aussendämmung an fachwerkhaus ???

26.01.2006



vorerst mal grüße an alle anwesenden

ich hab ein sehr altes Fachwerkhaus und würde dieses gerne aussen dämmen
leider sind fachwerkhäuser in österreich recht selten und deshalb hat auch niemand so richtig Erfahrung damit

der Wandaufbau ist relativ einfach
von innen nach aussen:

ca 2cm mauerputz
5cm dicke platten (2cm heraklith + 3cm styropor) - wurde so in den 70er jahren aufgebracht - damals war Innendämmung anscheinend modern - und da innen alles fertig ist möchte ich diese nicht entfernen
ca 1cm mauerputz
und jetzt das Fachwerk 15cm Holzbalken - die zwischenräume mit vollziegeln aus der kaiserzeit und einem art Lehmputz ausgemauert

aussen würde ich gern 10-12 cm Styropor aufbringen
mach mir aber ernste sorgen ob ich damit nicht den wandaufbau total absticke da ja dann innen und aussen styropor wäre
was passiert dann mit dem holzaufbau ??? kann es sein das das Holz mit der zeit schadhaft wird ?
oder was könnte sonst sein ?
oder gibt es andere alternativen zum styropor ?
irgendetwas muss ich unternehmen da mich die Heizkosten auffressen

danke schon für eure hilfe



Die Heizkosten ...



Hallo Michael,

... könntest Du evtl. mit diesem Aufbau senken. Aber Du wirst mit Sicherheit in ein paar Jahren viel Geld in die Hand nehmen müssen, um die Bauschäden zu sanieren. Das Fachwerk wird vor sich hin faulen. Wenn es nicht schon jetzt innen große Schäden aufweist.

Styropor, Zement und ähnliches Zeug schadet dem Fachwerk mehr als es ihm nützt und wenn Fachwerkhäuser im schönen Öziland so selten sind, würde ich es auf jeden Fall erhalten und das Fachwerk auch nach außen sichtbar haben wollen.

Ich würde konsequent alles entfernen, was schlecht für das Holz ist. Hier im Forum steht so gut wie alles über den Aufbau der "gesunden" Dämmung. Wobei - wir machen nichts künstliches sondern halten uns an den Bestand und das sind dicke Lehmwände - ein hervorragender Dämmstoff und völlig ungefährlich für's Holz.

Grüße
Ulrike



Nein,



ich würde auf keinen Fall eine derartige Kaputtmassnahme durchführen.
Besser ist es, zuerst gar nichts zu machen, und dann einen Plan, wie von innen die bauliche Situation nachhaltig verbessert werden kann. Auch innen ist Styropor am Holz nicht unproblematisch, und es mag sein, dass Sie hier schon versteckte Schäden haben.
In Verbindung mit Holz(fachwerk) sind immer diffusionsoffene kapillar leitfähige Materialien am besten und dauerhaftesten, vorzugweise mit Lehm, also Leichtlehm mit Hanf/Stroh/Holzhächseln, Blähton o.ä. Das spart auf Dauer Kosten und verbessert das Raumklima spürbar, insbesondere, wenn Sie mit einer solchen Massnahme eine geeignete Heizung (Wand oder Sockelheizung)kombinieren.

Denken Sie einmal in diese Richtung und richten Sie vielleicht erst mal einen Raum zur Probe entsprechen her. Sie werden es sicher nicht bereuen.

Beste Grüsse aud dem Norden,
jh



Problemsituationen...



...sind von unseren beiden Vorrednern bereits in breiter Front aufgezeigt worden und diesen meinungen schließen wir uns in jeder Weise mit an.
Wenn innenseitig bereits eine derart besch.... Dämmlösung vorgefunden wird, sollte dazu ein fachlich guter Bauphysiker eingeschaltet werden, um eine präzise Dampfdiffussionsberechnung einmal anzustellen.
Daraus sollte nachher die jeweils mögliche Lösunmg abgeleitet werden.
Zu dieser Situation könnten wir Ihnen einme eventuellen Fachmann benennen, wenn Ihrerseits Interesse dazu bestehen sollte.

MfG Udo



mal danke



für die raschen antworten

das es mit dem styropor an den aussenwänden nicht so toll ist hab ich mir schon fast gedacht
leider muss ich aber auch etwas aufs geld schauen :-(

bin zwar schon am lesen finde aber auch hier im forum nichts das mir wirklich weiterhilft

wie gesagt - innen möchte ich eigentlich nichts verändern da die wände optisch in ordnung sind - eine Aussenwand hab ich mal innen total verändert - die heraklit/styropor platten entfernt und keine anzeichen von schäden am holzaufbau bemerkt - hoffe es ist im ganzen haus so

möchte aber ja nichts falsch machen um nicht nach der fertigstellung wieder von vorne beginnen zu müssen

somit mache ich mir eher meine gedanken um die zusätzliche dämmung aussen - hab aber bisher wie gesagt noch wenig gefunden das mir weiterhelfen würde

eine andere theorie wäre statt styropor eine 10cm korkschicht zu verwenden
wie sieht es damit aus ? oder geht auch eine schicht aus gepresster Mineralwolle bzw. heraklit ?

oder ich verstärke einfach den bestehenden fachwerk holzaufbau noch mal mit 10cm dicken holz und brauche dann nur mehr die felder mit einem vernünftgen Baustoff zu dämmen - funktioniert das ?

man möge mir meine fragen verzeihen - ich hab zwar ahnung von technik aber leider nicht von fachwerkhäusern und deren eigenheiten

verbleibe mit grüßen



Wieso außen dämmen?



Hallo Michael,

das verstehe ich nicht ganz. Das ist doch auch ein nicht unerheblicher Aufwand, der Geld kostet.

Ich würde allen Ernstes innen das Zeugs entfernen und dann eine vernünftige Dämmung mit Schilf und Lehm machen. Lehm ist ein sehr guter Dämmstoff, gesund uns recyclebar, nicht teurer als andere Baustoffe (ok, teurer als Styropor schon) und bestens für Leute geeignet, die selbst Hand anlegen wollen.

Wir haben ca. 25-30 cm dicke Außenwände. Die bestehen an zwei Seiten (Nord und Süd) aus Lehmsteinen und an zwei Seiten (Ost und West) aus Ziegelsteinen in den Gefachen und zwischen 5 und 7!! cm Lehm innen. Da braucht man nichts zusätzlich, das dämmt wunderbar. Wir werden nur s.g. Kastenfenster aus unseren einfach verglasten Fenstern machen. Denn durch die geht doch eine Menge Wärme verloren.

Ach ja, wir hatten auch Heraklit-Platten in einem Raum an der Decke. Frag mich lieber nicht wie der Schaden ausgesehen hat. In Verbindung mit einer undichten Kehle war das gar nicht lustig.

Ehrlich, ich würde das meinem Haus und Geldbeutel zuliebe mit der Außendämmerei lassen. Lieber innen etwas machen.

Herzliche Grüße
Ulrike Nolte



antwort



hi ulrike

ich seh das ganze ja irgendwie ein - aber

innen ist ja alles fast fertig - wenn ich jetzt anfange die innendämung runterzureissen werd ich und auch alle beteiligten (freundin - familie - freunde) wahrscheinlich noch verrückt
renoviere jetzt seit 3 jahren und möchte mal fertig werden
und somit jetzt nicht wieder innen von vorne beginnen
ist vielleicht nicht ganz richtig und nicht ganz so perfekt wie ihr alle eure häuser renoviert - übrigens hut ab vor euch allen - aber irgendwie sollte da ja ein halbwegs vernünftiger kompromiss zu finden sein - einmal muss ja mal schluss sein :-)

hoffe noch auf tips und beistand

kork ?
gepresster mineralwolle ?
fachwerkholz um 10cm verstärken und nur die felder dämmen ?



wenn es sein muß



dann sollte eine Außendämmung aus einem diffusionsoffenen Dämmstoff möglich sein. Man könnte dann evtl. später noch einmal innen anfangen. Voraussetung wäre allerdings, daß das Fachwerkgerüst in Ordnung ist. Außen zusammen mit einer Kreuzlattung einen diffusionsoffenen Dämmstoff anbringen, winddicht abdecken und dann eine Vorhangfassade, z.B. eine Brettschalung anbringen. Das sollte funktionieren. Ich empfehle aber eine Fachfrau/ einen Fachmann vor Ort, da auch hier viele Details richtig gelöst werden müssen. Z.B. an den Fenster- und Türöffnungen; geht das Ganze mit dem Dachüberstand, Sockeldetails usw.. Aber von Styropor oder ähnlichen Materialien lassen Sie besser die Finger, das gehört da nicht hin. Viel Erfolg, Johannes Prickarz



Renoverien bis zum Wahnsinn!



Hallo
Ist einmal die Dämmung innen drinn - will sie keiner mahr haben ...
Was die dann auch anrichten mag - sei dahingestellt!

Lassen Sie sich nicht von Dämmungsfanatikern und ENEV-Süchtigen das Haus kaputtdämmen!

Ein Literaturtip zu Gefachen und vor allem Fehlern dazu: M. Gerner; Schäden an Fachwerkfassaden isbn 3-8167-4690-X ist sehr interessant!

und die Angabe: Mauerputz ist etwas mager - ich befürchte: Kalkzementputz - der auchnicht "fachwerkfreundlich" ist!!

Wenn Sie das mit Innen und Aussen so machen, dann "säuft" Ihnen die Holzkonstruktion ab und stribt 1000 Tode! Kommt Zeit - kommt kaputt!

Innen raus und Lehm oder Kalkputz - Kalkkaseinfarbe / Aussen Kalkputz (mehrlagig) und auch KK-Farbe - die Gefache überarbeiten (kein Yton, und sonstiges Zeug rein ...)

Die Scherereien, die Sie jetzt haben, weil alle Welt Sie für verrückt erklärt, wenn Sie "wieder damit anfangen" - werden sich in Grenzen halten im Vergleich zu dem Stress, den Sie haben werden, wenn die Hütte dann zum völligen Sanierungsfall wird ... dann erst ist die K.... am dampfen!

Konzept:
Anamnese - Diagnose - Therapie
Was ist falsch oder marode?
Welche Änderungen müssen vorgenommen werden?
Welche Mittel und Wege gibt es zum langlebigen Haus?

Grüsse aus Franken

Florian Kurz



Materialvielfalt



kork ?
gepresster mineralwolle ?
fachwerkholz um 10cm verstärken und nur die felder dämmen ?

Zu diese Fragenvielfalt sollten Sie sich erst einmal eine präzisere Position erarbeiten.
Entweder nachhaltig und funktional oder Standardlösungen, die Sie später wiederum belasten werden.
Zur Frage: 10 cm verstärken, sollte man bedenken, daß, sollten Sie eben nur die balkensymmetrische Aufdopplung wählen, der Winddichtung kein Riegel vorgeschoben wurde.
Bedeutet, zwar stärkere Wand und weniger Geld auf dem Konto, aber keine Verbesserung der thermischen Situation und gleichzeitig eine spätere Mehrbelastung des Finanzbudget.
Naturdämmsysteme und diese winddicht und homogen verarbeitet, bringen Langzeit betrachtet sehr gute Werte und Bestandserhaltung.
Im Groben eigentlich so, wie es Florian schon erörterte.

Grüße Udo



lösung ?



so - jetzt hab ich wieder einige firmen und fachleute kontaktiert
hab auch nen bauphysikalischen Nachweis über wasserdampfdiffusion/kondensation und wasserdampfdruckverlauf vom jetzigen zustand
und auch eine Berechnung mit einer aussendämmung mit einer speziellen diffusionsoffenen art von styropor
sollte lt. firma und berechnung für ein fachwerk geeignet sein
könnte sich diese berechnung bitte mal jemand ansehn

weiß nicht ob diese art bei euch bekannt ist >>> http://www.baumit.com/baumit/at/main4/sub2/03027/index.shtml

meine lösung wäre jetzt eine aufdoppelung des bestehenden fachwerks mit 10cm Lärchenholz - holz auf holz kann ja nicht schlecht sein und schon gar nicht schaden

aber wie würdet ihr jetzt das gefache ausmauern ? mit welchen materialien ?
vor allem unter dem gesichtspunkt von udo : Naturdämmsysteme und diese winddicht und homogen verarbeiten



teil 2 vom bauphysikalischem nachweis





teil 1 vom bauphysikalischem nachweis mit dämmung





teil 2 vom bauphysikalischem nachweis mit dämmung



ist das etwas vernünftiges ?
kann man der firma glauben ?
oder wollen die nur ein geschäft machen ?



Aber Hallo!



Das ist ja die Wucht!
Die strengen sich aber an!

Traue nur der Tabelle oder Statistik die du slebst gefälscht hast

Also ich denke: Die wollen sicher ein Geschäft machen!

Da gibt es tausende von Tabellen ud Diagrammen - und die sind auch wirklich "wissenschaftlich" fundiert und dass der Professor,der die Sachen herausgegeben hat von einer grossen Wärmedämmfirma bezahlt wird hat SICHER keine Auswirkungen auf das Ergebnis gehabt!

Sparen Sie sich das mit der Dämmung - das ist ja schon die erste Ersparnis.
Dann denken Sie über Strahlungsheizung nach, infos auch unter sancal.de -im Gegensatz zu Konvektionssystemen.

Ein weiterer Tip als Literaturtip: Schäden an Fachwerkfassaden von W. Gerner im IRB Verlag-ist ganz hilfreich und vor allem billiger als eine Sanierung danach!

mfG

FK



diffussionsoffene Styropore



In einem Deiner Beiträge hast Du diese Bezeichnung weitergegeben.
Wäre es Dir möglich, dazu eventuell von Deinem "Berechnungsfachmann" nähere Informationen zu erhalten, um diese hier uU. mal mit einzupflegen?

Für die anderen Fachleute auch mal bestimmt etwas Erheiterndes.

Grüße Udo



antwort



war ja ein link dabei - anscheinend eine eigene Zusammensetzung und zusätzlich noch komplett gelocht

ist also deiner meinung nach nicht zu verwenden für ein fchwerkhaus wenn ich dich richtig verstehe

grüße