Innendämmung bei neuen Fenstern

21.06.2013 E.Seip



Hallo Forengemeinde,

ich werde in kürze Eigentümer eine Hofreite sein. Das Wohnhaus (Denkmal, Fachwerk, etwa 200 Jahre alt) verfügt über 2 Wohnungen, welche mit Einzelölöfen beheizt werden.

Ich möchte im Zuge der Modernisierung gerne neue Fenster einbauen und auf eine Zentrale Gasheizung umrüsten. Die Wände snd fast alle trocken aber abgesehen von einem Klakputz nicht isoliert. Ich befürchte, dass sich Feuchtigkeit in den Wänden sammelt, wenn ich nicht innenisoliere. Ich möchte aber auf Dampfsperren et. verzichten, weil ich schon viel schlimmes darüber gelesen habe.

Eine Lösung könnten Wandheizungen sein ("Lehmkleber" + 4 cm diffusionsoffene Holzbauplatten + Heizschläuche in 2,5cm Lehmputz (oder Kalkputz) + Feinputz)auf jede Außenwand.

Das kostet bei WEM z.B. schon ca 8.000 Euro für das Material und Verputzen kann ich nicht wirklich selber also vermutlich mindestens nochmal so viel für die Arbeitskräfte.

Gibt es evtl. eine günstigere Lösung, be der ich 'normale' Heizungen verwenden kann und die Fachwerkwand mit Lehmgefache undgedämmt lassen kann, ohne das sie feucht wird?

Gruß und Danke
E.Seip



Ja natürlich...



... kann eine Zentralheizung im FW-Bau auch "konventionell" mit klassischen Heizkörpern erstellt werden, ohne dass nach Fenstermodernisierung automatisch die Wände feucht werden; vernünftiges Heiz- und Lüftungsverhalten vorausgesetzt.
Zu den Kosten kann ich mangels Kenntnis des Gebäudes nix sagen...

Es wäre aber grundsätzlich nicht unvernünftig, auch in diesem Fall über eine dezente Innendämmung nachzudenken...

Bitte beziehe auch die Tatsache in Deine Kalkulation mit ein, dass nicht nur ein oder auch zwei Wärmeerzeuger benötigt werden, sondern auch sehr wahrscheinlich eine Schornsteinsanierung ansteht...

Die geringere Investition wird sich in höheren Heizkosten niederschlagen... ob und wann und wie sich was rentiert lässt sich in Simulationsrechnungen darstellen... hierfür gibt es unabhängige Energieberater...

MfG,
sh





Ich würde die Entscheidung auch davon abhängig machen, ob ich die beiden Wohnungen danach vermiete oder ob sie von Familienmitgliedern bewohnt werden.

Bei Wandheizung muss man logischerweise mehr aufpassen, wo/wie man ein Bild an die Wand hängt. Das Wohngefühl soll deutlich angenehmer sein als bei konventionellen Heizkörpern, auch der Energiebedarf ist bei Wandheizung mit etwas Innendämmung niedriger.

Als Vermieter bekommt man die Mehrkosten vermutlich kaum heraus, denn die Energiekosten zahlen ja die Mieter. Und die zahlen kaum mehr Miete weil das Haus besser gedämmt ist und sie Wandheizung toll finden.

Für unser eigengenutztes Haus haben wir uns aber für Wandheizung und Innendämmung entschieden. Zum Wohngefühl kann ich aber erst in ein paar Monaten etwas sagen.

Das Foto zeigt die Wandheizung bei einem anderen Fachwerk.de Mitglied. Innendämmung und Wandheizung hat er nach etwas Anleitung selbst eingebaut. Ich hatte nur mal einen Tag etwas mitgeholfen, das geht wirklich recht einfach.



DANKE ...



... Ihnen Beiden für die Antworten. Die Wohnungen sollen vermietet werden aber ich möchte evtl. irgendwann selbst einziehen. Ob und wann kann ich aber noch nicht sagen. Wenn es nicht unbedingt nötig ist zu dämmen um die neuen Fenster einbauen zu können, dann würde ich das auch erst mal nicht machen und auch auf eine konventionelle Heizung setzen.

Danke fü den Tipp mit dem Schornstein. Ich muss mal die Preise dafür checken. Bisher kann ich noch nicht sagen, ob die Heizung ins Haus oder in ein Nebengebäude kommt.



8000€ Materialkosten sind kaum vorstellbar!



Wie groß ist denn das Haus?

Eine Wandheizung schafft Strahlungswärme was sich gerade bei eine Innendämmung und den damit verbundenen Wärmebrücken bauwerkserhaltend auswirkt.

Grüße



Es existiert kein Grundriss/Aufriss mehr ..



.. und vermessen konnte ich bisher auch noch nicht aber die Grundfläche ist ca 80 m². Nach der Faustformel (Grundfläche x 0,8 = Wohnfläche) komme ich also auf etwa 2 x 64 m². Eine Wand ist allerdings an eine Backsteinscheine angebaut und ist daher schon ein wenig außebgedämmt. Deckenhöhe ist ca 2,47 Meter.

Ich habe eine grobe Rechnung alsBild eingefügt und nochmal 2.000,- Euro für alles, was ich vergessen habe mit eingerechnet.



Vernünftige Kalkulation



Lass Dir doch erstmal von einer offiziellen Vertretung von WEM-Wandheizungen in deiner Nähe eine Konfiguration/Kalkulation erstellen, dann hast Du eine realistische Hausnummer, was die Kosten angeht.
Bei deiner Rechnung hast Du nämlich die u.a. Etagenverteiler+Kästen dafür, Thermostate, Steuerungen draußen vor gelassen, auch Fittinge und Anschlussadapter summieren sich nicht unerheblich. Lehmputz dagegen muss nicht zwingend teure Sackware von Claytec sein, im BigBag ist der Preis schon deutlich moderater.



Innendämmung



Hallo E.Seip,
ist den eine Innendämmung zwingend erforderlich ? Besteht ein schützenswertes Sichtfachwerk? Nur weil es ein altes Haus ist muss man nicht das Fachwerk freilegen, dies bringt auch eine Menge Probleme mit sich. Viele heute freigelegte Fachwerke wurden erst in unserer Zeit freigelegt.
Wenn nicht ist es immer besser von außen zu Dämmen z.B. mit einem Wärmedämputz (Klimasan) oder div. Dämmplatten die anschl. mit einem Kalkputz verputzt werden. Ich find es auch nicht fair die Preise des Putzes auf die Preise der Wandheizung zu schlagen. Der zusätzliche Putz für die Wandheizung ist minimal. Das verputzen hast du eh. Aber Herr Meurer (WEM) oder andere Anbieter werden dich gerne beraten. Vergiss aber auch nicht bei ihnen zu kaufen.
Gruß
Heiko



Denkmal



Es handelt sich (leider) nicht um Sichtfachwerk. Das Haus wurde an 2 Außenwänden verputzt (vor Eintrag in die Denkmalliste) und ist zu einer Seite hin mit einer alten Schindelfassade verkleidet. Die muss erhalten werden. deshalb fällt die Außenisolation im Prinzip flach.