Innendämmung mit Korkplatten

25.08.2014 elbtal



Hallo, ich möchte unser frisch erworbenes Vierständer-Fachwerkhaus dämmen. Da ich z.Zt. noch in Portugal wohne, kann ich günstig Korkdämmplatten (Backkork) kaufen. Hat jemand Erfahrung mit dem Einbau dieser Platten und kann nützliche Tipps geben ?
Vielen Dank





Hallo "Elbtal",

nähere Infos zum dämmen mit Korkplatten findest du bei der Fa. Haacke Cellco.

Ich denke Kork ist nicht die schlechteste Wahl, wenn die Rahmenbedingungen für eine Innendämmung generell passen.
Wenn du günstig ran kommst kann man dir dazu nur gratulieren :)

Beste Grüße.

Christoph



Zitat aus dem Produktdatenblatt::



"CELLCO" Kork-Dämm-Platten sind
weltweit das einzige Produkt in diesem Bereich, das über
eine bauaufsichtliche Zulassung sowie die Zuordnung zur
Wärmeleitfähigkeitsgruppe 040 verfügen."

Ob die angedachten Platten identische Eigenschaften haben und zur Beputzung und Montage geeignet sind, ist für Dich als Laie vermutlich nicht zu klären. Ich rate an dieser Stelle von Experimenten ab. Wenn's nicht funktioniert, wären die Konsequenzen fatal.

Unter Beachtung des Risikos und auch der nicht geringen Transportkosten (passt nicht in den Kofferraum) ist "Günstig" am Ende doch zu teuer.

Ich würde eher zur Holzweichfaserplatte greifen, oder eben das komplette System von Haacke verwenden.

Grüße

Thomas





Ich denke es ist das einzige Produkt mit bauaufsichtlicher Zulassung in diesem Bereich weil Cellco als einziger das Geld investiert hat um die Zulassung zu erhalten.

Aus dem selben Zitat:
Bei CELLCO Kork-Dämm-Platten handelt es sich um Dämmstoffplatten, die aus expandiertem Naturkork hergestellt werden. Während der Expandierung, die unter großer Hitzeeinwirkung stattfindet, tritt der korkeigene Harzanteil aus. Dieser verbindet ohne weitere Zusatzstoffe das Korkgranulat zu stabilen Blöcken, die später in Plattenform geschnitten werden.

Man könnte klären ob das Herstellungsverfahren das gleiche ist. Wenn ja sehe ich kein großes Risiko.
Wenn aber zum Beispiel bei deinen Platten Korkgranulat mit Leim zu Platten gepresst wird, würde ich Thomas zustimmen.


Beste Grüße

Christoph



Innendämmung mit Korkplatten



Hallo, vielen Dank für die Hinweise. Die Platten sind CE-zertifiziert, reiner Backkork mit 0,040W/mk und halb so teuer wie in D. Auf meinen Hänger passen 300m2 (bei 50mm Stärke).
Da unser Haus im Elbtal steht, hat es schon bei Hochwasser Wassereintritt gegeben. Daher ist doch wohl Kork in diesem Fall das optimale organische Dämmmaterial, oder ?
Viele Grüße
Jan



Nach einem Hochwasser...



ist vor einer neuen Dämmung. Das bleibt nicht an der Wand.

Eine CE-Zertifizierung ist nicht zwingend gleichzeitig eine bauaufsichtliche Zulassung. Auch die Rassel Deiner Tochter hat (hoffentlich) eine CE-Zertifizierung. Das besagt aber erstmal nix.

Grüße

Thomas





Naturbaustoffe haben nunmal nicht immer eine bauaufsichtliche Zulassung. Meine Leichtlehmmischung hat auch keine. Und der Strohlehm mit dem ich Lehmgefache repariere auch nicht.

Strohballen sind das beste Beispiel. Jetzt wurde die neue bauaufsichtliche Zulassung für zertifiziertes Baustroh eingeführt , was schön ist weil es dem Strohballenbau derzeit zu viel Presse verhilft und in Sachen öffentlichem Bauen ein Stück weiter bringen wird. Aber die zertifizierten Ballen sind nicht besser bzw nichts anderes als gut gepresste Strohballen.

Und ich denke so ist es im Bestfall auch mit den Korkplatten. Man sollte gucken das diese nicht zerbröseln, werden sie aber nicht sonst hätten sie keine CE-Zertifizierung und man sollte nachfragen ob sie ohne chemische Zusatzstoffe hergestellt werden, was zu vermuten ist wenn von Backkork die Rede ist.
Ich glaube nicht das Cellco das Rad neu erfunden hat. Die Portugiesen werden da weit mehr Erfahrung haben was den Baustoff Kork angeht.


Allerdings ist das Hochwasser wirklich ein Problem für sich, wenn abzusehen ist das es irgendwann wieder im EG Einzug hält würde ich auch von einer Dämmung absehen und mich beim dämmen auf die darüberliegenden Geschosse konzentrieren.

Beste Grüße,

Christoph Sonntag



Sicher...



kann man dämmen, aber im Hochwasserbereich eher mineralisch.

Im übrigen: Wer gewerblich Produkte verbaut, die er selbst herstellt, gilt in Sachen Produkthaftung als Hersteller, die Gewährleistungspflicht ist 30 Jahre. Das sollte sich ein Handwerker nicht antuen.

Grüße

Thomas





Wenn man sich über die Gewährleistung zu viel Gedanken macht, sollte man generell kein Handwerker werden.

Aber danke für den Hinweis, das mit den 30 Jahren war mir nicht bekannt. Werde aber trotzdem dann und wann selber mischen, da es teilweise im Lehmbau nicht anders praktikabel ist, zumindest nicht von der wirtschaftlichen, geschweige denn von der ökologischen Sichtweise.

Mich würde dein konkreter Vorschlag einer mineralischen Innendämmung im Hochwasserbereich interessieren. Ich hätte da spontan nichts auf Lager.

Danke.

Beste Grüße,

Christoph



Naja,



wenn man sich über die Gewährleistung zu wenig Gedanken macht, bleibt man nicht lange Handwerker. Was genau unterscheidet einen guten Handwerker von einem der inflationär auftretenden Facility Mangager (sprich Hausmeister im Allesselbermachenkönnenrausch)? Das tägliche Streben um optimale Qualität und Kundenzufriedenheit und (deswegen) eine wesentlich längere Verweildauer im Baugeschäft.

Mineralisch wären z.B. Kalksilicatplatten, Mineralschaumplatten, Foamglasplatten. Deren konkrete Verwendbarkeit natürlich am Objekt geprüft werden sollte. Vielleicht in Kombination mit einer Wandheizung.

Grüße

Thomas





Dem Unterschied zwischen Handwerker und Hausmeister stimme ich voll zu. Und nun gehts noch nen halben Tag handwerken...

Genug Büro für heute.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen sonnigen Tag.



Optimales Material?



Alles was nass ist, dämmt nicht mehr...
Warum sollte Kork da besser sein? Besser als was?



Wenn...



der Korken aus der Flasche ist...

Wie alle organischen Materialien wird sich der nasse Kork etwas ausdehnen, und damit ist die Stabilität der Dämmung und des Putzes hinüber.

Möglicherweise wäre Heraklit eine vierte Dämmöglichkeit; ich könnte mir vorstellen, daß die Platten formstabil bleiben. Vielleicht hat damit schon 'mal jemand Hochwassererfahrungen machen "dürfen"?

Grüße

Thomas



Innendämmung mit Korkplatten



Hallo,ich hatte gefragt, ob jemand Erfahrung mit der Innendämmung mit Korkplatten hat. Bei den bisherigen Antworten hatte ich nicht den Eindruck (bis auf den guten Tipp von Christoph bzgl. Anleitung). Die letzte Äußerung von dir, Thomas, zeigt mir, dass du wohl noch nicht mit dem Material gearbeitet hast. Korken werden aus dem unbehandelten Naturmaterial geschnitten, die Korkplatten werden aus Granulat bei ca. 400 Grad gepresst und daher in ihrer Materialstruktur stark verändert. Ich mache gerade einen Test mit einer Platte in einem Wasserbecken und werde berichten.
Bitte also nur Erfahrungsberichte und hilfreiche Tipps!
Vielen Dank
Jan



Wenn...



Du die möglichen Antworten vorgibst, bekommst Du vielleicht nur das zu hören, was Dir passt. Ansonsten kann es passieren, daß jemand anders denkt als Du. Jedenfalls kannst Du bei einer öffentlichen Diskussion nicht vorschreiben, was geschrieben wird.

Wie solche Platten entstehen, ist kein Geheimnis. Daß organische Materialien bei Wasseraufnahme quellen, auch nicht. Das trifft im reduziertem Maße auch für thermisch behandelte Holz- und Korkprodukte zu. Selbst geringe Quellmaße können über die Fläche für Spannungen sorgen, mit dem beschriebenen Ergebnis. Dein "Experiment" wird da nichts Erhellendes zutage fördern.

Frag doch mal, ob Haacke ihre Platten (angeblich ja identisch) für Hochwasserexposition freigibt).

Grüße

Thomas