Innendämmung mit Silikatplatten in Ziegelaltbau?

01.12.2015 Altbaufreak



Hallo zusammen,

ich habe einen 4-Parteien Ziegelsteinaltbau aus 1907 gekauft. In einer der Erdgeschosswohnungen gab es im an zwei Wänden etwas Schimmel im Innenbereich. Der ehemalige Mieter hatte aber vermutlich nie oder fast gar nicht gelüftet, denn ein Fenster liess sich gar nicht öffnen. Lange Rede kurzer Sinn: Ich bin mir über die Ursache nicht ganz im Klaren. Wir hatten den Schimmel mit Spiritus entfernt, bzw. befallenen Spachtel/Putz entfernt.
Die Wohnung steht seit einigen Monaten annähernd unbeheizt leer und es gab keinen neuen Schimmel.
Wir möchten die Wohnung bald wieder vermieten und ich frage mich ob man die Wände evtl. von innen mit Silikatplatten dämmen könnte/sollte/dürfte.

Bisher habe ich immer gehört man solle Innendämmung möglichtst vermeiden. Kann ich daducht evtl. neue Problematiken erzeugen (Verlagerung des Taupunktes, etc.)?

Für Meinungen u. Tipps bin ich dankbar.

Vielen Dank u. viele Grüße,



Dämmkonzept



Die Feuchtebelastung, die Sie beschrieben haben, wird wahrscheinlich in der Hauptsache Kondensat aus der warmfeuchten Luft an der kalten Innenseite der schlecht wärmegedämmten Außenwand gewesen sein. Eine ungenügendes Lüftungs- und Heizungsverhalten verschlimmert diese Situation zudem.

Wenn Sie sich Gedanken über eine energetische Sanierung machen, sollte diese immer als Gesamtkonzept das gesamte Gebäude berücksichtigen. Partielles Dämmen z.B. nur einzelner Bauteile oder nur in einer von mehreren Wohungen kann die Feuchteproblematik auf die nicht gedämmten Bauteile verlagern und ggf. dort verstärken.

Zum Konzept einer energetischen Sanierung gehören ebenfalls Überlegungen zum Fenstertausch bzw. zur Erneuerung der Heizungsanlage. Diese Komponenten sollten nicht unabhängig voneinander betrachtet werden.

Ob es eine Innendämmung sein muß, sollte nach einer Bauaufnahme entschieden werden. Die Innendämmung ist immer eine Notlösung, wenn eine Außendämmung nicht in Frage kommt, z.b. aus baukonstruktiven oder gestalterischen Gründen (Denkmalschutz). Grundsätzlich ist eine Außendämmung effektiver bzw. preiswerter, als eine Innendämmung mit CalSi-platten. Hier sind auch einbindende Bauteile (Innenwände, Betondecken, Holzbalkendecken ect.) und deren baukonstuktiv schadensfreier Anschluss an die Innendämmung die Herausforderung.

Welche Möglichkeiten der energetischen Sanierung bei Ihrer Immobilie bestehen, kann z.B. eine Gebäudeenergieberatung (GEB)nach BAFA-Standard klären. Die GEB wird vom BAFA bezuschusst, in Ihrem Fall mit z. Zt. € 1.100 für ein MFH ab 3 WE. Mit dem Ergebnis der GEB können Sie z.B. auch Kredite oder Zuschüsse der KfW-Bank beantragen.

Wenn Sie weitergehende Fragen zur energetischen Sanierung haben, können Sie mich gerne kontaktieren. Mein Profil können Sie einsehen, wenn Sie sich angemeldet haben,

Will Pickartz | Architekt | GEB/BAFA-Berater (dena-Liste)
53902 Bad Münstereifel | pickartz.architektur@t-online.de
Fon 02253. 544310



Schimmelpilze von Wand abnehmen



Wir hatten als Studenten damals Experimente gemacht: Spiritus allein tötet noch nicht den Schimmel, auch wenn es nur so aussieht. Die Sporen verkapseln sich nur, halten das aber aus. Sie konnten danach bei gleichen Bedingungen wieder wachsen.
Effektiver wäre Iso-Propanol, ein höhermolekularer Alkohol., der auch nicht viel teurer ist. Dieses vertrugen die Schimmelpilze garnicht und konnten sich danach nicht mehr weiter entwickeln, allenfalls neu bilden.



Spiritus vs. Iso-Propanol



Vielen Dank für den Hinweis. Von Iso-Propanol hatte ich noch nichts gehört. Werde die Wand dort nochmals mit einer Sprühpistole nachbearbeiten.





Okay. Aber beim sprühen gehen die Dämpfe enorm stark in die Luft. Am besten auch Schutzmaske tragen und die Fenster öffnen.
Ich würde das Lösemittel mit Pinsel auftragen und dann schnell den Raum verlassen.



So



teuer ist Isoprop wenn man es in ausreichend großen Gebinden kauft gar nicht - man benötigt das Zeug z.B. zum Waschen von Schallplatten in Litermengen und wenn ich mich richtig erinnere liegt der Preis da unter 5 Euro/l.



Innendämmung und Infos zu Schimmelpilzen



Im Leitfaden zu Schimmelpilzen vom Umweltbundesamt gibts interessante Infos zur Thematik:

http://www.schimmelpilz.de/massnahmen/schimmelpilze.pdf

Sofern die Wände mit Kalk- oder Kalkzementputz verputzt sind
wäre es zur Vorbeugung gegen erneuten Schimmelbefall günstig, diese zB mit Silikatfarben oder guten Kalkfarben zu streichen.
Das müßte in den Mietverträgen festgehalten werden-
habe ich auch als Passus in allen Mietverträgen.

Ob Innendämmung oder sonst eine Dämmung oder Maßnahme sinnvoll oder notwendig ist,läßt sich nur vor Ort feststellen.
Wenn schnell vermietet werden soll ists eher schwierig,
der Rendite hilft es auch nicht unbedingt.
Ich würde solche Sanierungen mehr zur Bauwerkserhaltung und sofern notwendig zur Energieeinsparung durchführen-
sofern es überhaupt eine Notwendigekit dazu gibt.

Zur Innendämmung sind Mineralschaumplatten besser,
sofern es nicht um hohen Feuchtigkeitsaustausch geht- in dieser Hinsicht sind Kalziumplatten besser als Mineralschaumplatten.
Dafür sind diese deutlich günstiger und haben deutlich bessere Dämmwerte als Kalziumsilikatplatten.

Innendämmung kann durchaus eine sinnvolle Option sein-
das hängt aber von vielen Bedingungen ab.
Bei meinem Mietshaus kommt zB nur Innendämmung in Frage.

Sie müßten doch bei Kauf einen Energieausweis bekommen haben? wurde der nach Verbrauch oder Bedarf gerechnet?

Andreas Teich