Innenfarbe auf Kalkbasis selber herstellen




Für mein Haus im Ausland habe ich in Innenräumen sehr grosse Flächen weiss zu streichen,(Decken, Wände, usw) es gibt hier fertige Farben von Alpina etc. aber leider alle auf Kunststoffbasis, ich würde ungern diese Materialien verwenden, eine reine Silikatfarbe hat nur Caparol und die würde genausoviel kosten wie das Haus selbst. Ich könnte Kalk einsumpfen, den kann man günstig bekommen. Leider bin ich mir nicht sicher, ob man damit wischfeste Farbe hinbekommen könnte. Ich dahcte mir, Wasserglas unterzumischen, aber es gibt hier nur Natriumwasserglas, es soll aber nicht so gut sein wie Kaliwasserglas.

Gibt es eine brauchbare Rezeptur, um eine gute Wandfarbe herzustellen?Vielleicht der Kalkmilch Weisszement untermischen?Danke



Kalkfarbe



1. Frescal Streichen
Auf den frischen, noch nicht erhärteten und noch nicht getrockneten Putz mit Weißkalkschlämpe streichen.
2. Kalk- Kaseinfarbe selber mischen
Dazu Weißkalkhydrat oder besser gesumpften Kalk verwenden. Eimerweise ansetzen, dazu Magerquark (etwa 1 kg) in einen Eimer mit etwas Wasser und Kalkteig geben, aufrühren. Mit weiterem Kalkteig und Wasser auf die gewünschte Konsistenz bringen. Damit streichen. Es sind mehrere Anstriche notwendig, Konsistenz und Zusammensetzung muß man durch Probieren verfeinern.

Wenn der Weißgrad erhöht werden soll: eine kleine! Menge blaues Pigment untermischen.



Kalk-, Mineral-, Silikatfarben



Rein-Silikatfarben gibts von Kreidezeit und Auro.
Zu Kalkfarbe gibts jede Menge Rezepte im Internet- als Weißpigment hat Titanweiß/ Titandioxid den höchsten Weißgrad.
Kalkfarbe kann mit der Gartenspritze mehrmals dünn auf die Wände gespritzt werden- Augen vor Spritzern schützen (Voll-Schutzbrille- Taucherbrille)!!!

An Decken kann ohnehin jede einfache Kalkfarbe verwendet werden, an belasteten Wänden ggf Silikatfarben.

Bei Dispersionssilikatfarben (auch als Mineralfarbe bezeichnet) sind max 5 % Arylate enthalten- immer noch viel besser als übliche Dispersionsfarben.

Bei Kalkfarben Untergrund mehrmals gut anfeuchten, damit er auch in der Tiefe feucht ist -Oberfläche darf aber nicht glänzend naß sein.
Nach dem Stzreichen länger feucht halten, Zugluft und schnelle Austrocknung vermeiden.

Wassergläser jeder Qualitätstufe und Art findet man im Internet

Andreas Teich



Kalkfarbe



Gibt es ein Rezept,womit man wischfeste Kalkfarbe herstellen kann?

Ist Quark-Kalk -Mischung nicht anfällig für schimmel?



Kalkfarbe



Frescale Kalkfarbe und Kalkkaseinfarbe ist wischfest, vorausgesetzt man mischt und verarbeitet sie richtig.
Jede Wandoberfläche kann schimmeln. Hausstaub, Milbenkacke, Pollen... Nahrung für Schimmel gibt es genug.
Der Quark reagiert mit dem Kalkhydrat zu einem Bindemittel der Füller und Pigment zusammenhält. Der Kalküberschuss in der Farbe ist das Pigment und der Füller. Nicht carbonatisierter Füller ist stark basisch und damit antifungizid.



Oberputz



Kalkzementputz lässt sich besser Verarbeiten als reiner Zementputz. Die Putzerregeln habe ich nicht umsonst genannt!



Kalkfarbe



Wäre es möglich, Kalkmilch mit Wasserglas zu mischen, damit die Farbe abriebfest ist? Hat das noch niemand gemacht?





Das ist kein so gutes Rezept. Wasserglas insbesondere Natriumwasserglas neigen in Verbindung mit anderen starken Alkalien zu Ausblühungen.

Bei einem "reinen" Silikatanstrich (neben dem quarzhaltigen Untergrund) ist auch immer ein Anteil von mindestens 20 Prozent Quarzmehl im Pigment vorzusehen um nach dem Verdunsten des Wassers im Anstrichfilm eine ausreichende chemische Verfestigung (Verkieselung) mit dem Untergrund zu erreichen.

Um Haftung und Bindung von Kalkanstrichen zu "verbessern" ist seit 4.000 Jahren (Milch-) Eiweiß ein erprobtes Additiv.

Die Zugabe kann bevorzugt in Form von Magerquark, fettarmer Milch oder technisch gewonnen (Pulver-) Kasein erfolgen.

Durch den Aufschluss mit Alkalien wird das Eiweiß wasserlöslich und trocknet wasserfest auf, mit Quark an der Wand hat das nichts zu tun.

Technologisch haben wir bei Farben immer Bindemittel, Lösemittel und Pigment. Bei Kalkfarben ist der gelöschte Kalk Pigment und Bindemittel in einem.

Der Kaseinleim (das aufgeschlossene und verdünnte Milcheiweiß) kann auch als eigenständiges Bindemittel verwendet werden.

Bei wasserhaltigen Anstrichstoffen können wir dann ungebrannten Kalk als Marmormehl und/oder Kreide als Weißpigment verwenden

Für farbige Anstriche jedes andere (kakl-) verträgliche Buntpigment.

Ein Rezept für eine Kalk-Kaseinfarbe hatte ich hier schonmal angegeben.

Also ich empfehle eine Grundierung mit verdünnten Bindemittel zur Herabsetzung der Saugfähigkeit des Untergrundes.

Der Kaseinleim wird aus frischen Magerquark (0,xx Prozent Fett!) und einem Fünftel Sumpfkalk hergestellt und auf einen Kaseingehalt von vier Prozent verdünnt. So würden 380 Gramm Magerquark (enthält ca.40g Eiweiss) und ca. 130 Gramm Sumpfkalk, gut verrührt und mit ca. 800 Gramm Wasser vermengt diesen vierprozentigen Leim ergeben. Dieser Ansatz von einem Liter kann nun etwa (in Wasser, angeteigtes) 1 kg Pigment binden. Für einen weißen Anstrich würde man eine Mischung von je einem Teil Marmormehl und (Schlämm-) Kreide nehmen. Damit kann man etwa 10 Quadratmeter streichen. Selbstverständlich kann auch buntes Pigment verwendet werden. Ggf. ist dann etwas mehr oder weniger Bindemittel notwendig. Das sollte man dann erproben. Die Farbe sollte jeden Tag frisch zubereitet werden. Die Verarbeitung erfordert etwas Erfahrung. In erster Linie sollte der Anstrichaufbau nicht zu dick werden da sonst der Anstrich abblättern kann.

Ein ganz exaktes Rezept kann man nicht liefern, da je nach Örtlichkeit und Zutaten Toleranzen zu berücksichtigen sind. Man sollte die Mischung erproben. Trocknet der Anstrich glänzend oder gar mit Rissen auf so muss mehr Pigment bzw. weniger Bindemittel zugesetzt werden, kreidet er mehr Bindemittel bzw. weniger Pigment.

Wobei man die Wischfestigkeit jetzt nicht mit bindemittelreichen "Latex-" Farben vergleichen darf.



Kalkfarbe



Mario, vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

Wissen Sie, ob man selbst einen brauchbaren Rollputz herstellen kann? Würden Kalk, Zement, Sand ausreichen?





Wofür den eine Rollputz? Für den Innenbereich gibt es ja solche "Putzmassen" aus "Quellzement" mit Marmorsanden und Kunstharzen.

Ansonsten werden als "Streichputze" oft dünne "Putzmischungen" die mehr füllstoffreichen Farben mit grober Körnung entsprechen angeboten.

Das kann man mit allen Bindemitteln herstellen. Schlämmputz ist da das Stichwort. Ob sich die Applikation mit der Rolle bewährt weiss ich nicht.



Rollputz



Ich möchte im Innenbereich strukturierte Wände machen lassen, so habe ich an Rollputz gedacht, leicht auftragen und dann nach belieben strukturieren. Wenn die Masse noch weiss ist, dann entfällt sogar Streichen. Oder sollte man Kalk Zementputz anmischen, (Weisszement) in dünne Schicht auftragen und danach strukturieren?

Enthalten fertige Kalk Zement Putze noch andere Zusatzstoffe, damit keine Risse entstehen, oder kann man einen genau so guten Mörtel selber anmischen?





Die Ausgangslage war doch ein Innenputz mit Kalk- /Zement- oder Gipsmörtel als Baustellenmischung da die Versorgungslage eingeschränkt war.

Ist den jetzt schon ein (Grund-) Putz aufgebracht?

"Rollen" kann man wahrscheinlich jede Putzmischung mehr oder weniger gut.

Da ist wohl die Konsistent entscheidend, da beim Rollen das Korn an den Rand wandert. Solche "Handwerkskunst" ist mir etwas fremd und wäre auch nicht mein erster Ansatz.

Auf einen lot und fluchtgerechten Grundputz einen Feinputz aufzuziehen ist auch für einen Einsteiger machbar.

Man kann sich da aus dem Kalkteig oder Kalkhydrat aus Kalksteinmehl und feinem Kalkbrechsanden und oder Quarzsanden einen Feinputz bereiten. Dieser wird je nach "Sieblinie" bindemittelreicher angemischt.

Der Zusatz von etwas Zellulose (Glutolin L) "verbessert" die Verarbeitung.

Die Farbe ergibt sich aus der Kalk- und Sandfarbe. Edelputzflächen mit gleichen Oberflächen und Farbeindruck herzustellen erfordert höheres Geschick.

Letztlich sind solche Putze auch fast beliebig struckturierbar als

Kellenwurf (fladenartig, abgerappt oder verwaschen), als Patschputz gezupft, Kellenstrich, struckturiert und glattgestrichen (Klosterputz) auch
gezogener Putz oder gerieben mit Kunststoff-, Holz- oder Schwammbrett oder ...

Ich würde nur achtgeben wollen das die Wohnstube dann nicht zu barock wirkt.





Auch das hier ist ganz schön in der Anmut und ohne diffizile Fertigkeiten machbar.

(Sumpf-) Kalkputz Sand 0 bis 4 mm Körnung, anwerfen, mit Holzbrett abziehen.
Nach dem Ansteifen mit Kalkmilch tünchen und etwas glätten.


https://vonschwanau.ch/immobilien/spektakulaere-loft-und-ganz-viel-geschichte/



Kalkputz



Im Erdgeschoss wurde Zementputz aufgetragen, wegen Robustheit, da er später gewerblich genutzt werden könnte.

Aussen bekommt das Haus auch Zementputz, ja keine gute Lösung aber so ist es hier üblich und ich habe mitgemacht.

Im Obergeschoss im innern würde ich gerne Kalkzementputz verwenden, etwas robust aber trotzdem besser als reiner Zementputz. Wenn man die Oberfläche auch strukturieren könnte, da braucht man auch keine Tapete etc. Wenn der Putz schön weiss ist, dann könnte man nicht mehr streichen, ichverwende ungerne diese Kunstharzfarben. Der Wandaufbau sollte allerdings nach aussen diffusionsoffener sein, deshalb weiss ich nicht ob mein Vorhaben funktioniert.



Kalkfarbe


Kalkfarbe

Einen guten Morgen,

als Kalkfarbe hat man die Frisch-Kalk-Kasein Technik benutzt. Gelagerter Sumpfkalk mind. 3 Monate besser wäre der Sumpfkalk der bis 3 Jahre gelagert ist.
Des weiteren Magerquark von Supermarkt.Der Anstrich erfolgt in drei Anstrichtechniken,nass in nass Grundierung-Voranstrich -Schlussanstrich.

Pigmentierung mit Kalkechten Farbpigmenten. Siehe auch Foto Anstrich ist bei Sumpfkalktechnik schattierend.

Die Farbe ist ohne Probleme innen wie außen zu verwenden.
Die Anstrichtechnik habe ich bei meinen Denkmalbauten als Vorgabe verwendet.

z.B Fachwerkhaus aus dem Jahre 1291 Frankfurt /Sachsenhausen.Restauriert 1989 Anstrichtechnik innen und außen Frisch-Kalk-Kasein.
Die Farbe kann auch wischfest hergestellt werden.
Bild Anstrichtechnik 2 jahre gelagerter Sumpfkalk Nass in Nass verarbeitet.
Rezeptur kann ich euch zukommem lassen,meldet euch bei mir.

Beste Grüße
Waldemar Eider





Da muss eine Putzmasse her, im Innenbereich wäre Zement entbehrlich. Ein "klassischer" Kalkputz tut es in vielen Fällen und sicher auch hier.

Wenn man helle Feinsande und Steinmehle bekommen kann, könnte man als Decklage auch einen feiner Schweißputz (2-3 mm dick) hergestellt werden.

Als "Edelputz" oder nass in feucht mit Kalkschlämme getüncht oder mit Kalkkaseinfarben.

Das könnte alles bauseitig gemischt werden.

Auf einen Grundputz kann durchaus in Eigenleistung eine Deckbeschichtung aufgebracht werden.





Das bebilderte Ausführungsbeispiel ist sehr schön. Die Rezeptur dieser "Dispersionsfarbe" ist ewig erprobt und ausgereift. Restauratoren können es bestätigen, es gibt Malschichten mit tausend Jahren Geschichte, die noch ganz passabel dastehen.

Leider winken viele Bauherren ab, wenn sie hören das da Quark reinkommt. Da fehlt dann einfach der Hintergrund zu tradierten Handwerkstechniken.



Oberputz



Ich bin sehr froh über eure Ratschläge. Ich würde sagen, ein dünner Oberputz aus Kalk auf den Grundputz auftragen und dann strukturieren klingt sehr ansprechend. Hoffentlich bekommt dieser dünne Putz (1:3) keine Risse.
Für den Zementputz im EG wäre das auch eine gute Lösung, die Wände würden weiß und das Wohnklima verbessert.



Innenputz- Innenfarbe



Letztendlich ist es völlig egal was von den Vorschlägen zu Anwendung kommt- wer nichts von der Materie versteht und keine handwerklichen Kenntnisse hat wird scheitern. Ein dünner Kalkputzüberzug aus Luftkalk wird nicht reißen, kann aber aufbrennen wenn man keine Ahnung hat.



Innenputz



Etwas Zement würde doch die Risiken deutlich minimieren(aufbrennen, Risse etc.)..



Oberputz



Das war eigentlich eine Vermutung.





Der Herr Böttcher hat schon Recht, die Verarbeitung ist das entscheidende Kapitel. Die Materialeignung allein garantiert noch kein vertretbares Ergebnis.

Der Zement bringt insbesondere im deckputz wenig und vielleicht auch neue Risiken und Risse.

Das die Unsicherheiten in Materialeignung und Verarbeitung oft (unüberwindbare) Hindernisse stellen, ist hier im Forum wenigstens einmal die Woche Praxis. Gerade die Kalktechnik birgt lauter Missverständnisse.

Wenn man ohne Werksmischung und Fachbegleitung ans Projekt geht wird man alle Fehler selber machen müssen, dass ist der Weg.

Leichter fällt es wenn man Material und Verarbeitung an der "Garagenwand" erprobt und verfeinert.

Um ein Aufbrennen zu verhindern stehen ein ganzer "Blumenstrauß" an Maßnahmen zu Verfügung, die muss der kundige Baukünstler dann irgendwie passend planen.

Um eine schnelle Wasserabgabe und damit unterbrochene Erhärtung der Putzlage zu vermeiden, kann ich

eine kunstharzhaltige Aufbrennsperre streichen, sorgfältig Vornässen, mit Bindemittel grundieren, Vorleimen, -seifen , dem Mörtel wasserrückhaltende Zusätze beigeben, kundig nachfeuchten, passendes Wetter nutzen, oder Schutz vor Zugluft und Sonne anbringen etc.

Man kann ja mal die Kalkregeln studieren. Auch hatte Herr Böttcher ja schon entscheidende Regeln zum Putzlagenaufbau benannt.