Innendämmung mit Isofloc

05.04.2016 Christian



Hallo,

auch wenn schon viel über dieses Thema geschrieben wurde, muss ich nochmal meinen Fall schildern...

Ich habe ein altes Forsthaus von 1820, das Dach haben wir bereits neu gedeckt und die Konstruktion soweit nötig saniert. Da ich die Fassade nicht von außen dämmen kann (Sichtmauerwerk), bleibt nur die Innendämmung als Option.

Folgender Wandaufbau ist geplant: Außen > Innen

Fachwerk / ausgemauerte Fächer / ca 14cm
Isofloc 10cm + 3cm an Stellen ohne alten Lehm-Innenputz
Holzschalung 15mm
Schilfmatte
Wandheizung
3cm Lehmputz

Gibt es da bauphysikalische Bedenken?
Dachüberstand ist ausreichend vorhanden.

Ich habe über den Einsatz einer feuchtevariablen Dampfbremse gelesen.
Aber wie kann diese im Fachwerkhaus tatsächlich dicht an den Bauteilen angebracht werden ?
Eine Folie möchte ich wenn möglich umgehen, die Vorstellung vom Leben in der Tüte gefällt mir nicht wirklich ;-)

Vielen Dank für Meinungen und Erfahrungen.
Christian



woran hängt die Holzschalung ?



Zellulose trocken eingeblasen - braucht voneinander abgetrennte Gefache.

Zellulose "nass" (CSO) - kann zwischen einen beliebigen Kreuzrost eingeblasen werden. Das habe ich in früheren Posts beschrieben, bitte die Suche benützen.

Die Kombination von Holzschalung und Lehmputz scheint mir etwas problematisch. Wir haben eine feuchtevariable Dampfbremse und Gipsfaserplatten, in Verbindung mit normalen Heizkörpern.

Alternative: Udi InReco.



Zellulose-Innendämmung



Du hast dann wohl Pfosten vorgesehen?
Die können zur Vermeidung von Wärmebrücken zwischen Decke und Boden ohne Wandbefestigung verschraubt werden, Abstand ca 60 cm.

Zwischenräume zur Wand mit Hanf oder Kokosdämmung oder Geotextil abdichten, um Gefache für die Zellulosedämmung zu schaffen.

Dann besser stabile Holzfaserplatten aufschrauben, die sind kapillaraktiver als Schilfmatten. Darauf deine Wandheizung mit Lehmputz.

Andreas Teich



Ja es gibt



bauphysikalische Bedenken!

Innendämmung bis 6 cm werden heute als unkritisch eingestuft. Darüber ist ein Detailbetrachtung notwendig. Was sagt denn Isoflock zu dem Aufbau? Haben die das berechnet?

Grüße Gerd



Isofloc Innendämmung



Hallo,
erstmal danke für die Antworten.

Geplant war mit 100mm Fichtenholzbrettern senkrecht angebracht Gefache herzustellen, die dann ebenfalls mit diesen Brettern horizontal angebracht mit einem Abstand von ca 1cm geschlossen werden. Darauf dann die Schilfmatte, darauf die Wandheizung, dann den Lehmputz.

Gipsfaserplatten möchte ich nicht, da ich absolut von den positiven Eigenschaften von Lehm überzeugt bin.

Andreas, wieso räts du von den Schilfmatten ab, sie sind doch absolut offen was die Dampfdiffusion angeht?

Ich werde mich mal mit Isofloc in Verbindung setzen und schauen, was sie zu den 10cm sagen. Ich hatte auch von den 6cm als max gehört, allerdings auch, dass in Verbindung mit einer Wandheizung, eine stärkere Dämmung sinnvoll ist.
Sobald ich eine Antwort habe werde ich sie hier teilen.

Grüße
Christian



Innendämmung mit Zellulose



Ich würde zur Vermeidung von Wärmebrücken und wegen leichterem Ausgleich von evt Wandunebenheiten lieber am Boden und der Decke ein Holz ca 50/60 oder 50/80 mm anbringen, dann senkrecht dazwischen Pfosten derselben Dimension verschrauben.
Alles mit etwas Abstand zur Außenwand.

Schilfmatten sind zwar sehr diffusionsfähig aber wesentlich weniger kapillaraktiv als Zellulose oder Holzfaserplatten.

Es ist nicht möglich, generell zu sagen nur max 60 mm Innendämmung sind schadensfrei.

Hier wurden bei einem Natursteingebäude mit 80 cm Wandstärke eine 30 cm dicke Innendämmung mit Zellulose installiert. Alles begleitet vom Bauphysiker und Fachhochschule, die über längere Zeiträume Messungen vorgenommen haben.

Bei Wandheizung und gutem Schlagregenschutz hätte ich keine Bedenken mehr als 60 mm Innendämmung anzubringen.

Andreas Teich



Antwort Isofloc



Die Frage wurde umgehend beantwortet.

...bei Sichtfachwerkinnendämmungen ist die wichtigste Frage nach dem Feuchteeintrag in flüssiger Form von außen, weniger die
Wasserdampfdiffusion von innen. Insofern ist die Schlagregenbeanspruchung / Fugen die erste Frage, welche Sie nach DIN mit einem isofloc-Fachbetrieb vor Ort bewerten sollten.
Nur wenn das alles passt, ist durchaus Ihr konzipierter Schichtenaufbau mit im Mittel 14 cm isofloc L / LM als Innendämmung ok, wenn Sie warmseitig
unter die Holzschalung eine geeignete feuchteadaptive Dampfbremse setzen, wenn Sie nich unbedingt eine Folie möchten, würde auch ein "Pappe"
des Herstellers pro clima namens pro clima DB+ funktionieren.
Adressen von isofloc-Fachbetrieben finden Sie auf www.isofloc.de

Viel Erfolg und

Freundliche Grüße



Sprühen



Oder sprühen
Die Zellulose direkt auf den unverputzen Untergrund sprühen, trocknen lassen und direkt verputzen.
Das Verfahren heißt Climacell inside, eine Weiterentwicklung von CSO.
Keine Folie oder anders geartete Sperre oder Bremse, das übernimmt der Putz.
Als Kalk oder Lehm.
Im Zweifel als feuchtesimulation berechnen lassen, aber wenn Wandheizung vorgesehen ist geht das fast immer.
Gruß
Simon