Innendämmung mit T9 Poroton

29.12.2007



Wir habe demnächst vor unser vollkommen entkerntes Fachwerkhaus (1823) von innen neu zu dämmen.
Zur Zeit ist es komplett entkernt, es steht nur das mit Klinker ausgmauerte Fachwerk. Jetzt möchten wir den neuen T9 Poroton (30cm) als zweite Schale von innen vorsetzen.
Bedingt durch das alter des Fachwerks wird es eine ca 3-8cm Luftschicht zwischen Fachwerkbalken/Klinken geben.
Ist es ratsam diese Luftschicht so zu lassen, oder sollte man diese z.B. mit eine´r Blähtonschüttung oder ähnliches verfüllen?



Ich hoffe mal,



Ihr habt die Steine noch nicht auf der Baustelle. Da gibt es bestimmt bessere Lösungen, die wesentlich weniger Platz vergeuden und technisch besser sind. Hohlräume in Fachwerkaussenwänden sind immer äusserst kritisch, insbesondere mit einer relativ hoch wärmedämmenden Innenschale. Fragt da doch mal bei "Lehmhandwerk" nach. Der Kollege Udo kann Euch da bestimmt weiterhelfen.
MfG
dasMaurer



Ja nicht!!!!!!!!!!!!



@Ulrich
Erst einmal danke für die Blumen (Eisblumen, denn draußen ist bei uns Frost!).
Wir springen in die selbe Presche, nicht weil wir Lehmbaufachbetrieb sind, sondern weil wir realen Menschenverstand besitzen.
Viele Lösungen haben wir uns in den Jahren erarbeitet und nicht immer nach Lehrbuch gehandelt.
Papier ist geduldig, doch die Praxis sieht eh immer anders aus.
Und jedes Fachwerkhaus ist zudem noch ein Unikat.

Woher ragt diese Entscheidung, diesen Porotonstein zu verwenden und woher nehmt Ihr diese Herangehensweise?
Die meisten Sanierungen sind nach ca. 20 Jahren wesentlich schlimmer im Zustand, als sie vorher waren.
Dies sollte doch zum Nachdenken anregen!

Überdenkt Euch Eure Entscheidung nochmals gründlich und wir stehen Ihnen gern mit Rat und Tat mit zur Seite.
Man kann über eine Innenlehm-Wärmstampfschale nachdenken, denn diese erfüllt hohe Anforderungen.

Grüße zum Jahresausklang

Udo Mühle



Innendämmung



Zum Glück nicht zu spät.
Schaut mal unter Beitrag 80818 nach. Da werden sie geholfen in Bezug auf dämmen mit Lehm.
Gruß Jürgen



@ J. Wei



Suche jetzt schon fast 1 Stunde nach Deinem Tipp (Beitrag 80818) und bin am verzweifeln.
Zwar langjähriges Mitglied, aber hier stoße ich scheinbar an Grenzen!
Habe dann eine Variante gefunden, doch kam da ein Thema zum Rohre verlöten.

Kannst Du die Zuordnung etwas präziser tätigen, so daß es auch "Nur-Nutzer" finden?

Grüße zurück

Udo



Innendämmung mit T9 Poroton



Was spricht denn eurer Meinung nach gegen die T9 Porotonsteine? Kann ich die Hohlräume die entstehen nicht verfüllen z.B. auch mit Lehm.Die Steine sind schon da!
Auf die Idee mit den Porotonsteinen sind wir gekommen, weil andere Fachwerkhäuser gleicher Bauweise hier im Ort auch genauso gedäämt wurden, teilweise schon vor 15 Jahren und die Leute mit denen wir gesprochen haben sehr zufrieden sind damit.



Innendämmung Fachwerk



Habe ich richtig gelesen, Ihr wollt 30 cm dickes Mauerwerk innen vorsetzen?
Nur im Erdgeschoß oder auch im Obergeschoß?

Viele Grüße



Phänomen



Was alle machen, machen wir auch!
Und wenn alle ins Wasser springen, springen wir mit!
Oder zögern wir?

Die Porotonsteine sind daher ungeeignet, weil der Dämmwert nicht konform mit Ihrer vorhandenen Konstruktion ist.
Dieses Produkt wurde lt. Internetrecherche für ein KFW-60-Haus entwickelt.
In Ihrem Fall sollte ein präzise Wärmedurchgangsberechnung erstellt werden (übrigens ist diese stets erforderlich, wenn man nachträglichen Dämmmaßnahmen einbauen will!), um genau zu definieren, wo der Tauwasserausfall dabei liegt.
In Ihrem Fall kann ich mir sehr gut vorstellen, daß dies genau hinter der Steinebene der Fall ist.
Somit wird sich dort in absehrbarer Zeit ein schleichender Bauschaden entwickeln.
Aber eines hat dann später die entstandene Situation:
Außenhülle marode, aber die Ziegelwand könnte der neue Reiz des Hauses sein.

Überlegungen zum Jahresende

Udo



Sorry



Hatte in meiner Antwort heute Morgen um 5 Uhr leider einen Zahlendreher. Es muß natürlich 80181 heißen. Danke Udo. Ohne dich währe keinem mein Fehler aufgefallen.
Also einfach oben rechts auf Suchen tippen, dann 80181 in das Feld eingeben und schon wird dir geholfen.
Gruß Jürgen



Innendämmung Poroton



Habe jetzt nach langer Diskussion mit meinem Baustoffhändler vereinbart das er die Porotonsteine T9 zurücknimmt. Nach einem Gespräch mit einem Lehmbauer hier vort Ort wurde mir gesagt das man durchaus einen Porotonstein als Innendämmung nehmen kann. Man sollte dann so die Aussage von ihm aber keine Zweite Innenschale mit Luftschicht setzten, sondern einen dünneren z.B. 17,5 Porton und die Luftschicht zwischen Fachwerk und Poroton
mit Leichtlehm ausfüllen und anstampfen. Was haltet ihr davon?
MFG
Janssen



Kannst Du mir einmal den Namen überstellen?



Um welchen Lehmbauer handelt es sich da in Deiner Region?
Überstelle mir doch einmal seinen Namen per Mail.
Dann würde ich mich mit ihm einmal ein fachaustausch tätigen, denn wir sind auch stets für neue Lösungen offen.
Und was man nicht kennt, kann man auch nicht umsetzen.
Trotzdem verwundert es uns schon, wieso ein Lehmbauer lieber
Lochziegel berät, als Lehmsteine oder ähnliches.

Welche Berührungsängste haben Sie denn mit den Lehmsteinen bzw. alternativen Ausfachungen?
Ist hier nicht eher der Grund zu suchen?

Lehmige Grüße

Udo



@ Udo



Er hat mich nicht auf Lochstein beraten,sondern auf einen Lehmziegel! Ich selber hatte´den Wunsch mit dem Poroton Ziegel. Er hatte mir empfohlen einen Leichtlemstein als Voarsatzschale zu nehmen und die Luftschicht mit Leichtlehm zu verfüllen und festzustampfen. Als alternative meinte er könne man auch eine Holzkonstruktion mit aufgetackerten Schilfmatten nehmen und die Luftschicht ebenfalls mit Leichtlehm auffüllen.
Ich würde halt gerne lieber einen Portonstein als Innenschale haben als einen Lehmstein, deshalb meine Frag e an euch ob das auch OK wäre.
MfG
Janssen



Wovor hast Du Bauchschmerzen?



Eine Lehmsteinschale innenseitig homogen vorgemeuert ist doch bei weitem besser, als eine mit Poroton.
Oder steht Dir der Familienrat mit Gabeln und Hacken im Kreuz und will Dir plausibel machen, daß man mit so einem "alten Dreck" heute nicht mehr baut?
Eine vorgestampfte Lösung ist natürlich auch möglich und kinderleicht.

Lehmige Grüße

Udo





Warum ist eine Leichtlehmschale bei weitem besser als eine Porotonschale.
Mit dem Lehm zwischen Innen und Aussenschale leuchtet mir das schon ein das es für das Fachwerk besser ist als eine Lehmschicht, aber warum ist ein Porotonstein, der nunmal auch im Prinzip aus Ton besteht schlechter als Lehm. Beide Stoffe sind doch Naturprodukte. Wenn ich jetzt sagen würde ich nehm YTON oder Glaswolle könnt ich das ja noch nachvollziehen.
MfG
Janssen



Lobbymaterial



Ich bi mittlerweile deshalb gegen Poroton im Fachwerkbau, da es hier eine Vielzahl an nichtfunktionalen Sachverhalten gibt.
Dieses Material besitzt zwar aus Hersteller definierten Datenblättern gute und hervorragende Wärmedämmeigenschaften, doch wie verhält es sich mit den energetischen, bauphysikalischen und speicherspezifischen Maßnahmen?
Gegenüber dem Lehmbaustoffen hat dieses Material wesentlich schlechtere Speichereigenschaften und auch Feuchte reguliereden Nachteile.
Außerdem konnte ich in unserer Region einmal teilhaben, was über das modernste Megalithwerk alles über den Brennprozeß mit entsorgt wurde, um einen hoch porosierten Großblockstein dem Markt zu bieten.
Klärschlämme, Absatzrestprodukte aus der Zellstoffindustrie, chromhaltige Restmaterialien und einen geringen Anteil an Rohkohle.
Und nun fragte ich mich, ob da alle Beimengungen rückstandsfrei verbrannt waren!

In einer Holzkonstruktion erfüllt der Lehmbaustoff wesentlch mehr positive Gegebenheiten, als der moderne Ziegel.
Natürlicher Holzschutz, hohe Beweglichkeit, gute raumklimatische Eigenschaften, hohe Feuchteregulierung, gute Speichereigenschften und eine angenehme Reparaturfreundlichkeit.

Diese Betrachtungen sollten eigentlich Ausschlag sein, sich eher für einen konsequenten Lehmbaustoffeinsatz zu entscheiden.

Ich bin gern auch telefonisch zu weiteren Betrachtungen bereit.

Grüße Udo