Innendachdämmung mit Sandwichplatten

18.01.2016 Nils



Hy, ich beabsichtige mit Sandwichplatten mein Dachgeschoss von innen zu Dämmen.
Es handelt sich um ein Reihenziegelhaus (Balkenfachwerk) Bj.1903, 2 Stockwerke, Satteldach, Dachgeschoss teilausgebaut.
Eine Dachhälfte ist Treppenhaus/Lagerraum, die andere 3 Wohnräume.
Die Dachspitze ist ungedämmt,Betonziegel und undurchlässige Unterspannbahn.
Das Dach wurde '96 beim Eindecken mit Alukaschierter 120er Dämmwolle zwischen den Sparren provisorisch gedämmt. Durch zu geringen Abstand bildet sich zwischen Dämmung und Unterspannbahn Kondensat dass die Dämmung durchfeuchtet.
Diese Dämmwolle möchte ich komplett entfernen und die Dachschräge/Decke unter Spitzboden und in den Gauben als Decke mit Sandwichplatten dämmen.
Wie offenbar vielen anderen bereitet mir das Problem des Taufeuchteanfalls/Luftundurchlässigkeit Kopfzerbrechen.
Ich denke aber die Ziegelwände könnten hier als Feuchtigkeitspuffer fungieren b.z.w. eine gewisse "Atmung" erlauben.
Ich habe übrigens beim Hauskauf vor 3 Jahren im Bad (10m2, 2,5m Deckenhöhe) eine 100er Sandwichdecke eingezogen (direkt mit imprägniertem Gipskarton beplankt) und bisher keine Probleme mit Schimmel o.ä.
Ich möchte hier keinen Shitstorm oder Grundsatzdiskussionen lostreten, bitte sachlich bleiben.
Ich denke mit einer konventionellen Dämmung (die kaum durchführbar ist ) enstehen ähnliche Risiken wie Durchfeuchtung o.ä.
Ich beabsichtige keine Spitzendämmwerte sondern eine halbwegs sichere Dämmung ohne die Bausubstanz zu schädigen. Dachte an lediglich 10cm Plattenstärke.





Richtig, die Aluschicht der Dämmwolle wurde von innen auf die Dachbalken genagelt, fertig! Selbst auf Abkleben wurde vom Dachdecker verzichtet. Es wäre auch kaum möglich eine Dampfbremse einzubauen.
Auch deshalb möchte ich mit den Sandwichplatten (Alu,PU,Alu) eine feuchtigkeitsunempfindliche Dämmung.



Dachdämmung



Wie willst du denn solche Platten dampfdicht befestigen und abkleben?
Die Platten für sich haben gute techn. Werte- im Kühlhaus funktioniert das ja auch oder auf kompletten Dächern als Außenbelag.
Innen kann ich mir das absolut nicht vorstellen und ist kaum techn einwandfrei umsetzbar.
Schon vom schlechten Schall- und Hitzeschutz her.

Die sollen sicher verkleidet werden und das muß ohne Perforation der Dampfsperre erfolgen, dh du mußt alles kleben.Die Platten müssten möglichst in Raumlängen angebracht werden etc.

Ich habe noch kein Dach gesehen, welches sich nicht bauphysikalisch einwandfrei mit guten Dämmwerten sanieren ließe.
Gib die Sparrendimension an, den lichten Abstand etc
Möglichst Fotos
Soll es zu Wohnzwecken ausgebaut werden?

Andreas Teich





Die Sparren sind im Schnitt 12x12, Zwischenraum 80-90.
Vor den Platten brauche ich meiner Meinung nach keine Dampfsperre da die Alubeplankung eh undurchlässig ist.
Perforation sollte kein Problem sein weil die Ausschäumung feuchtigkeitsunempfindlich ist.
In meinen Augen ist eben diese Verletzung/Ausführung der Dampfbremse ja das Größte Risiko bei konventioneller Dämmung, da ich aus Kostengründen alles in Eigenleistung ausführen (muss) umgehe ich somit dieses Risiko.
Wandanschlüsse mit Bau-Brunnenschaum (jaja).
Problem ist eben dass die Sandwichfläche nicht atmet und fraglich ist ob die restliche Raumfläche die Feuchte verkraftet.
Deshalb möchte ich die Platten auch direkt mit Gipskarton beplanken als Feuchtepuffer.
Mein Wunsch wäre natürlich eine Dämmebene aus Holzfaserplatten.
Dazu informiere ich mich zurzeit.



Zweifen - Lösungsweg



Ohne eine geschlossene dichte Luftdichtung wird diese Konstruktion gerade mit Sandwichplatten scheitern und sehr schadensanfällig sein.

Die einzig sinnvolle Lösung ist der Einsatz von auch feuchte ausgleichenden wie puffernden Dämmstoffen, dazu zählen idealerweise die im Bild bereits gezeigten Zellulose- wie Holzfaserdämmstoffe. Das Einblasverfahren in der Verarbeitung verbessert durch das fugenlose Dämmbild die Konstruktion. Kondensat wird in einer Konstruktionsschicht nur ausfallen wenn irgendwo Feuchte unkontrolliert einströmen kann, was es bei unverklebten Plattenstößen der Sandwiche könnte. Würde man eine luftdichte Ebene schaffen dann kann dies schon mal verhindert werden. Der Einsatz einer intelligten und feuchteausgleichenden Luftdichtung z.B. einer Luftdichtungsfolie mit einem geringen oder gar sich anpassenden SD-Wert (Dampfdurchgangswert) ermöglicht eine sichere Rücktrocknung der Dämmung in der Trockenphase also in den Sommermonaten. Kondensat und damit Wasserausfall gibt es nur in der kalten Jahreszeit, also primär im Winter. Die Mischung aus feuchtepuffernder Zellulose und feuchteausgleichender Luftdichtung lässt dann eben diese Rücktrockung nach Innen zu. So kann die Konstruktion sicher vor Schäden geschützt werden und sessional sicher rücktrocken. Qualifizierte Fachleute können dies bauphysikalisch berechnen und dann sicher beurteilen ob die Rücktrocknung der jeweiligen Konstruktion ausreicht. Ein geeignetes Luftdichtungsmaterial ist z.B. die Intelo-Luftdichtungsmebran von ProClima. Detaillierte zu dieser Feuchtetematik und der Notwendigkeit einer Luftdichtung gibt es auch beim Hersteller ProClima oder direkt hier:

http://www.wissenwiki.de/MOLL_bau%C3%B6kologische_Produkte_GmbH_-_pro_clima

https://de.proclima.com/