Wie muss die Innendämmung an einer Fachwerkaussenwand aussehen?

29.08.2011



Hallo,

ich plane für nächstes Jahr einen Dachgeschossausbau und habe im moment das Problem das ich nicht weiss wie die Isolierung der Wände aussehen muss.Der eine schreibt es muss eine Dampfsperre rein der andere es darf keine rein?Der eine schreibt eine maximale Isolierung von 40-60mm der andere es können auch 80-100mm sein? Ich bin total verwirrt!?
Die Fachwerkwand ist wie folgt aufgebaut:
Fachwerk-ausgemauert mit Ziegelstein Stärke 110mm
Aussenfasade mit Latten 24mm und einer Glaswollenisolierung und auf den Latten ca.30x60cm große Eternitplatten.
Innen mit ca.50mm starken Heraklitplatten verkleidet
und Abschliesend mit einen Kalkputz verputz.
Als weitere Isolierung habe ich geplant ein Holzständerwerk
mit 80mm Dämmplatten, ein zur Stabilität beitragende OSB/3
Platte mit 15mm und abschliesen eine Gipskartonplatte mit 12,5mm.
Kann mir jemand sagen ob der Aufbau der weiteren Isolierung so möglich ist oder mir einen Ratschlag geben wie ich es besser machen könnte.
Vielen Dank im voraus für die Hilfe.



Fachwerkwand



Hallo

Eine Innendämmung, die Sie hier beschreiben wird nicht zu Ihrem Besten werden.
Die Bauphysik hat da was dagegen und reagiert mit Schimmel, verfaulten Balken und hohen Kosten in Zukunft darauf.

Wenn Sie hier im Forum das Wort "Innendämmung " eingeben werden Sie vermutlich erschlagen von Beiträgen, die dieses Thema lang und breit treten.

Wenn Sie sich dann immer noch nicht auskennen, können Sie Ihre Fragen detaillierter formulieren.

Manche machen Holzfaserplatten im Lehmbett auf die Innenwand und darauf eine Wandheizung.
Manche machen Silicatplatten in Kalkmörtelbett drauf
und wieder andere machen das nicht.

Ich empfehle Ihnen keine Innendämmung drauf zu machen. Eher Lehm oder Kalk zum Verputzen zu nehmen und dann eine dem Hause entsprechende Heizart zu wählen und zu installieren.

Vor allen neuen An- und Aufbauten innen oder aussen würde ich einige Prüfungen der baulichen Substanz vornehmen.

Besonders heikel sind die Schwellen und Rähmteile und die Eckpfeiler der Konstruktion, die gerne Schäden aufweisen.

Im Verbund mit einem Dach sollten Sie sämtliche Eingriffe und angedachte Maßnahmen in einem ganzheitlichen Konzept zusammen fassen oder zusammen fassend erstellen lassen, damit keine baulichen Tretminen eingebaut werden.

Viel Erfolg

FK



Moin Chris,



wenn du aussen sowieso kein Sichtfachwerk hast, mach doch lieber den Eternit- und Glasswollemist weg und eine vernünftige Aussendämmung.

Erscheint zwar zunächst aufwändiger, macht auf lange Sicht aber mehr Sinn und wertet dein Haus auch optisch auf.

Dabei kannst du gleich das Fachwerk inspizieren.

Bei uns z.B haben sie an der Wetterseite nur drübergebappt, ohne vorher die Holzschäden zu beseitigen. Das hat dann nochmal 30 Jahre weitergemeuchelt....da durfte ich dann einiges wechseln.

Gruss, Boris



Hallo Boris



Danke für Deine Antwort.
Diese Lösung kommt aber aus Kostengründen nicht in Frage.
Gruß Chris



Hallo



Chris, auch ich kann Dir von einer Innendämmung nur herzlichst abraten
1. Du verlierst Wohnraum
2. Du hast in den Decken Kältebrücken
3. Eine Innendämmung benötigt bei der üblichen Ausführung mit Steinwolle, GK und Ständerwerk eine Dmpfbremse - die wiederum in den Decken nicht wirklich sicher ausgeführt wird
4. Durch die Kältebrücken, Undichtigkeiten und Montagefehler bildet sich an kritischen Stellen Kondensat, welches über kurz oder lang zu Schäden am fachwerk führt und Schimmel züchtet.
5. Die Kosten sind nicht wirklich geringer als eine Außendämmung, da die vielen kleinen Nebenleistungen echt in Geld gehen und Ausbesserungen an der Fassade ohnehin meist noch dazukommen.

(Anmerkung: ich habe seit fast 10 Jahren eine Außendämmung an meinem Fachwerkhaus, bei vollster Zufriedenheit und ohne Schimmel)



@Chris:



"Diese Lösung kommt aber aus Kostengründen nicht in Frage."

Wenn "Kostengründe" heisst, "da hab ich gerade nicht genug Geld für", kann ich das noch verstehen, wenn du meinst du fährst mit deiner Idee über die Jahrzehnte günstiger, irrst du meiner Meinung nach.

Gruss, Boris

P.S. Den rechnerischen Dämmwert kannst du hier selber mal vergleichen: www.u-wert.net



Dachgeschossausbau und wir reden nur über die Wände...



...

ich schließe mich mal den Vorschreibern an und würde mir sehr überlegen, nach der Heraklith jetzt noch mal einen Innendämmung aufzubringen.

Die Sanierung der Aussenfassade wär da die bessere Lösung. Evtl. kannst Du ja mal ein Foto reinstellen, damit wir verstehen können, was dagegen spricht.

Das mit den Kostengründen kann ich in diesem Punkt nicht nachvollziehen. Wenn es aus Kostengründen nicht geht - dann geht es eben nicht und Ihr wartet bis es geht. Aber aus Kostengründen weniger Geld einsetzen und damit auf Dauer Schaden am Haus anrichten, der dann noch mehr Geld frisst? Das kann doch nicht die kostengünstige Lösung sein.

Mir wäre noch von Interesse, was Du mit dem Dach vor hast und wie das z.Zt. beschaffen ist. Das wäre die wichtigere Übung bei einem Dachgeschossausbau.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Hallo



Die Etage soll komplett von innen gedämmt werden, Wände und Decke. Die Wände wie bereits beschrieben und die Decke wird um ca.60mm abgehängt und soll mit Styroporplatten gedämmt werden.Der darüberligende Dachboden wir nicht genutzt.
Das Dach besteht im moment nur aus Dachbalken, Folie, Lattung,und Ziegel.
Gegen eine Fasadendämmung spricht der Kostenfaktor der für ca.200m² Wandfläche und, da das Dach auch nicht Isoliert ist, für ca 150m² Dach nicht unerheblich ist und für mich nicht zu bewältigen ist.Bei einer Isolierung der Etage kommen die Materialkosten auf ca.2500-3000€.Zudem ist eine Isolierung des Erdgeschosses nicht nötig,da die Aussenwand aus 45cm Ziegelstein,danach Hohlraum und innen nochmals eine ca.10cm starke Bimssteinwand besteht.



die



Angabe von 2000 - 3000 € würde ich mal stark bezweifeln. Aber bitte, Du kannst ja hinterher berichten. Getreu meinem eigenen Motto ...... oder dem Deinen .....