Innendämmung bei Fachwerk

06.01.2020 Blownlightbulb


Innendämmung bei Fachwerk

Hallo an alle,

ich habe ein altes Haus (um 1850) und bin beim Sanieren der oberen Etage.
Untere Etage Lehmwände, die obere wurde wohl später aufgesetzt und mit Ziegeln gemauert.
Die obere habe ich schon fast komplett entkernt, es müssen nur noch die Stacken aus dem Fußboden raus.

Jetzt zu meiner Frage. Die Wände sind 24 bzw 12 Ziegelwände. Also nicht sonderlich gut isolierend.
Meine Idee war es jetzt diese mit 60mm Multipor zu dämmen.
Aufbau: Zementputz - Ziegel - Kalkputz - Multipor - Kalkputz - Ziegelriemchen
Ich möchte gerne die Wände mit Abschnitten von echten Ziegeln verkleiden, weil mit die Optik sehr gefällt.
Laut U-wert Rechner würde die Wand Nass werden, aber stimmt das? Das Multipor ist ja dafür gemacht.
Die Multiporplatten würde ich jede andübeln, damit sie die ca 30kg/m² halten - hält aber der Klakputz die Ziegelabschnitte?
Auf die Balken würde ich nur Schilfmatten als Armierung aufbringen.

Was sagt ihr zu dem Wandaufbau? Funktioniert der oder eher nicht?

Vielen Dank für euer Hilfe



Versuch macht kluch



nur wenn es nass wird, fangen sie wieder von vorne an.

Bitte holen sie sich fachkundigen Rat und machen ein Gesamtkonzept zu dem vorgestellten Aufbau.
Wozu sollen die "Staken" in der Decke ausgebaut werden?



Firmen waren auch schon da, aber ...



Hallo

Danke für die Antwort. Ich hatte schon eine Fachfirma und einen Bauingenier da.
Die Firma meinte: einfach verputzen, hat doch schon 80Jahr so gehalten. - will ich auf keinen Fall
Der Bauingenieur hat mir zu dem Multipor geraten, aber er würde die Balken mit Dachpappe abdecken - da habe ich angst, dass wenn Feuchtigkeit hinter die Dachpappe kommt (und das wird sie ja bestimmt), sie nicht mehr abtrocknen kann.

Die Staken sollen raus, weil der ganze Boden sich zu Mitte hin abgesenkt hat und ein neuer Aufbau drauf soll und weil ich nächstes Jahr dann die Decken von unten öffnen möchte, also so, dass man die Balken sieht und etwa 15cm mehr Höhe unten hat. Die Balken an sich sind ok, hat ein Zimmermann schon alle kontrolliert.



Fachwerkwand dämmen



Wenn es ein entsprechendes Auflager für die Multipordämmung gibt würde ich eher mehr dämmen- also dickere Steine verwenden, zB 80 mm.

Kalkputz auf den Multipor Steinen wird nicht viel Sinn machen wenn die Kapillarität der Ziegel mit Kleberbett zu sehr reduziert wird-
am besten bei Multipor nachfragen mit genauer Angabe der Ziegelsorte, -dicke, Kleber etc



Außendämmung



wäre wohl keine Option ?



Außendämmung wäre sicher besser, aber ...



Hallo,

vielen Dank für die Antworten.

Eine Außendämmung wäre sicher besser, aber da die Wände unten bereits 1m dick sind möchte ich diese nicht noch weiter verbreitern, außerdem wurde das Haus erst vor 6 Jahren frisch verputzt - warum nicht gleich gedämmt weiß ich nicht. Und es ist mir im Moment auch zu teuer.

das mit den Ziegeln ist kein muss, nur würde es mir sehr gefallen.
Da ich Ziegeninnenschnitte verwenden möchte dürften die auch Diffusuionsoffen genug sein, meinte der Bauingenieur - er riet mir auch eher zu Kalkmörtel als zu Lehmmörtel, da dieser wohl schneller trocknet
eventuell mehr als 60mm hab ich auch schon überlegt



Außendämmung



ich meinte im Ober bzw. Dachgeschoß. Unten brauchts keine Dämmung.



nur oben Außendämmung



hmmm das ist ne Überlegung wert.
Probleme könnte es über dem Eingang geben, das ist ein Treppenhaus gebaut wurden, das eine Gaube im Dach hat und die Seitenwände sind nur 12 Zigelwände - Dachüberstand ist max 10cm
Aber wenn das geht, nur die oberen Ettage zusätzlich zu dämmen wäre das auch eine Option

Danke



Nicht alles aus der Nase ziehen lassen



vielleicht wäre mal ein Foto von außen hilfreich ?



Lehmstaken.....



Hallo Blownlightbulb,
Ich bin zwar neu hier, und möchte auch nicht schlaubergern. Ich habe in meinem Haus (1900) schon mehrmals Umbauten vorgenommen. einige davon haben sich aus Jugendsünden herausgestellt. Deshalb möchte ich nur soviel zu deinem Bau beitragen: Ich lasse alles, was an Lehm im Haus verbaut ist auch drin und baue nur noch mit Lehm. Gerade jetzt saniere ich ein Zimmer und lasse auch hier die Lehmdecke drin, weil es nichts besseres für Haus und dessen Klima gibt , als Lehm. Er wärmt, er kühlt, er kann unmengen Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben (wenn man ihn nicht isoliert) und alles immer genau dann, wenn es benötigt wird. Und letztlich hat ein solches Haus keinen Sondermüll in sich. Man könnte es wenn es nicht mehr gebraucht würde einfach einebnen. Was man natürlich nicht müsste, weil ein solches Haus mehrere hundert Jahre halten kann. Im Gegensatz zu neuen, isolierten Bauchemiebauten.
Ich hoffe, du kannst die Lehmstaken drin lassen. Und entschuldige falls mir das nicht zusteht aber ich schreibe das erstemal in einem Forum und möchte nur helfen, gutes zu bewahren.



Innendämmung bei Fachwerk



Hallo, ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen.

Ein Fachwerk muss "atmen" können. Das A und O ist, Feuchtigkeit darf rein und kann auch wieder raus!
Dämmt man ein Fachwerk von innen oder von außen mit Styropor sperrt dies die Dampfoffenheit. Liegt nun der Taupunkt ungünstig (Luftzirkulation durch Temperaturunterschiede) wird Kondensat aus der Luft abgeschieden und kann nicht "raus" bzw rein.

Beispiel: Zieht man sich nach dem Duschen einen Regenmantel an, dann kann die Feuchtigkeit nicht abdampfen - würde man selber so nie machen!

Es gibt verschiedene Dämmmaterialien die in der Lage sind Feuchtigkeit aufzunehmen und sie wieder abzugeben. Z.B. Zellulosedämmung (zum schütten oder zum einblasen), Stampflehm mit Blähglas oder Blähton, Hanf-/ oder Jutedämmung (auch für Zwischenräume, Stopfhanf).
Vom U-Wert her sind die die Dämmmaterialien gleich gut oder sogar besser. Wir dämmen mit 10cm Stampflehm mit Blähglasanteil von Innen und erreichen einen U-Wert von 0,7.

Die Balken von deinem Haus dürfen keiner ständigen Feuchtigkeit ausgesetzt werden, sonst werden sie morsch und Schädlinge dringen ein.

Ich sage immer, die Baumeister von damals hatten auch kein Plastik und im Heute erreichen die natürlichen Baumaterialien und Dämmstoffe die erfordelichen Werte (oder besser) sind ungiftig und sind meist sogar günstiger in der Anschaffung.

Viele Grüße



Innendämmung bei Fachwerk



Korrigiere: Wir erreichen einen U-Wert von 0,2 W/m2K nicht 0,7



nunja...



@Fachwerksanierer...bei welchem Mauerwerk erreichen sie denn einen U-Wert von 0,2W/m²K....doch aber wohl nicht bei einer 12cm oder 24cm Vollziegelwand und 10cm Stampflehm mit Blähglas???

Und ja...Feuchtigkeit raus lassen sollte möglich sein, aber es sollte das Ziel sein, möglichst wenig Feuchtigkeit rein zu lassen!



sorry für



Halllo an alle,

sorry, das ich mich nicht mehr gemeldet habe, mich hatte die Grippe dahingerafft

Ich hatte gestern eine Firma da, die viel Erfahrung mit Fachwerk hat.
Ich bekomme bald ein Angebot für die Außendämmung für die obere Etage.
Wird wohl 80mm - mehr Platz habe ich nicht, da sonst auch das Dach verlängert werden müsste usw - aber der U-Wert kommt damit auf 0,27, was super ist zu jetzt

Was mich etwas verwundert hat ist das mir auch eine Innendämmung mit Dämmputz angeboten wurde - 6 bis 8cm - gibt es da Atmungsaktive?

noch mal vielen Dank für eure Antworten und schönes WE
Ich melde mich dann spätestens, wenn ich das Angebot habe