Innendämmung der Aussenwände

08.07.2015 JayC



Auch wir planen die Innendämmung unserer Aussenwände. Bei dem Gebäude handelt es sich um ein Bauernhaus (ca. 1870 erbaut und 1915 nach Brand wieder aufgebaut) mit Aussenziegelwänden ohne Fachwerk. Eine Aussendämmung kommt generell aus optischen Gründen nicht infrage!

Folgende Wandaufbauten sind zu berücksichtige (von aussen nach innen):

1. 270 mm Ziegelstein, 60 mm ruhende Luftschicht, 120 mm Klinker, 20 Kalkputz

2. 320 mm Zielstein (wahrscheinlich inclusive ? mm Luftschicht > muss noch geprüft werden!), 20 mm Kalkputz

3. 270 mm Ziegelstein, 20 mm Kalkputz

Nachunseren bisherigen Recherchen überlegen wir folgenden Aufbau der Innendämmungen auf dem Kalkputz (von aussen nach innen):

- 5-10 mm Lehmkleber
- ? mm Holzdämmplatte mit Lehm aufgeklebt und verdübelt, - - 10-20 mm Lehmgrobputz (bei Wandheizung bis 35 mm)
- 5 mm Lehmfeinputz

Die sinnvolle Stärke der jeweiligen Holzdämmplatte für die unterschiedlichen Wandaufbauten ist uns nicht klar. Ich habe auf U-Wert.net ein bischen ´rumsimmuliert und die Stärke dieser Platte macht sich bemerkbar. Bei dem 1. Wandaufbau erhalte ich mit 120 mm Dämmplattre einen U-Wert von 0,26 und bei nur 60 mm Plattenstärke einen U-Wert von 0,43! Bei dem 2. Wandaufbau steigt der U-Wert mit 120 mm Plattenstärke auf 0,30.

Ich bin sicher, daß es noch andere Kriterien gibt als den U-Wert, um eine sinnvolle Dämmung mit gutem Raumklima zu erzeugen, ohne 120 mm Monsterplatten zu verbauen ...

Wie verhalten sich unsere Pläne bei einem so alten Haus eigentlich zu den gesetzlichen Energieeinsparverordnungen?

Gruß
Chris



Hallo Chris,



bei einer Innendämmung sind die ersten cm die wichtigsten, viel hilf da wenig!
Im Prinzip ist eine Innendämmung in der angedachten Variante unkritisch, wobei die Details schon wichtig sind.
Deine 3 Wandaufbauten würde ich gleich behandeln.
Wie schon angedacht lässt sich preiswert, behaglich und bauwerkserhaltend eine Wandheizung integrieren.

Grüße Gerd



Ich fange mit Ihrer letzten frage an!



Die Energieeinsparverordnung (EnEV) regelt im § Befreiungen,
das jede Maßnahme in der üblichen Nutzungsdauer wirtschaftlich sein muss. Die Nutzungsdauer haben Gerichte mit 10 Jahren festgelegt.
Das heißt: Schauen wie hoch die jetzigen Energie.-bzw. Heizkosten sind. Bleibt die Heizung oder kommt eine neue Heizung in Frage. Es sollte auf jeden Fall eine Strahlungsheizung sein!



Es sollten...



5cm Holzweichfaserplatte genügen.

Grüße

Thomas





@ all,

ersteinmal danke für die konstruktiven Antworten. Zur Vervollständigung unseres vorhabens folgende Informationen:

Der Wohnbereich im Erdgeschoss soll durch entfernen von Wänden (Statiker ist eingebunden!) großflächig geöffnet werden.

Im Erdgeschoss ist ein dem geöffneten Raumvolumen angepasster Grundofen angedacht. Nach entsprechenden Gesprächen mit Ofenbauern ohne Wassertasche.

Die vorhandenen Heizkörper habe ich bereits entfernt und planen eine Strahlungsheizung > im Erdgeschoss aufgrund der Höhe als Deckenheizung und im Obergeschoss als Wandheizung.

Aufgrund der geringen notwendigen Vorlauftemperatur überlegen wir den Einsatz von Solarthermie, um auch im Frühjahr und Herbst die ebenfalls bereits vorhandene Gasbrennwerttherme nicht strapazieren zu müssen.

Ein weiterer kritischer Punkt, der uns zur Zeit beschäftigt, ist der möglich Energieverlust über die Fußböden. Hierzu habe ich unter folgenden Beitrag geschrieben: http://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/239414$.cfm#239441 (Ergänzung durch das eigene Vorhaben > „Wollen auch dämmen“)

Resümee: Der Wandaufbau ist bei sorgfältiger Ausführung mit einer 60 mm Holzfaserdämmplatte für alle 3 Wandaufbauten okay!?

Gruß
Chris



Ja



wenn die Schlagregenbelastung nicht zu hoch ist und die Arbeiten nach dem Stand der Technik ausgeführt werden.

Grüße



Schlagregenbelastung ...



Hallo Gerd,

von Schlagregen ist in 1. Linie die Süd-/Westseite betroffen. Die Wand hat den 1. Aufbau mit ruhender Luftschicht. Weiterhin sind wir bei der Aussenwand bereits angefangen, die Fugen zu erneuern.

Gibt es noch andere Möglichkeiten, mögliche negative Einflüsse durch Schlagregen zu minimieren? Versiegelung der Ziegelsteinoberflächen?

Später planen wir genau an der Wand eine lange, überdachte Holzveranda, so daß nur noch der obere Teil der Wand (Drempel des OG) dem Schlagregen ausgesetzt ist.

Gruß
Chris



Vorsatzschale



Eine Klinkerschale kriegen Sie nie wasserdicht bzw. schlagregensicher.
Deshalb werden solche Schalen mit Luftschicht vorgesetzt. Eindringendes Wasser (oder Kondensat) kann so an der Innenseite nach unten laufen. Für den Ablauf gibt es Öffnungen (unvermörtelte Stoßfugen) und eine waagerechte Abdichtung (Z- Folie).



Wenn ich



richtig lese ist die Fassade ja sch?n ein paar Jahre mit der Schlagregenbelastung ausgekommen.
Um den Eintrag zu reduzieren gibt es mehrere M?glichkeiten wie: Hydrophobieren, gro?er Dach?berstand Holverkleidung..

Wird denn die Wand im jetzigen Zustand bei Regen innen nass?





Hallo Herr Meurer,

Der Wandbereich, bei dem wir jetzt mit dem Neuverfugen beginnen, hatte sehr "ausgewaschene" Fugen und muss dringend gemacht werden. An dieser speziellen, ca. 2-3 m² großen Aussenwandfläche mit ruhenden Zwischenluftraum hat es hinter einem Schrank auf der Innenseite losen Putz gegeben, der jedoch auch knochentocken ist. Der mit der Verfugung beauftragt Maurer sieht keinen unmittelbaren zusammenhang zischen den desolaten Fugen und der Putzablösung. Für die Putzablösung sieht er eher Feuchtigkeitsstau hinter dem früheren Schrank durch unzureichende Lüftung!?

Gruß
Chris



Knochentrocken



Wenn die Innenwand "knochentrocken" ist und Sie einen Grundofen einbauen wollen, warum nicht einfach nur den Kalkputz erneuern oder einen dickeren Kalkleichtgrundputz
aufbringen.
Grundofen und "knochentrockene" massive Innenwände passt!
Grüsse Christoph





Hallo Christoph,

ich bin zwar nicht vom Fach, aber:

Trockene Wände sind das Eine; eine gute Dämmung (auch im Sommer gegen Hitze) das Andere ... oder übersehe ich da etwas?
Auch Holz kostet Geld und da wir zur Zeit ALLES aufreissen, halten wir es für sinnvoll, jetzt nicht am falschen Ende zu sparen und eine sinnvolle Dämmung wegzulassen. es gibt sicherlich auch ´mal Tage bzw. Zeiten, wo nur die Wand-/Deckenheizung arbeit.

Darum geht es in Deinem Hinweis, oder?

Gruß
Chris



Mein Haus...



...100 Jahre alt, hat außen 24 cm Vollstein,
Luftschicht 6 cm und innen 7 cm Langlochstein.
Gerade vor wenigen Tagen über 35 Grad und trotzdem ein angenehmes Klima in unserem Haus.
Dem Wort "Dämmung" wird viel zu viel Aufmerksamkeit gewidmet.
Dämmung und Speicherung = Stein und Holz!
Viel Glück, Christoph