Fachwerk Innendämmung

26.03.2008



Hallo liebe Fachleute,

wir haben ein Fachwerkhaus (Wand 11.5cm ausgemauert mit Aussenholzschalung), welches wir von innen teilweise dämmen wollen. Mit welchen Materialien läßt sich das am besten realisieren? Wir wollen uns lieber vorab informieren, um der Baufirma nicht völlig ausgeliefert zu sein. Kann man eine Minealdämmplatte von innen dagegenkleben und mit Lehmputz versehen? Muß eine Folie eingeklebt werden?

Danke. Susanne.



Fachwerk Innendämmung



Hallo Susanne,
Mit Mineralwolle geht es schief.
In Lehm eingebettete Holzweichfaser-Platten funktionieren gut.
Auch Schilfmatten (5 cm) erfüllen den Zweck.
Es sollte auf jeden Fall ein Fachmann die Bauphysik rechnen.
Viele Grüße aus Nordhessen



Du hast nicht wirklich die Suchfunktion benutzt, oder?



Robert hat recht, moderate Dämmung mit Holzweichfaserplatten vollfächig in Lehm gebettet. Eine Rechnung kann nicht schaden. Wo kommst du her, hier im Forum gibt es einige Experten zum Thema. Vielleicht ist Udo oder Mathias in der Nähe.

Gruß Patrick.



innendämmung



du solltest auf alle fälle auf einen homogenen wandaufbau
achten.den bekommt man/frau mit holzfaser-dämmplatten,schilfrohr dämmung oder Leichtlehm schüttungen
hin.
leider weiß das kaum ein Energieberater oder architekt.
gute infos bekommst du zum beispiel über www.conluto.de
gruß thomas





Genau !
Die reine Glaser-Berechnung ergibt 1500 g/m² Kondensat, also Katastrophe; wenn die Feuchtigkeit aber gleichmäßig nach innen raus kann (kapillar), dann verflüchtigt sie sich schneller, als durch die langsame Diffusion Kondensat anfallen kann.
Trotzdem würde ich nicht versuchen, ein NE-Haus zu bauen, sondern es bei 4 bis 5 cm Dämmung auf Lehmausgleichsputz belassen, damit die Wandoberflächen warm sind.

Grüße vom Niederrhein



Der Glaser hat hier eigendlich nichts zu suchen...



... und führt zu falschen Ergebnissen. Das Glaser-Verfahren dient zur Risikobewertung von leichten, mehrschichtigen Bauteilen in denen Kapillarität keine Rolle spielt! Dafür wurde es entwickelt und NUR dafür läßt es sich anwenden - steht schon so im "Vorwort". Weil es so schön einfach ist wird es aber oft auf andere Situationen übertragen, führt aber zu zu ungünstigen Ergebnissen.

Untersuchungen haben gezeigt, daß die Anordnung einer moderaten Mineralwolldämmung vor kapillar saugfähigen Wänden unproblematisch ist - mit und ohne Dampfbremse. Ausgenommen sind hier beregnete Sichtfachwerkwände: Hier ist ein kapillarer Feuchtetransport möglichst nah an die innenseitige Wandoberfläche unbedingt zu empfehlen.

Vor aufbringen einer Innendämmung wäre ein "winddichter" Verputz über die Balken hinweg sinnvoll...

Gruß Frank



Glaser



hat hier mit sicherheit nichts zu suchen !
Fals susanne mit "Mineraldämmplatte" eine Mineralschaumplatte und keine Mineralwolle gemeint hat dann ist der Aufbau der Wand vollkommen in Ordnung.
zu beachten ist das eine Mineralschaumplatte verwendet wird die NICHT hydrophobiert ist (zu erkennen an der Feinporigkeit und der gelben farbe):
der Untergrund sollte vorher mit z.B. Lehmputz ausgeglichen werden, Platte mit Kleber VOLLFLÄCHIG ankleben (Feuchtetransport) anschließend mit Lehmputz(Gewebe) überputzen und dann z.b. ne Lehmfarbe oder Lehmfeinputz...
bis 6cm Dämmung ist eigentlich keine Berechnung notwendig.
die Mineralschaumplatte hat nen bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von 0,040 also besser wie die Holzfaserdämmplatten
bei fragen einfach melden, daten im profil

gruß aus dem Vogtland



Was für ein Kleber...



...ist denn das, der die Mineralschaumplatte auf dem Lehm hält?

Gruß Patrick.



Der Kleber



ist ein Kalkzementmörtel. Ob das Begeisterungstürme entfacht wage ich zu bezweifeln

Die "Mineralschaum"-Platten sind hydrophobierter leichter Porenbeton. Die Oberfläche muss ähnlich aufwendig armiert werden wie Holzfaserdämm-Platten. Warum nicht im "System bleiben"? Sommerlicher Wärmeschutz ist zudem noch besser.

Frage: Lässt sich Porenbeton grundsätzlich auch mit Lehm kleben? - mit Calciumsilikat-Platten geht das.



Weißt du doch, Markus...



...ich bin etwas toleranter, was Materialien angeht (Mörtelgruppe II). Halt nicht überall.
Mich hat bloß gewundert, was für ein Kleber auf Lehm halten soll (mal abgesehen von Lehm selber bzw. rein mechanische Verbindung durch entsprechende Oberflächengestaltung). Von Lehm als "Kleber" hat er ja nix gesagt.

Gruß Patrick.



Innendämmung



Hab ich was anderes gesagt ?
Das Ergebnis nach Glaser läßt aber erkennen, was eigentlich los ist.
Innen kann man gerne mit (teueren) Calziumsilikatplatten arbeiten, es geht billiger und genausogut mit Holzweichfaserplatten oder Schilfdämmplatte. Mechanisch würde ich immer befestigen, sonst klebt der Lehm (nass in nass) auch gut.

Grüße vom Niederrhein



Teuer vs. billich



@Herr Beckmann
können Sie (oder sonst jemand) mir einen aktuellen Komplett-Brutto-qm-Preis (Holzfaserplatte WLG045, in Lehm eingelegt, verdübelt, armiert, verputzt, alternativ endbeschichtet a la diffutherm) nennen?

Danke im Voraus



Markus G.



bitte GENAU lesen was geschrieben steht.
ich rede von einer Mineralschaumplatte die eben nicht hydrophobiert ist, außerdem hat sie ein bedeutend geringers spezifisches Gewicht und eine höhere Porosität und dadurch eine geringer Wärmeleitfähigkeit(o,o4o) als Porenbeton, und wer redet von Kalkzemetmörtel ???
Die verarbeitungshinweise für den "toleraten" Patrik
1. Ausgleichsputz aus Lehmunterputz (Fals notwendig)
2. Auf die Mineralschaumplatte(NICHT hydrophobiert)

Lehmfeinputz als kleber aufziehen(Zahspachtel)und an die
Wand oder eine vorab aufgebrachte Ausgleichsschicht
aus Unterputz aufkleben ....das hält sogar.
3. auf die Mineraldämmplatte wird eine Schicht Oberputz
aufgezogen und mit Gewebe armiert.
4. Streichen (mit diffusionsoffen Anstrichen).

Lehm ist nicht gleich Lehm!! ich meine Grubenlehm und nicht abfallprodukte von C....... oder h...

Grobe Materialpreise:

Lehmfeinputz als Kleber ca. 3,00Euro
50mm Mineraldämmplatte ca. 13,00Euro
Lehmoberputz als Armierung ca. 3,00Euro
Glasfasergewebe ca. 1,20 Euro
Preise sind Netto und Richtwerte,

jedenfals sind das inkl. Steuer so um die 25-26 Euro/qm



Preise & Mineralschaum



Vielen Dank für die Materialpreise, was muss für die Verarbeitung gerechnet werden?

"Mineralschaum": wie heisst denn der Hersteller? Unter "Mineralschaum" subsummiert sich alles mögliche, es gibt nach meinen Infos entweder die Calciumsilikat oder eben Porenbetonabkömlinge wie Minopor/Multipor/StoTherm/PoraTec, alle WLG045 - was ist mir da entgangen - wie heisst der Hersteller?



Innendämmung



Hallo Miteinander,

habe gerade mit einem Hausumbau beim Onkel meiner Frau zu tun.

Hat zwar weinig mit Fachwerk zu tun, bin aber auf Meinungen gespannt.


Das Haus sieht folgendermaßen aus:
24cm Außenwand Ziegel, Holzbalkendecken

Wollen nur das OG dämmen, da EG als "Keller" unbeheizt genutzt werden soll. Und billig solls auch noch sein.

Geplant ist eine Innendämmung aus Holzständer mit Verlegespanplatten als Beplankung wegen Stabilität, wenig spachteln und Dampfbremse. Als Dämmung wollen wir gehächseltes Stroh mit Soda als Schimmelschutz (Stroh hat immer Schimmelsporen an sich).
Die Holzbalkendecken werden eh geöffnet, da Dielung und Deckenputz Schrott sind. Die sollen auch mit Stroh wie die Wände gedämmt werden.
Feuchteschutztechnisch sollte es funktionieren, da blos 8cm Dämmung rein sollen und die Außenwände mit Mineralfarbe gestrichen werden bzw. hinterlüftete Fassade erhalten.

Was haltet Ihr von der Idee.