inneren verspielte Lebendigkeit.

Das Sanieren eines Fachwerkhauses sollten Fachleute begleiten. Denn das Sanieren setzt Fachwissen um die Materialien und die Bautechniken aus der Bauzeit voraus. Ohne dieses Wissen können Häuser kaputt saniert werden und Schäden entstehen. So muss beispielsweise die Raumluftfeuchtigkeit reguliert werden, denn sie ist entscheidend für die Gesundheit und den Gebäudeschutz. Alte Häuser wie ein Fachwerkhaus wurden anders gebaut als heutige Häuser. Während hier durch dreifachverglaste Fenster und mehrfach gedämmte Wände wenig natürliche Luftzirkulation möglich ist, ist bei alten Häusern deutlich mehr Bewegung in der Luft. Der Austausch einzelner Elemente wie Fenster oder Türen sowie das Dämmen des Daches verändert das Raumklima. Viele Sanierungsmaßnahmen haben konkrete Auswirkungen auf das über mehrere Jahrhunderte stabile Raumklima. Das Abstimmen der Sanierungsmaßnahmen ist wichtig, damit am Ende das Haus als Ganzes gewinnt.


Holz gepflegt in Szene setzen

Bei einem Fachwerkhaus existieren neben klassischen Elementen wie beispielsweise den Klöntüren als Stilemente vor allem das Holz. Die Holzbalken finden sich verdeckt oder offen im gesamten Haus. Früher wurden Balken häufig abgedeckt beziehungsweise unter einer dicken Putzschicht versteckt. Wer ein Fachwerkhaus saniert, möchte die Balkenkonstruktion gerne zeigen. Freigelegte Balken, stehengelassene Balken aus geöffneten Wänden – das Fachwerk wird vielfältig sichtbar gemacht. Damit das stilvoll aussieht, muss das Holz der Balken entsprechend aufgearbeitet und gepflegt sein. Gerade in Räumen mit einem feuchteren Klima wie der Küche oder dem Badezimmer ist ein hochwertiger Schutz der Holzelemente unbedingt notwendig, um die Bildung von Schimmel zu vermeiden. Bei der Aufarbeitung ist Fachkenntnis und Fingerspitzengefühl gefragt. Die Pflege lebt von qualitativ hochwertigen Produkten wie die von Ökotest mit sehr gut ausgezeichneten Produkte von Remmers [eco], die für den Innenraum geeignet sind. Mit ökologisch unbedenklichen Lasuren und Ölen gewinnen die Holzelemente, ohne das Raumklima zu belasten. Das Holz ist geschützt und sieht gepflegt aus.


Unterschiedliche Materialien nutzen

Zu viel Holz kann düster und drückend wirken. Warum also nicht mit unterschiedlichen Materialien arbeiten? Die Mischung aus Steinelementen und Holz ist für viele Fachwerkhäuser bezeichnend. Steinelemente müssen im Innenraum keineswegs unter Putz verschwinden, sondern können stellenweise oder ganz freigelassen werden. Die Mischung aus Steinen und Holz sorgt für Gemütlichkeit.

Auch beim Boden muss es in einem Fachwerkhaus keineswegs überall ein Holzboden sein. Die Raumnutzung sollte über den Bodenbelag entscheiden. In Räumen wie dem Badezimmer ist ein alter Dielenboden sehr pflegeintensiv. Leichter im Alltag sind dort Bodenbeläge mit einer besseren Eignung für Feuchträume. Böden aus Fliesen, Terrazzoböden oder auch versiegelter Estrich können je nach Raumnutzung optimal passen. In einem Fachwerkhaus machen sich natürliche Materialien in einem Mix am Schönsten.

Stahlelemente lassen sich beispielsweise an zu erneuernden Treppen einsetzen. Denn bei sehr alten Treppen lohnt manches Mal die Aufarbeitung durch zu tiefgehende Schäden kaum mehr. Oder es werden Geschosse neu genutzt und daher eine neue Treppe an anderer Stelle im Haus benötigt. Wer Stilbrüche mag und den Industrial-Stil schätzt, kann diesen bei derart neuen Elementen gekonnt ins Haus einfügen. Ein so klarer Bruch ist oftmals leichter als eine neue Holztreppe, die durch ihre Bauart ebenso von dem alten Stil abweicht.


Wanddurchbrüche einsetzen

Viele Fachwerkhäuser haben niedrige Decken, wenige und kleine Fenster und kleine Räume. Wer das Haus an den heutigen Wohnstandard anpassen möchte, kommt an Wanddurchbrüchen nicht vorbei. Ein mit Fachwerk vertrauter Statiker sollte vor den Maßnahmen die Statik des Hauses überprüfen. Mit Kreativität und dem Einsatz anderer Materialien lässt sich das Raumgefühl im Fachwerkhaus verändern. Wer einen großzügig wirkenden Wohn- und Essbereich im Erdgeschoss wünscht, kann beispielsweise für die Statik auf eine Glaswand mit einzelnen Stahlbalken setzen. Dieser Stilbruch gibt dem Haus eine moderne Note und verbessert die Statik durch den Stahl. Ebenso ist ein Offenlegen der Balkenkonstruktion möglich. Die Balken lassen sich als Regale nutzen. Sie teilen Räume in unterschiedliche Funktionseinheiten, lassen aber gleichzeitig das Licht durch die Zwischenräume.


Badezimmer entwerfen

Wasser ist in einem Fachwerkhaus ein sensibles Thema. Denn zur Zeit des Bauens eines klassischen Fachwerkhauses gab es keine Leitungen und kein fließendes Haus im Haus. Eine gute Planung macht wenig Leitungen notwendig und bedeutet weniger Eingriffe in das Haus. Sinnvoll ist es zum Beispiel, Küche und Badezimmer räumlichen nah zu planen. Ausreichend Lüftungsmöglichkeiten durch Fenster oder ein Lüftungssystem sowie ein entsprechender Bodenbelag helfen dem Raumklima im Badezimmer. Ein hochwertiger Schutz der Holzbalken in dem Bereich schützt vor Aufquellen und tieferen Schäden durch die Luftfeuchtigkeit.


Farben für die Raumwirkung einsetzen

Das vollständige Entkernen kann sinnvoll sein.

Dunkle Farben machen Räume kleiner. In einem Fachwerkhaus sind helle Farben wichtig, damit es optisch großzügiger wirkt. Viele Holzelemente wurden aus dem Grund eine lange Zeit weiß überstrichen. Wer keine vollvertäfelte Wand oder Decke hat, nutzt die Holzoptik. Zwischen dem Holz sorgen helle und natürliche Farben für ein freundliches Ambiente. Zarte Farben und Pastelltöne sorgen für eine verspielte Atmosphäre. Wer es klarer mag, wählt klassisch weiß oder helle Grau- bis Blautöne, um den Raum optisch zu öffnen.


Kreativ und verspielt planen

Die Kunst beim Sanieren und Renovieren eines alten Hauses ist der Spagat zwischen den alten Elementen und neuen Bedürfnissen. Wer kein Museum plant, sollte beim Umbau vor allem die eigene Lebenssituation bedenken. Wer dem Grundriss in einem alten Fachwerkhaus zu nostalgisch anhängt, wird sich am Ende in kleinen Zimmern mit einer eher düsteren Wirkung wiederfinden. Je nach Standort des Hauses gibt es Auflagen beim Sanieren. Gerade bei der straßenseitigen Fassade gelten diese. Oftmals lassen sich auf der Rückseite oder im Dach aber beispielsweise neue oder größere Fenster einsetzen, damit das Innere heller wird. Auch Teile einzelner Geschosse lassen sich galerieartig öffnen und schenken ein neues Raumgefühl. Ideen wie stabile Glaseinsätze im Boden schenken Lichtblicke oder geben im Erdgeschoss den Blick in den Gewölbekeller frei. Mit viel Licht und Ideen bewahrheitet sich am Ende dieser Spruch:

„Das Glück tritt gerne in ein Haus ein, wo gute Laune herrscht.“

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