Innendämmung

28.09.2014 Konrad



Hallo,
ich habe einen Dreiseitenhof gekauft und will ihn nun sanieren.
Der Hof ist Bj 1897 und die Gefache sind mit Ziegel ausgemauert und von innen mit Lehm verputzt.
Den inneren Zementputz haben wir komplett abgetragen.
Nun möchte ich die Fasade so belassen und von innen dämmen.
Zu Einsatz soll kommen ein Lattengerüst mit Gutex Thermoflex und obendrauf Gutex Thermowall Putzträger.
Danach eine Wandheizung mit Lehm- oder Kalkputz
Soweit so gut.
Jetzt soll im Obergeschoss noch die Decke gedämmt werden, da der Dachboden kalt ist,es kommt eine Dampfsperre und Spannfilz in die Decke.

Sollte die Decke erst gedämmt werden und dann die Innendämmung angebracht werden? Oder doch eher andersherum?



Dämmen von Fachwerk auf der Innenseite



Die Thermowall ist eine Platte für den Außenputz und da sollte sie auch bleiben.
Die Holzkonstruktion mit dem Thermoflex direkt auf die Gefache (also sichtbares Fachwerk mit lehmverputzen Gefachen) halte ich für gewagt. Du hast noch keine Stärken genannt, aber unabhängig davon wird es kalt für das Fachwerk und von Außen ist noch mit eindringender Feuchtigkeit zu rechnen. Der Übergang zu den Deckenbalken muss gut überlegt sein.

Ich könnte mir hier alternativ eine verlorene Lehmschalung mit Leichtlehm vorstellen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Gutex



bietet für das Verputzen das Produkt Thermoroom an.

Lehmputz hält besser an den Platten, auch ist die thermische Behaglichkeit bei Lehmputzen höher.

Grüße aus Koblenz



Gutex Thermoroom



Hallo,

danke für die Antworten!


Da hat der Trockenbauer sich mit der Bezeichnung vertan. Wir werden Thermoroom benutzen.

Nun aber die eigentliche Frage - erst Decke mit Dampfsperre oder erst die Innendämmung??

Es sollen 40mm Thermoflex und dann 20mm Thermoroom verbaut werden.

Kann ich die Decke auch mit Holzfaserdämmplatten dämmen?
Wenn ja welches System könnt ihr empfehlen?



Im System bleiben



An der Wand Holzdämmstoffe ohne Dampfsperre und in der Decke Steinwolle mit Dampfsperre (ich hoffe, es ist Dampfbremse gemeint) - das ist ein risikoreicher Mix - dazu kommt noch der Aufbau an der Wand mit 40er Termoflex zwischen Konstruktionshölzer - auf dem Konstruktionsholz dann 20er Thermoroom.

Die 20er Thermoroom ist für ein Lehmverputzen auf Konstruktionsholz nicht geeignet. Das kann nicht gut gehen.

Wenn das Gesamtkonzept sonst für das Haus stimmt (und daran zweifle ich), dann würde ich 60er Thermoroom nehmen und diese auf vorbereiteten Lehmuntergrund nach Verarbeitungshinweise (!) aufsetzen. Gerd kann da sicherlich weiterhelfen.

In der Decke auf keinen Fall Steinwolle, sondern dann gerne die Thermoflex und keine Dampfsperre einbringen. Im kalten Dachboden für gute Durchlüftung sorgen. In diesem Fall würde ich die Thermoroom bis zur Oberkante der Balkenlage hochziehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Kunterbunt



und abenteuerlich, das fällt mir dazu spontan ein ;-)).
Da werden die Grundregeln für den Aufbau der Aussenhülle komplett ignoriert:
Hohlraumfrei
diffusionsoffen
kapillar leitfähig
Dämmplatten auf Lattengerüst ergibt Hohlräume, Holzweichfaser, ob nun Gutex oder andere, vollflächig in Mörtel( Lehm oder Kalk) gebettet, dann verputzt, und gut.
Eine Dampfsperre ist im Altbau eigentlich nicht realisierbar, Balkendurchdringungen, nicht erkennbare Hohlräume in der vorhandenen Bausubstanz sind die Problempunkte. Dann lieber ein diffusionsoffenes und kapillar leitfähiges System installieren, z.B. Zellulose und als Abschluss keine OSB-Platte auf den Dachboden, sondern stinkelingpief Rauhspund.
MfG
dasMaurer