Innendämmung Auf Estrich Problem

23.08.2021 max1804


Hallo zusammen,
wir sind immer noch bei der Kernsanierung eines Hauses von 1926.

Jetzt haben wir an 2 Alten Gauben die Innendämmung mit Holzweichfaserplatten vor.

Es sind Mischmauerwerkwände mit Holzständern. Diese wurden innen mit Hessler Grundputz verputzt.
Darauf soll jetzt eine 6cm Holzfasserinnendämmplatte die dann den Oberputz erhält.

Problem ist folgendes, es ist eine Holzbalkendecke welche eine lage Rauspund drüber hat. Darauf ist 20mm Trittschalldämmung, dann Schlüter Bekotec Matte mit Heizschlaufen und darauf jetzt Nassestrich.

Leider wurde versäumt einen Streifen entsprechend der Holzfaserdämmung frei zu lassen beim Estrich legen.
Nachträglich den Estrich an der Stelle entfernen geht auch nicht da die Fußbodenheizleitungen fast bis an die Wand liegen.

Wie würdet Ihr da jetzt am sinnvollsten das Anschlussdetail von Wand zu Fußboden mit der Holzfaserdämmung lösen? Einfach stumpf auf den Estrich stoßen ist vermutlich nicht optimal?

Vielen Dank



Kältebrücke...



wird an der Stelle bleiben, da der Estrich beheizt ist, wird es mit Kondenswasser wohl keine Probleme geben, bei 6 cm Weichfaser liegt der Taupunkt in der Wand. Wenn man die Weichfaser mit dem Estrich verklebt (erst Primer, dann Luftdichtklebeband) kann man Zugluft vermeiden. Was ist denn auf der Aussenwand?
Viele Grüße,
Alexandra



HWF-Platten auf Estrich verkleben



@ Alexandra: Dein erstere Satz ist korrekt.
Was aber eine gute Idee ist: "Wenn man die Weichfaser mit dem Estrich verklebt (erst Primer, dann Luftdichtklebeband) kann man Zugluft vermeiden."
Das wird nicht dauerhaft funktionieren, wenn der Estrich schwimmend verlegt ist, da sich der Estrich anders bewegt als die Wand/Dämmung. Das Klebeband kann/wird irgendwann reißen.
Abgesehen davon wäre das "mit Kanonen auf Spatzen geschossen". Ein luftdicht abgeklebter Streifen (mehr ist es nicht) bringt an einer ansonsten diffusionsoffenen Dämmung nichts. Es reicht aus wenn man den Spalt zwischen dem Estrich und der Unterkante HWF-Platten einfach mit Stopfhanf (oder den HWF-Fasern die beim Sägen entstehen) ausstopft. Der Hanf gleicht die unterschiedlichen Bewegungen, bzw. die Setzung des Estrichs aus. Zugluft im eigentlichen Sinn kann bei einer vollflächig angeklebten Innendämmung auch nicht geben, weil es keine Hohlräume gibt, in/aus denen es zieht.

Gruß,
KH



Halb so wild?



Dass heißt ihr seht das als halb so wild an?

Ich will halt eine langfristig funktionierende Lösung und nicht in ein paar Jahren den Putz sowie Parkett an der Stelle rausreißen müssen aufgrund von Feuchtigkeits oder sonstigem Schaden?


Außen ist die Wand verputzt. Also keine offenen Fachwerkbalken.

Es sind noch 1-2 alte Putzschichten und oben drauf eine neue mit Gewebearmierung.



ja,



halb so wild. du kannst Kleben oder stopfen, aber Probleme mit dem Kondenswasser oder sonstige ernsthafte Schäden sind eher nicht zu erwarten:)
viele Grüße
Alexandra



Kältebrücke



Die kältebrücke bleibt ja wenn ich einfach zum estrich abdichte.
Im Winter ist der estrich beheizt das leuchtet mir ein das dort keine Probleme zu erwarten sind.

Nicht jedoch im Sommer. Die Dämmung soll auch dem sommerlichen Wärmeschutz zuträglich sein.
Sind da auch kein Probleme zu erwarten? Denn da gibt es ja dann eine „Wärmebrücke“ an der Stelle.

Die korrekte Lösung wäre ja erst die Dämmung dann den estrich daher wundere ich mich das ihr das alle als recht problemlos seht?



Naja,



ideal ist schon das, was du schreibst- erst die Dämmung...aber so gehts im Altbau. Wärmebrücke ist nicht tragisch, es ist ja gedämmt und Wärmebrücken machen nichts kaputt. Wir leben (und sanieren ) seit 20 Jahren in einem alten Fachwerkhaus und sind es gewöhnt, uns durchzuwursteln und das beste aus dem Vorgefundenen zu machen. Das ist mit den Standards aus den Neubauten nicht vergleichbar. Völlig andere Baustelle:)
viele Grüße,
Alexandra



Kältebrücke/Wärmebrücke



Ich glaube, um zu verhindern dass hier weiter laienhaft Begriffe durcheinander geworfen genutzt werden wird eine kurze Begriffserklärung nötig:
Die Begriffe "Kältebrücke" und "Wärmebrücke" bezeichnen das Gleiche. Nämlich eine thermische Schwachstelle in einer Dämmung. Früher sagte man Kältebrücke, heute Wärmebrücke. Egal ob es um Kälteschutz im Winter, oder Hitzeschutz im Sommer geht.

"Die korrekte Lösung wäre ja erst die Dämmung dann den estrich daher wundere ich mich das ihr das alle als recht problemlos seht?" Das ist richtig, eine Innendämmung sollte möglichst genauso lückenlos Außenwände belegen, wie eine Außendämmung auch. Deshalb müsste eigentlich sogar die Decke selbst auch geöffnet werden, um den Deckenquerschnitt ebenfalls dämmen zu können. In der Praxis ist es aber oft sehr aufwändig schon einen Fußboden, bzw. Estrich bis auf den Rohboden aufzuschneiden und auszubauen, um Platz für die Dämmung zu schaffen. Weswegen es oft nicht gewünscht/bezahlt/gemacht wird.
Meistens unkritisch ist es deshalb, weil i. d. R. ein Estrich einen umlaufenden Randdämmstreifen hat, der ja auch einen gewissen Dämmwert hat. Von daher ist in diesem schlechter gedämmten Streifen (= Estrichhöhe) meistens nicht mit Kondensatausfall zu rechnen. Eine Wärmebrücke bleibt dies Stelle aber auf jeden Fall, eben nur "recht problemlos".




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