Innendämmung: Multipor vs. Ytong-Vormauerung

01.02.2015 Herr Sascha0815



Hallo!

Erst einmal ein dickes Lob an die Community. Viele Beiträge hier sind sehr ausführlich und sehr gut erläutert, was für die Kompetenz der Autoren spricht. Daher richte ich meine Frage an Euch und bin gespannt auf Eure Hilfestellungen. Schon einmal im voraus vielen Dank für Eure Hilfe!

Es geht bei mir um zwei Räume im Keller die renoviert bzw. umgebaut werden. Das Haus wurde so um 1986 bezogen. Zum einen geht es um das Gästebad und einen Kellerraum der zu einem Büro umgebaut werden soll.

Aus Vorsicht und zur Kontrolle, was sich hinter dem Zementputz im Kellerraum und den Fliesen im Gästebad so „verbirgt“, habe ich jeweils die Außenmauern (innen) freigelegt. Die Ergebnisse beschreibe ich kurz im Nachfolgenden.

Im Gästebad ergab sich folgendes nach dem Entfernen der Fliesen: Im oberen Bereich scheint alles soweit trocken zu sein, der Putz unter den Fliesen macht einen trocken Eintrug. In unteren Bereich (ca. 50cm ) vom Boden ist es leicht feucht. Man sieht es deutlich an dem Putz, er ist etwas dunkler. An einer Stelle habe den Putz bis auf den Hohlblockstein entfernt, da sieht man dann auch, dass der Hohlblockstein etwas feucht ist. Mit leicht feucht meine ich, dass man eine Verdunklung erkennt. Es läuft aber nicht irgendwie Wasser runter und man bekommt auch keine nassen Finger beim Angreifen oder so.

Im Kellerraum ergab sich folgendes nach dem entfernen des Putzes: Die Wände sehen auf den ersten Blick ganz trocken aus, es fällt keine Verdunklung im unteren Bereich auf, wie z.B. im Gästebad. Beim Entfernen des Putzes ist mir nur Aufgefallen, dass der Putz in zwei Ecken schon etwas „abgebröselt“ war.

Bei der Renovierung des Gästebads und dem Umbau des Kellerraums zum Büro, möchte ich natürlich eine sinnvolle Innendämmung und „Abdichtung“ vornehmen. Ein Aufschachtung der Kelleraußenwand wäre sehr aufwendig und halte ich zur Zeit noch für übertrieben.

Als eine Möglichkeit habe ich mir (auch nach Recherche bei Fachwerk.de) gedacht eine Innendämmung mit Multipor durchzuführen und eventuell vorher die Wand (Hohlblocksteine) mit
mineralischen Dichtschlämmen abzudichten, dann Multipor drauf und fertig. Dies wollte ich in beiden Räumen so machen....
Jetzt habe ich mit meinem Schwiegervater gesprochen, der ist mittlerweile zwar in Rente aber als Maurer sollte er ja auch Erfahrung in diesem Bereich haben. Er meinte, man könnte auch einfach eine Ytong-Wand vormauern. Diese sollte dann die alte Hohlblockwand nicht berühren und etwa 2 cm zwischen Hohlblock und Ytong lassen.

Jetzt stehe ich etwas ratlos da und leider habe ich bis jetzt keinen Beitrag im Forum gefunden der einen Vergleich zwischen Ytong-Vormauerung und Innendämmung mit Multipor zieht. Was ist nun besser für meinen Fall geeignet bzw. eventuell ungeeignet?

Ich Bedanke mich für Eure Hilfe!

Gruß
Sascha



Kellerfeuchte



Hallo,
Multipor ist die richtige Wahl. Diese Platte wird vollflächig auf den Untergrund geklebt, Hohlstellen zum Mauerwerk sind zu vermeiden.
Yton hat nicht die gleichen Eigenschaften, und würde zu einer unkontrollierten Feuchtesituation im Hohlraum führen. Yton trocknet vergleichsweise zu langsam aus.
Feuchte nur durch Augenschein zu prüfen ist zu wenig. Hier ist ein Messgerät notwendig.
Prinzipiell sind alle Wandoberflächen mit feuchteliebendem Putz zu versehen, damit Feuchtespitzen gut abgefangen werden können. Sinnvoll ist hier ein System aus Lehm oder Kalk.
Wohnen im Keller ist für die Bausubstanz anstrengend!, das soll heißen: Feuchte, die beim Wohnen produziert wird, und die Feuchte, die im Keller immer durch die Substanz in den Raum abgegeben wird, müssen zusammen durch heizen und Lüften raus. Es kann sein, das sie dazu in Ihrem Fall eine motorische Entlüftung und Technik benötigen, die Luftfeuchte und Temperatur innen und aussen mißt und vergleicht, wann lüften sinnvoll möglich ist.
Zu Dichtschlämmen rate ich erstmal nicht, da es immer Anschlüsse gibt( Ecken, Fußboden einbindende Bauteile), die nicht zuverlässig behandelt werden können.



Hohlraum das Problem?



Vielen Dank für die Info und Antwort.

Ist ein Feuchtemesser aus dem Baumarkt in Ordnung oder ist es nur ein sehr ungenaues Schätzeisen? Er zeigt im Gästebad im Zementputz: Wandmitte 0,8% und an der Wand kurz oberhalb des Bodens über 2% an.
Im Kellerraum zeigt er überall 0,6% an .

Da ich das Gästebad seltener verwenden werde und man nach dem Duschen usw. sowieso lüftet bzw. das Büro am Tag vielleicht 2-3 Stunden verwendet wird, wollte ich eigentlich keine aktive Lüftung einbauen lassen. Dies wäre sicherlich etwas anderes wenn Wohnzimmer und Schlafzimmer in den Keller kommen würden.

Ist lese aus der Empfehlung für Multipor heraus, dass der Hohlraum zwischen Ytong-Wand und eigentlicher Außenwand nicht zu empfehlen ist und genau dies auch der Vorteil der Multipor-Lösung ist. Da hierbei kein Hohlraum entsteht. Habe ich dies so richtig verstanden?

Mal abgesehen von der Problematik mit korrekten realisierten Anschlüssen, könnte ich unter den Multipor-Platten eigentlich Dichtschlämme einsetzen? Würdet Ihr die für die ganze Wand verwenden oder nur im unteren Bereich der Wand?

Ich bin gespannt auf Eure Empfehlungen ...