Innendämmung Wand bis auf Rohboden oder Estrich

30.11.2018 Manu



Hallo zusammen,

unser Haus aus Bruchsandstein soll eine Innendämmung (6cm Holzweichfaser) mit Wandheizung und einen neuen Estrich bekommen. Die Decke ist aus Beton und unterkellert, Keller unbeheizt.
Momentan ist alles entkernt. Nun stellt sich die Frage wie der Anschluß zwischen Innendämmung und Estrich optimal gelöst wird:

- Wird die Innendämmung bis auf den Rohboden geführt und der Estrich danach eingebracht? Verputz danach oberhalb des Estriches. Wie im Angehängten Bild dargestellt (Bild zeigt Innendämmung mit Multipor statt HWF). Oder erst Estrich und danach die Innendämmung bis Oberkante Estrich?

- Kann man bei Variante 1 (speziell bei Gussasphalt-Estrich) auf den Randdämmstreifen verzichten, oder entkoppeln die HWF-Platten nicht ausreichend?

Grüße
Manuel



Innendämmung



So wie es auf der Skizze dargestellt ist, wäre es richtig. Wichtig ist dabei auch, dass die Dämmung unter dem Estrich direkt an die Innendämmung anschließt und dass die Innendämmung hohlraumfrei verlegt wird. Auf jeden Fall solltest Du bei der Verwendung von HWF-Platten ab einer Stärke von 8 cm einen Feuchtenachweis berechnen lassen. Den Randdämmstreifen sollte man nicht einfach weglassen, da dieser die Beweglichkeit der Flächen untereinander gewährleistet und eine spürbare Kostenminderung auch nicht eintritt.
Bei Bruchsandstein würde ich dazu raten, die Materialauswahl noch einmal zu überdenken. HWF könnte u.U. hier etwas überfordert sein. Am besten wäre es, noch einmal die Argumente der verschiedenen Hersteller (Multipor, HWF ) gegenüberzustellen und dann zu entscheiden. Ich wäre in diesem Fall mehr bei der mineralischen Variante...



Taupunktproblematik?



Danke für die Antwort. Dann lag ich ja mit dem Aufbau nicht falsch.
Am Randdämmstreifen wird nicht gespart, war eher eine theoretische Frage.

Den Nachweis hat der Energieberater bereits berechnet, mit der Holzweichfaser sollte es da bei 6cm keine Probleme geben.
In wiefern könnte die Holzweichfaser gerade bei den 55 cm Sandsteinwänden überfordert sein? Taupunktproblematik mit nicht ausreichendem kapilaren Abtransport der Feuchtigkeit?

Generell bevorzuge ich auch wenn möglich mineralische Baustoffe. HWF hat aber Preislich und in der Verarbeitung Vorteile.

Gruß
Manu



Grundputz mit Wandheizung dann auch oberhalb Estrich?



Bei diesen Varianten frage ich mich immer, ob die 3cm Putz (wegen Wandheizung) dann auch oberhalb des Estrich beginnen muss?
Man überspringt damit ja den Randdämmstreifen und landet doch auch dem Estrich.
Dazwischen dann noch einen Hanfstreifen, oder den Putz bis zur Dämmung unter Estrich ziehen und den Estrich mit Randdämmstreifen an den Putz?

Das ist ja auch essentiell für den Bauablauf.

Ähnliches Problem hier:
Innendämmung liegt bis auf Rohboden aber Bodenaufbau mit gebundener Schüttung, Holzfaser und Lagerhölzern mit Dielung geplant.
Die 3cm Putz mit Wandheizung wann und bis wo einbauen?

Bis Rohboden = Wärmebrücke aber einfach herzustellen

Bis Holzfaserbodendämmung (Estrichersatz) = schwierig die genaue Kante im Vorfeld zu bestimmen; vielleicht Latte als Begrenzung des Putzes übergangsweise anbringen und später die Dämmung unter die Putzkante bauen?
So wird die Wärmebrücke vermieden.

Die Innendämmungdetails der Hersteller zeigen ja meist nur dünnen Putzaufbau, der vom Randdämmstreifen überbrückt wird.(wie oben im Bild)

gruß
Micha



Putzproblematik



Danke an Micha für den Beitrag, genau meine Problematik. Habe in zwei Zimmern den gleichen Aufbau, auch mit gebundener Schüttung.

Es sind genau diese Details, die leider meistens Bauablauf bestimmend sind.

Es gibt sicher noch mehr, die sich diesen Details gestellt haben.

Gruß
Manu



Alternativen



Der Putz sollte möglichst oberhalb des Estrichs enden, den Randdämmstreifen vorher abschneiden und flach auf den Estrich legen, so trennt Erden Putz von Estrich.



logisch und gut nachzuvollziehen bei Nassestrich



(entschuldigt, daß ich die Frage hier mit reinmogle, doch es greift so schön ineinander und hilft vielleicht auch späteren Suchenden )

Im speziellen Fall :

Dielen
Holzfaser mit Lagerhölzern
Druckfeste Holzfaser
Schüttung
Rohboden

um Schäden zu vermeiden möchte ich keinenfalls den Bodenaufbau fertigstellen, bevor nicht die groben Arbeiten abgeschlossen sind.
Allein der Ober-/Feinputz soll im nachhinein erledigt werden.

Bei Nassestrich hat man ja einen belastbaren Boden und eine fertig definierte Höhe. Der Belag kommt dann später.

Bei Holzfaseraufbau (als Trockenestrich) würde alles kaputt getrampelt oder muss besonders geschützt werden (großer Aufwand) oder es muss die Dielung als fertiger Oberboden direkt mitverlegt werden.

Wie wird so ein Aufbau in der Praxis bei Vollsanierung idealer Weise in den Bauablauf integriert?
Einen provisorischen Anschlag zum putzen erstellen (Latte z.B.) oder eine Art Stufe aus Dämmung in vorgesehener Putzstärke vorab montieren?

Ich hätte gern den Verputz der WH oberhalb der Dämmebene, da wo die Dielung beginnt, also auf der Dämmung, sodaß die Dielung mit Randstreifen gegen den Putz läuft.
Wenn das völlig Weltfremd ist, lass ich mich gern belehren; ist halt in meiner dilettantischen Vorstellung der Idealzustand.
Hat man beispielsweise einen Wasserschaden und möchte die Dielung aufnehmen, muss nicht der Putz zerstört werden, weil er nicht auf den Dielen aufliegt.

lg
Micha