Innendämmung Fachwerkhaus

24.11.2015 Andreas W.



Guten Morgen,

ich plane, beim Umbau die Aussenwände des OG von Innen zu dämmen. Haus steht unter Denkmalschutz. Ich dachte an 40mm Holzwolleplatten in Lehmkleber, um nicht zuviel Raum zu verlieren.Außerdem habe ich hier gelesen, dass eine stärkere Dämmung verhältnismäßig wenig bringt und 40mm tauwassertechnisch "risikoarm" ist.

Ist der Aufbau ok?
Ich habe gelesen, dass alle einbindenen Wände und Decken mit Dämmkeilen versehen werden müssen, um Kältebrücken zu verhindern.
Was haltet ihr davon?

Ich werde auch die alten, morschen Dielen rausnehmen. Wie ist das mit der Dämmmung? Die Holzbalkendecke ist mit Stakungen verklemmt und mit LehmStrohmörtel überdeckt.
Sollte die Dämmung bis auf den Lehmmörtel gehen und die Balken ausgespart werden?

Könnt ihr mir Tips geben?

Vielen Dank

Gruß

Andreas



Holzweichfaserplatte



Holzwolleplatten sind zementgebunden (Heraklith).

https://www.u-wert.net/innendaemmung-von-fachwerk/

Mein Energieberater meinte die Flankendämmung sei bei der geringen Dämmstärke nicht wichtig.

Die Lehmfüllungen im Boden hätte ich auch gerne.



Sorry...



ich habe mich verschrieben, ich meinte natürlich Holzfaserdämmplatten, wie z.B. Unger UdiTHERM , NICHT holzwollePlatten :-(

Ist es wirklich so, dass man die Flankendämmung vernachlässigen kann? Die Lehmfüllungen bleiben natürlich drin.

Gruß

Andreas



Innendämmung und Flankendämmung



Gib doch noch den gesamten Wandaufbau der Außenwand an inkl Balkenbreiten, Materialien etc.

Bei der Flankendämmung der Innenwände kommt es neben der Wanddicke auch auf das Material an.
Wenn ein Holzpfosten an der Außenwand steht stellt dieser kaum eine Wärnebrücke dar, noch weniger wenn er gegen ein Gefach steht (sofern dieses nicht mit Ziegeln ausgemauert wurde)

Es kommt also auf den U-Wert der Außenwand an und auf den der Innenwand.
Je schlechter die U-Werte und je dicker die Innenwand umso sinnvoller ist die Flankendämmung.

Es gibt auch funktionierende Innendämmungen mit 12 cm Dicke, die hygrothermisch untersucht und berechnet wurden-
es kommt immer auf die Ausführung und die jeweiligen Bedingungen an.
Schlagregenschutz muß gegeben sein-
dann würde ich zumindest 60 mm Holzfaserplatten verwenden.
Der Aufwand ist derselbe- nur die Materialkosten sind etwas höher-
jedoch auch der Dämmwert.
Je schlechter der vorhandene Dämmwert um so mehr macht sich prozentual jede Verbesserung bemerkbar.

Eine Wandheizung wäre auch günstig- je nach Bedingungen.

Andreas Teich



Guten Abend,



ein guter Ansprechpartner im Eichsfeld ist Lehmbau Sonntag in Ershausen, ist auch bei fachwerk.de zu finden.

In meinem Haus habe ich die Decken durchgedämmt.Also den Lehm und Stakung um Dämmstärke ausgebaut und den Bereich mit Dämmung ausgefüllt.
Einbindende Wände habe ich nicht mit Dämmkeilen versehen.
Interessante Bereiche waren noch die Fensterleibungen und deren Dämmung.

Mit besten Grüßen aus Bernterode im Eichsfeld
Danilo
( Kannst ja auch mal vorbeischauen zu fachsimpeln ...)



Servus



Erstmal vielen Dank für eure Anmerkungen!

@Andreas Teich

Die Außenwand besteht aus 18-20 cm Eichenfachwerk, ausgemauert mit Bruchkalksteinen, bzw. Feldsteinen. Innen Lehmputz teilweise 3-4cm, außen auf den Gefachen vermute ich Kalkputz, kann es aber nicht hundertprozentig sagen.

Die zwei Wetterseiten sind mit Schiefer behängt.

Manche Fachwerkinnenwände sind ca. 15cm stark und wohl erst erst nachträglich reingekommen. Zumindest sieht es so aus, da ein Balken der Innenwand an der Innenseite der Außenwand steht. Wenn ich also Andreas Teich (Darf ich eigentlich dutzen?) richtig verstehe, ist dort Flankendämmung nicht dringend nötig.

Dann gibt es noch die Tragenden, aussteifenden Fachwerkzwischenwände (auch ca. 20cm stark), deren Balken in die Außenwand einbinden. Hier sollte ich wohl über Flankendämmung nachdenken.

Wandheizung hatte ich auch schon drüber nachgedacht. Wieder von abgekommen, da ich nicht weiß, ob ich auf dauer selbst in der Etage wohnen werde, oder nicht runterziehe.
Würde evtl. dann oben vermieten und weiß nicht, ob Nägel oder Schrauben trotz "Verbot" eingeschlagen werden :-)

@Dachdenker

Ohh...wohnst ja gleich um die Ecke, das würde sich ja mal anbieten, das "fachsimpeln" :-). Hast du deine Wände bis runter auf die Lehmstakung gedämmt, oder bis auf Fussbodenniveau?

Welche Dämmung hast du in der Decke verbaut? Ich möchte die Stakung, LehmStrohmörtel und alle Füllstoffe drin lassen,schiefe Balken ausgliechen, einige Kalksteinplatten für Schallverbesserung in den Zwischenboden legen und die Hohlräume mit Blähtonschüttung bis Oberkante Balken abziehen.Darüber OSB.

Wahrscheinlich sollte die Innenwanddämmung zuerst an die Wände, bis runter auf die Lehmwickel. Oder kann ich die Dämmung auf den OSB-Boden aufsetzen? Siehe Bild...

Danke für eure Hilfe...

Gruß

Andreas



Fachwerk- Innendämmung



Hallo Andreas

Guter Schlagregenschutz durch Schiefer ist günstig- es wäre natürlich noch besser wenn er gedämmt wäre, was früher jedoch nie gemacht wurde und nachträglich nur bei Erneuerung sinnvoll ist.

Den U-Wert im Bereich des Balkens und der Wand kannst du im U-Wert.net -Rechner berechnen.
Die Schwierigkeit besteht immer bei unbekanntem Wandaufbau- evt Referenzwerte von vergleichbaren Gebäuden annehmen oder beim Denkmalamt fragen zu Werten oder Wandmaterialien in eurer Gegend.

Du kannst ja die Wände erst einmal dämmen. Wenn du dann im Winter die Wandtemperaturen der angrenzenden Innenwände mißt kannst du immer noch sehen ob die Flankendämmung sinnvoll ist- der Aufwand ist dann sehr überschaubar.
Evt nur im angrenzenden Bereich den Putz abschlagen und durch eine Holzfaserdämmplatte ersetzen.

Bei Wandheizungen ist ein Kupfersystem ohnehin besser- auch weil jederzeit mit einem billigen Metalldetektor die Rohre gefunden werden können. Fragen dazu gerne ggf per Email.

Andreas Teich