Innendämmung und Heizung

20.01.2019 Kielehäusle



Liebe Community, nachdem das neue Dach nun auf dem alten Haus ist, steht etwas Dämmung an und die Frage, wie der Aufbau der Wände aussehen soll. Im EG gibt es eine Ziegel gemauerte Außenwand. Im OG mit siegeln ausgemauertes Fachwerk. Fachleute meinten, auf die Ziegel mit Lehmputz, dann einer Holzfaserdämmplatte und darauf wieder Lehmputz. Laut Denkmalamt dürfen wir nur einen Kalkputz für außen verwenden.
Hier meine erste Frage:
A. Innendämmung
1. Ist dies die korrekte Vorgehensweise, etwas Dämmung von Innen zu erreichen?
2. Welche Möglichkeit habe ich, für Innen etwas mehr Stabilität zu erreichen um bspw. auch einen Fernseher an die Wand schrauben zu können? Eigips möglich? (Ja/Nein)

B. Stahlträger in der Mitte des neuen Dachstuhls. Da neu eine Rahmenkonstruktion gewählt wird, platzierte die Zimmerei in der Mitte der Fläche einen Giebelförmigen Stahlträger. Diesen möchte ich natürlich auch irgendwie abdichten. Da Stahl für Kondenswasser ja vorprogrammiert ist freue ich mich auch hier über Tipps

C. Hat jemand von euch Erfahrung mit Infrarotheiizkörper der "neueren" Generationen in einem alten Haus?

D. Isolierung Kellerdecke. Ich plane wenigstens die Kellerdecke von unten zum EG zu dämmen. Welche Stärke der Dämmung ist hier ohne Bedenken durchzuführen?

Besten Dank

Grüße
Kai



Innendämmung



Ich habe meine Innendämmung wie in der Literatur zu Fachwerk wie dort vorgeschlagen mit 4 cm Holzweichfaser gedämmt. Also Tapeten etc. runter, Lehmputz zum ausbessern und egalisieren, trocknen lassen, Holzweichfaser 4 cm mit Lehm geklebt und gedübelt nach Vorgaben, Lehmunterputz mit eingelegtem Glasfasergewebe und darauf Lehmoberputz und Lehmfarbe.. Das ganze war hervorragend zu verarbeiten. Für gemäßigte Lasten habe ich die Dübel verwendet, die ich auch für das verdübeln der Platten verwendet habe. Die verankern die Lasten tief genug und geben so genügend Halt in der Isolierebene. Laut Bauphysiker ist das System sicher und es sind auch keine Probleme an Wärmebrücken wie Innenwänden und Geschossdecken zu erwarten. U-Wert liegt bei ca. 0,8, was nicht den Werten für die EnEv entspricht. aber für die Förderung von KfW Denkmal ausreicht. Dieser Wert von 0,8 bzw. 0,84 wird in der Literatur immer wieder genannt, wobei ich die entsprechenden Studien zu genau diesem Wert nicht finden konnte.

Das System ist erprobt und wurde auch in einigen Studien so geprüft. Leider konnte ich immer noch keine Ergebnisse zu der Versuchsanordnung des Fraunhofer Instituts im Kloster Benediktbeuren finden, die einen großen Versuch mit unterschiedlichen Dämmungen durchführen und wissenschaftlich begleiten.

Die Dämmung der Kellerdecke habe ich mit Multipor 10 cm durchgeführt. Der Bauphysiker hat es als unproblematisch gesehen und so bleibt das System diffussionsoffen und kapillaraktiv. Ich werde es wahrscheinlich bald wissen falls es nicht funktionieren sollte. Die Decke hat Kalkputz auf Sparschalung. Falls da Feuchtigkeit entstehen sollte, werden als erstes die Nägel der Sparschalung nachgeben. Das ist zwar keine Feuchtemessung, aber ein ziemlich sicherer Indikator für Feuchtigkeit. Stärke habe ich wegen dem U-Wert von ca. 0,27 gewählt.



Wandbefestigung



Hallo Historia,

mich würde konkret nocheinmal dein Hinweis zur Lastenbefestigung interessieren:
Die Befestigungsdübel für die Faserplatten reichen ja eh bis ins Mauerwerk/in die Balken, richtig? Was für Lasten besprechen wir denn hier? (Standard-fälle: von Regalbrett über Fernseher wie von Kai angesprochen, bis zu gefüllten Hängeschränken Küche)

Setzt du die Dübel (mit/ohne diese Teller) VOR oder NACH dem Verputzen der Platten? (Ich weis, doofe Frage =)



Wandbestigung



Ich habe es bisher mit Vorhangstangen getestet die bei 2 cm Auflage doch einen Hebel darstellen. Der Dübel wird im Mauerwerk gehalten. Für ein Brett an einer anderen Stelle habe ich entsprechend einen Rahmen mit dem Fachwerk verdübelt. Die Auflagenteller sind dabei nicht notwendig, Konkret war es ein erweitertes Fensterbrett mit 25 cm, auf dem auch Bücher stehen können oder das vielleicht auch Kinder mal als Sitzbrett verwenden.

Ich würde je nach Auflage und Hebel vorgehen. Eine breite Auflage wie eine Wandbefestigung für eine Fernseher halte ich für problemlos. Hoch belastete Konsolen oder Bücherregale werden besser mit eingelegten Rahmen befestigt. Gerade bei Gefachen mit Weidengeflecht ist die Tragfähigkeit ja sehr eingeschränkt. Also im Zweifelsfall bei Küchen die Aufhängung fest in den Fachwerkbalken verschrauben.



Danke und Frage zum Stahlträger



herzlichen Dank für euer Feedback. Wie würdet ihr denn den Stahlträger (siehe bild) einpacken?



Innendämmung und Heizung,



A1) ja eine richtig ausgeführte Innendämmung erhöht die Oberflächentemperatur erheblich. Das sorgt für Behaglichkeit und reduziert die Heizkosten.

2) Wir legen für die Bereiche an denen erhöhte Lasten anstehen ( Hängeschränke) z.B. Holzbohlen ein die wir im Untergrund befestigen. Auch ist das wärmebrückenfreie durchdübeln in den Untergrund möglich.

B. Das müsste man sich im Detail anschauen. Wichtig ist die Windichtigkeit um den Kondensatausfall vorzubeugen. Auch gehört vor den Stahlträger nach aussen ein Dämmung.

C. Infrarot oder Strahlungsswärme könnte mit Wasser oder Strom erzeugt werden. Vom letzteren rate ich auch aus Kostengründen ab ab es sein den man hat Photovoltaik auf dem Dach.

Strahlungswärme sichert die gesamte Konstruktion ab da auf den raumumschließenden Flächen die Oberflächentemperaturen angehoben werden.

Grüße Gerd



Danke an den lehmfachmann



Hallo Gerd, auch dir ein herzliches Danke. Ich habe in deinem Profil gesehen dass du auch Spezialist für Wandheizung bist. Darf ich dich hierzu anrufen?