Innerdämmung falsch gemacht ?

05.11.2003



Hallo,
bei mir wurde eine Fachwerkwand 11 cm von einem Fachbetrieb? mit folgendem Aufbau von innen nach aussen verkleidet:
2 x Rigips 12,5
1 x Dampfbremse pro clima db+ auf Metallständerwerk
1 x Isifloc Dämmplatte 6 cm
Da die dahinterliegende Fachwerkwand schief war, ergibt sich eine Luftschicht zwischen 1 - 5 cm. Von aussen soll noch eine 8 cm Aussendämmung angebracht werden. Meine Frage nach studieren der Innedämmungsthemen: Muss man die Wand nicht hinterlüften und wenn ja,wie kann ich das noch nachträglich vor Anbringung der Aussendämmung machen? Ich kann/will die Wand, wenn denn da was falsch ist, nicht abreißen, da da schon eine Küche vorsteht/dranhängt. Die Fachfirma existiert leider nicht mehr, sodass ich die Aussendämmung selber anbringen muß.
Danke für die Antworten



Ohje......



Tja-Dieter... ersteinmal die gute Nachricht: Ihr Haus wird sehr wahrscheinlich die nächsten 10 Jahre noch überstehen! Falls jedoch dieser haarsträubende Wandaufbau nicht verändert wird, sehe ich für die Zukunft schwarz! Erklären Sie mir doch mal bitte, was Ihnen die schönste Dampfbremse nützt, wenn Sie dahinter eine großzügige, geräumige (womöglich noch hinterlüftete) Luftschicht haben. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, daß es Betriebe gibt, die noch heute so eine Innendämmung an die Wand pappen! Mein Vorschlag: Falls Sie sowieso eine Außendämmung anbringen, dann die Innendämmung entfernen und die Wand mit Lehm- oder Kalkputz verputzen!





Naja, optimal ist dieser Aufbau der Innendämmung sicher nicht; zu retten ist die ganze Sache durch die zusätzlich vorgesehene Außendämmung (wobei es nicht verwundert, dass es den Fachbetrieb nicht mehr gibt: Warum denn Innen- und Außendämmung?). Mit 8 cm Außendämmung kommen Sie aber nicht hin. Sie brauchen eine gut gedämmte und vom Haus abgekoppelte, sprich komplett hinterlüftete Fassade, deren Aufbau davon abhängt, wie die Fassade gestaltete werden soll: Putz, Holz, Schiefer??? Die Innedämmung können Sie erst mal lassen, bei der nächsten größeren Renovierung würde ich sie aber rausnehmen und, siehe Flender, einfach ordentlich verputzen.
Gruß gf



Innendämmung falsch



Danke für die tröstlichen Worte.
Leider kann ich da jetzt auch nichts mehr dran machen. Ich habe mich auf die Nichtfachleute verlassen. Ich kann leider keine dickere Aussendämmung nehmen, da die Wand in einer kleinen Gasse liegt, wo nur 50 cm Platz zu einem Anbau(Nachbar) sind. Würde es was bringen, wenn ich diesen "Hohlraum" Zwischen Metallständerwerk und Wand noch mit Isofloc ausblasen lassen würde???





Nö. Isofloc bringt erst was ab 15 cm Schichtdicke, beeser mehr. Lieber einen gut belüfteten Hohlraum lassen - sagen wir 7 cm, und 7 cm Dämmschicht; alles andere bringt einfach nichts. - aber wie wollen Sie in einem 50 cm schmalen Raum überhaupt vernünftig arbeiten? Da krieg ich ja schon beim Lesen Platzangst. Es wäre zu überlegen, auch kostenmäßig, die Außendämmung wegzulassen und die Innendämmung doch abzureißen und durch einen vernünftigen diffusionsoffenen Ausbau zu ersetzen - etwa Schilfmatten und Lehmputz.
gruß gf



Nachtrag



Bei 50 cm Arbeitsraumbreite würde ich auch vorschlagen, auf die Außendämmung zu verzichten! Aber Vorsicht! Abschließend möchte ich noch eines anmerken: Innendämmungen können nur dann sinnvoll und haltbar sein, wenn keine Luftschicht "eingebaut" wird! Auch wenn Ihre Luftschicht noch so gut belüftet wird kann ich bereits jetzt voraussagen, daß an der Innenseite der Außenwände in spätestens 20 Jahren ein nicht zu überbietender Artenreichtum von zum Teil exotischsten Pilzen (Schimmel, Schwämme) in allen erdenklichen Farbschattierungen vorzufinden sein wird. In einem Fall hat man sich mit dieser Luftschicht hinter der Innendämmung sogar den ECHTEN Hausschwamm ins Haus geholt! Meiner Meinung nach ist das wirklich unnötig! Also raus mit der Innendämmung und rein mit dem durchdachten Aufbau!



Innen- oder Außendämmung.....



... im Fachwerk immer ohne zwischenliegende Luftschichten erstellen!! Das soll heißen, daß man die Dämmebenen in eine Lehmebene einbetten sollte bzw. einen Dämmstoff hohlraumfrei einblasen muß. Im Außenbereich ist die Belüftungsebene immer auf der Dämmebene zu erstellen und mittels einer Kreuzlattung die eigentliche Fassade zu erstellen. Dieses Thema wird aber von fast 90% der Firmen am Markt falsch ausgeführt. Man sieht immer nur eine Querlattung und dies eben auch im Selbstbau (ist ja auch einfach, weil Bretter senkrecht drauf kommen!!). Bei weiteren Fragen stehe ich gern gesprächsbereit zur Verfügung und verbleibe mit besten Grüßen aus der schönen Oberlausitz.



Innendämmung falsch



@Alle,
aufgrund der Antworten habe ich eine Tauwasserberechnung durchführen lassen.
Das Ergebniss:
Die Tauwasserbildung ist im Sinne von DIN 4108, Teil3,Abs. 3.2.1. unschädlich, da die Tauwassermasse(WT) je Tauperiode(g/m²= 178,23)< zulässige WT und mögliche Verdunstung je Verdunstungsperiode(g/m²=1424) > WT.
Muss ich jetzt immer noch Angst vor einem Schimmelpark haben?



Innendämmung falsch?



Hallo, Den größten Fehler den man machen kann, sind Hohlräume hinter der Dämmung.Die Steckdosen, sind die richtig abgedichtet ? ( Lufdicht) Man kann nicht davon ausgehen das die Konstruktion winddicht ist. Hat man Fehlstellen, z.B. an den Steckdosen, so kann Konvektion entstehen. Durch Konvektionsströmungen wird sehr viel Feutigkeit transportiert und fällt dann in den Kühlen Regionen als Kondenswasser aus.
Hohlraumfrei dämmen ist sehr wichtig.!!



Innendämmung falsch?



Also das mit den Steckdosen ist völliger unsinn. Wenn das das geringste Problem ist...
Also ein fachwerk lässt man atmen. Innendämmung würde ich ganz lassen höchstens 2 cm Wärmedämmputz, kann man auch zum Ausgleich der unebenheiten nehmen. Aussendämmung muss dampfdurchlässig sein und Aussen einen Mineralputz drauf mit mineralischen anstrich.
Vielleicht mal ne Tauwasserberechnung machen lassen, kann sein, dass die Innendämmung die Tauwasserebene in die Wand geholt hat.