80cm Bruchstein-Aussenmauer + Innendämmung

21.08.2005



Hallo zusammen,

neu hier und gleich eine komplizierte Frage in die Runde:

Aussenmauerwerk 80 cm stark aus (Kalkstein?) Bruchsteinen. Innenwärmedämmung soll angebracht werden, hatte mich von Weichfaserplatte überzeugen lassen, darüber dünner Lehm- oder Kalk-Putz. Folgende Fragen sind aber noch offen:

Teilweise ist der Innenputz schon beim Angucken abgefallen, es muss also vor Anbringung der Weichfaserplatte ausgeglichen werden. Dazu:

1) Was ist die bessere Wahl für den Ausgleich im Hinblick auf die Weichfaserplatte: Kalk- oder Lehmputz?

2) Warum?

Muss die Weichfaserplatte NASS aufgebracht werden? Wenn ja, WIE?

Da ja anscheinend Tellerdübel gegen den Angstschweiss erforderlich sind, in welchem Abstand sollten die gesetzt werden?

Das wär's erst mal, danke schon mal für alles, was ihr bereits geschrieben habt (woran ich mich einfach so bedient habe...) und für eure Antworten,

Der Württemberger :-)



innendämmung



hallo,
ich würde die 80 cm starke Aussenwand nicht von Innen dämmen. Sie verlieren dadurch die Wärmespeicherfähigkeit der Wand. Dies ist zwar nicht EnEv oder DIN Gerecht, aber Sie erhalten dadurch eine bessere Wärmestrahlung. Was Sie machen können ist einen dicken Lemputz innen anbringen, die Klimaregulierung wird dadurch besser.
m.f.g.
J.E.Hamesse



80cm Bruchstein-Aussenmauer + Innendämmung



Gibt es denn wirklich keine weiteren Kommentare???

Freiwillige, die ich anrufen könnte???

Grüße,



80 cm Wand dämmen



Irgendwie kriegt man den Trägheitsvector im denken einfach nicht raus. Außen soll das haus schön schnuckelig wie im Disneyland sein, innen alles schön glatt und gerade und gedämmt wie in der Sozialwohnung.Wenn ich ein altes Haus kaufe, muß ich entweder dazu stehen oder mir ein Neues bauen. Also: Die Innenwand neu verputzen, am besten mit Kalk- oder Lehmputz. Nicht versuchen, gerade flächen hinzukriegen, der Putz folgt der Wand und nicht umgekehrt.Bei dieser dicke brauchen sie keine Angst zu haben, was Wärmedämmung betrifft. Halten Sie die Wand schön trocken (Außenputz, Spritzwasserschutz am Sockel)heizen Sie über den Fußboden und genießen Sie die Wärmespeicherfähigkeit der Außenwand, die Ihnen im Sommer solare Energie speichert, die Sie im Winter nicht zuheizen müssen.



Wieso denn Lehmputz?



Lehm ist ein Dichtungsmittel (gut für Teiche, Deponien, Fundamentisolierung), nimmt kaum Feuchte auf, speichert aber aufgenommene Feuchte (Anmachwasser, Kondensat) verdammt lange und hat sehr hohe praktische Ausgleichsfeuchte. Recht oft bildet sich deswegen Schimmel auf Lehmwänden, soweit die Raumluftfeuchte überhöht ist bzw. die Abtrocknung nicht durch Raumlüftung und Heizung ausreichend unterstützt und beschleunigt wird. Im Vergeich zu den viel besseren Trocknungs- und Absorptionseigenschaften von Luftkalkmörtel also bestimmt erst 2. Wahl.



Dämmen Außenwand



Lieber Herr Fischer, auch wenn die Antwort sehr spät kommt:
Sie meinen mit der Abdichtung von Teichen usw. sicherlich Ton und nicht Lehm. Was die Eigenschaften von reinem, ausgeprägt plastischem Ton betrifft, stimme ich Ihnen zu.Lehm ist ein Gemisch aus Ton, Schluff und Sand, mit dem Sie keinen Teich dichten können und der bei Innenputzen oft noch zusätzlich mit Spreu, Häcksel usw.abgemagert wird.
Wenn an die Putzoberfläche durch Kondensation ständig mehr Wasser gelangt als wieder verdunsten kann (negative jährliche Feuchtebilanz), dann wird natürlich der Lehmputz irgendeinmal zu feucht (genauso wie ein Kalkputz)werden. Ab etwa 11-15% Feuchtegehalt verliert er seine Festigkeit(was bei Kalkputz nicht passiert). Durch hohe Luftfeuchtigkeit allein kann Lehm nicht aufweichen; selbst bei ständig hohen rel. Luftfeuchten der Raumluft ( bis 90%) steigt der Feuchtgehalt von Lehm nicht über 5 - 7%.
Schimmel auf der Oberfläche kann, wie Sie wissen, auch bei Kalkputz auftreten, wenn der Putz vollständig karbonartisiert ist, die Kondesation ständig Wasser mehr Wasser zuführt wie verdunstet und die Wandoberfläche mit Substrat wie Leim, Tapete und Staub bedeckt ist, werden genau so wie auf dem Lehmputz Schimmelrasen wachsen. Das Problem liegt also in der Hüllflächentemperierung und der absoluten Luftfeuchte.In so einer nassen Bude ist der weiche Lehmputz glaube ich das kleinste Problem.
In einem gebe ich Ihnen allerdings mit ganzem Herzen recht, man sollte nicht einzelne Baustoffe oder Verfahren als alleinseligmachende Wahrheiten propagieren, mit denen jedes Problem gelöst werden kann.