Innenputz bei einem Fachwerkhaus

15.03.2014



Ich möchte ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1920 kaufen, bei dem einiger sanierungsbedarf besteht. Ich bin gerade dabei die Kosten hierfür zu kalkulieren. Für Heizung, Sanitär, Elektrik und Fenster habe ich bereits Kostenvoranschläge.

Jetzt möchte ich gerne die Kosten bzgl der Räume kalkulieren und haben hierzu einige Frage. Zum Teil ist der Innenputz noch in Ordnung, so daß ich nur mir Alpenkalk Rollputz inkl Abtönfarbe die die Räume überstreichen möchte. Jetzt gibt es aber einige Stellen, wo kein Putz mehr an den Wänden ist, so dass man die Ziegel direkt sieht bzgl an einer Wand wurde eine neue Terrassentür eingebaut, so daß darum herrum der Putz abgeschlagen ist und Schilfmatten zum Vorschein kommen. Meine Frage ist jetzt, kann man diese STellen ebenfalls mit Rollputz (Kalkputz) bearbeiten? Ist der Dick genug um eine einheitliche Fläche zu bilden oder benötigt man da anderen KalkPutz? Ich hatte hier in meiner Wohnung mal mit normalen Rollputz gearbeitet und der Wandunebenheiten so gut wie gar nicht gedeckt sondern war eher nur wie so Farbe von der Dicke her.



Bevor...



an den Innenwänden etwas passiert, sollte über die Dämmung nachgedacht werden. Wenn außen Sichtfachwerk, wäre ja wohl eine Innendämmung zu wählen.

Grüße

Thomas





Von aussen wurde das Fachwerk in den letzten Jahren verklinkert worden (mit einem Luftspalt zwischen dem Klinker und der Aussenwand). Als ich die Tage mit einer Firma für Altbau- und Fachwerksanierung drin war, damit jemand sich die Grundsubstanz des Hauses in Ordnung ist, wurde mir von einer Dämmung generell abgeraten.



Liebe Grit,



möglicherweise hätten Sie von einer anderen Firma den gegenteiligen Rat bekommen. Immerhin ist die jetzige Konstruktion vermutlich noch nicht einmal winddicht.

Ansprechpartner für eine komplexere Haussanierung sollte immer ein Planer mit Sanierungserfahrungen im Altbau sein, nicht einzelne Firmen. Der Planer kostet Sie weniger, als er Ihnen durch eine individuell auf Sie und Ihr Haus zugeschnittene Planung einspart. Zumindest die Basics sollten Sie von neutraler Seite her sortieren lassen.

Grüße

Thomas



Sanierung



Hallo Grit,
mit den Kostenanschlägen ist das so eine Sache. Jeder Handwerker schreibt das auf was in seinem Bereich liegt, ohne zu wissen was noch für andere Gewerke wann im Haus arbeiten. Sanierungssplanung tut hier not, die Arbeiten der einzelnen Gewerke müssen aufeinander abgestimmt werden. Das spart Zeit und Geld, Ihr Geld.
So wird das auch mit dem Innenputz sein, wenn die Gewerke erst mal durchs Haus gezogen sind ist mit etwas Rollputz nicht mehr viel zu retten.



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Hallo

so einfach mal nen Handwerker fragen, was denn das kostet in einem zu sanierenden FWH halte ich für "blauäugig" … 

Ein "Kalkrollputz" ist was für "Heimwerker" die mal schnell was basteln wollen … denn einen richtigen Kalkputz wird man ohne Chemiezugaben nicht rollen können … das ist eher was für "Aufhübscher"

Bei so alten Hütten wäre es sinnvoll mit einem wirklichen Fachmann mal durch zu gehen … der kann Ihnen dann eher sagen, was Sache ist … so einfach mit Forumsfragen und Baumarkt und Handwerkerangebotsbetreuung wird das ganze denke ich eher zu "blauen Augen" führen … als zu einem "trauten Heim" … 

Lassen Sie sich anständig beraten und setzen Sie anständige Materialien ein … oder lassen Sie es … 

… und ob durch die "Klinkervormauer" etwas verbessert wurde ist auch fraglich … ich denke eher, dass damit etwas verdeckt wurde … 

Florian Kurz



Planer



Ich kann mich nur anschließen, bei einem Haus mit "einigem Sanierungsbedarf" sollte da ein Planer ran. Wir reden hier ja schon von recht erheblichen Summen. Man kann sich für einzelne Sachen einen Handwerker holen. Ich war auch vor dem Kauf mit dem Zimmermann im Haus und hab mir eine Abschätzung den Zustands der Balken und einen groben Kostenvoranschlag für die Kellerdecke geholt. Aber wenn du das für die ganze Sanierung machst dürftest du ähnlich genaue Ergebnisse bekommen als wenn du dir das ganze selber mit Hilfe der diversen Internetseiten ausrechnest, auf denen Durchschnittpreise für Handwerkerleistungen zu finden sind.

Ich bin auch überzeugt, dass man als Laie schlicht und ergreifend nicht in der Lage ist, für komplexe Bauvorhaben vernünftige Kostenvoranschläge einzuholen bzw. zu vergleichen. In den Ausschreibungen meiner Architektin waren immer so einige Positionen an die ich im Leben nicht gedacht hätte. Und das kann dann so einiges am Preis ausmachen bzw. dazu führen, dass da Murks rauskommt, weil gewisse Dinge voneinander abhängen.





Naja genau aus dem Grund war ich ja auch mit einer Firma im Haus, die sich auf Sanierung von Altbau und Fachwerk spezialisiert hat. Ich war davon ausgegangen, daß die genau die richtigen Fachleute sind, die mir einen entsprechenden Kostenvoranschlag machen würden. Die Innenräume fertig stellen wollten wir dann halt selber machen. Mit den richtigen Baumaterialien sollte das doch machbar sein. In unserer jetzigen Wohnung war das zumindest kein Problem.



Unabhängig



Hallo Grit,

das Problem dabei, wenn man dem ausführenden Betrieb auch die Planung überlässt, ist, dass man keine unabhängige Beratung bekommt. Die Betriebe wollen logischerweise was verdienen und werden dir also das anbieten, was sie selbst machen. Möglicherweise wäre aber eine andere Lösung besser. Und in der Bauphase wäre eine unabhängige Bauaufsicht auch hilfreich.

Zusätzlich gibt es teils erhebliche Unterschiede darin, was verschiedene Firmen für die gleiche Leistung verlangen. Allein dadurch gibt es ein großes Einsparpotential.

Den Innenausbau selber machen geht natürlich durchaus, wenn man das nötige handwerkliche Geschick und vor allem die nötige Zeit hat. Allerdings sind bei einem Fachwerkhaus viele Dinge absolut nicht anzuraten, die bei einem "normalen" Haus üblich sind. Man muss sich also erst einmal gründlich einlesen und beraten lassen, sonst schadet man dem Haus. Für die Grundlagen kann ich dir folgendes Buch sehr empfehlen:
Fachwerkhäuser Restaurieren - sanieren - modernisieren
http://www.fachwerkhaussanierung.de/

LG,
Tina