Zwei Fachwerkfächer von innen dämmen

03.07.2011



Guten Tag,
auf unserem Dach wurde eine Gaube errichtet (Dachüberstand ca. 40cm), die jetzt noch isoliert werden soll. An den Seiten befindet sich Schiefer. Meine Frage bezieht sich auf die beiden Fachwerkfächer an der Stirnseite.(Nordseite)(je ca.80x90cm)
Die Fächer(Eiche 16x14cm)wurden bereits mit Vollmauerstein (zieht Wasser, nicht sehr hart) und Kalk-Zement-Mörtel ausgemauert.(Hab schon gelesen, dass Kalkmörtel besser gewesen wäre.)
Ich möchte die Innenseite des Fachwerks isolieren. Ich habe bereits gelesen, dass Dampfsperren bei Fachwerk ganz schlecht sind, da die Feuchtigkeit durch Schlagregen oft nicht berücksichtigt wird. Deshalb habe ich mir 2 Möglichkeiten überlegt:
1. Auf der Innenseite nochmals mit ca. 7 cm starkem Holz in Fachwerkoptik vorblenden und dann wieder mit Steinen ausfachen.
2. Die Wand von innen komplett mit Holz ca.7cm stark verkleiden.

Zwischen der äußeren Wand und der Vorblendung würde im Bereich der Ausfachung in beiden Fällen ein Spalt von ca. 2cm entstehen. (Eichenfachwerk 14cm tief, Mauerstein 12cm)

Meine Fragen sind:
Ist dies so umsetzbar ohne zu erwartende Schäden?

Ist es besser den Spalt zw. Aussenausfachung und Innenvorblendung mit Mörtel zu verschließen?

Mit freundlichen Grüßen
Dixon



Lassen Sie sich nicht vom Dämmwahn anstecken,



es ist eine Massenhalluzination! 14 cm Fachwerk massiv ist sehr ok. Jede Schicht gefährdet dieses. Gut is! Und hat Jahrhunderte genau so gehalten. Aus Ende.

Konrad Fischer
Fachwerkfreund



Zwei Fachwerkfächer von innen dämmen



Das 14cm Fachwerk ok sind, da gehe ich ja auch mit, aber 12cm Vollmauerstein, der sich in den Fächern befindet, ist vielleicht doch etwas kühl im Winter. Außerdem befindet sich neben den beiden Fächern eine von innen vorgeblendete Tür (ca.7cm stark), mit der ich die Innenseite der Wand gerne auf eine Ebene bringen möchte. Kann ich das wie von mir vorgeschlagen machen, oder gibt es da Bedenken?

Mit freundlichen Grüßen
Dixon



Bedenken!



Denn was da Sache ist, kann ich ins Blaue nicht beurteilen. Auf jeden Fall sind innere Vorsatzschalen DAS Problem für Fachwerk. Wenn ich es unbedingt machen muß, beheize ich den Hohlraum.

Konrad Fischer
Bedenkenträger





Wenn ich den Spalt zwischen innerem und äußerem Mauerwerk mit Mörtel ausfülle, gibt es keinen Hohlraum. Ist das dann besser? Ich verstehe nicht so richtig das Problem, warum ich die Wand nicht um 7cm verbreitern sollte. Wenn ich keine Dampfbremse/Sperre verwende, kann das Holz/Mauerwerk doch zu beiden Seiten immer wieder abtrocknen, falls es doch mal durch Schlagregen bzw. Wasserdampf zu Feuchtigkeit in der Wand kommt. Oder?
Für Erklärungen bin ich offen.

Mit freundlichen Grüßen
Dixon



Jede Schichtgrenze



ist tendenziell eine Barriere für den bei der Austrocknung maßgeblichen Kapillartransport - also eine Trocknungsblockade. Deswegen sind Einschichtsysteme wie der vollmassive Fachwerkbau grundsätzlich feuchtetechnisch überlegen. Gegen eine hinterlüftete Vorsatzschale (Schiefer, Schindel) ist zunächst nichts einzuwenden. Wie auch ein Vorsatzsystem dann schiefgehen kann zeigt das Bild. Der historische Fachwerkbau hat gezeigt, was er kann. Nichts war daran falsch.

Nur verstehen muß man ihn halt. Die späteren Zutaten und unverständige Verschlimmbesserer haben ihn oft vergiftet.

Und tschüß

Konrad Fischer
Fachwerkflüsterer



Vielen Dank



für Ihre Meinung, Herr Fischer. Es gibt also in Ihren Augen keine sinnvolle bzw. ungefährliche Möglichkeit, die Wand von innen 7cm zu verbreitern? Es geht mir wirklich nicht vordergründig um die Isolierung, sondern um eine schöne Ansicht. (Tür und Wand auf einer Ebene)
Gibt es eventuell noch andere Meinungen hier im Forum, oder ist das so allseitiger Konsens?

Mit freundlichen Grüßen
Dixon