Innenisolierung

05.08.2005



Ok, ich weiss, das Thema ist bereits ausgenudelt bis zum Gehtnichtmehr. Habe hier MASSIG Meinungen dazu durchgelesen. Nur leider bin ich jetzt eher verwirrter als vorher, denn jeder "Fachmann" weiss was anderes dazu.
Aber erstmal die Fakten: ich habe ein altes Bauern-Reihenendhaus. Nicht denkmalgeschützt, keine Baupläne vorhanden. Ich werde auch keine erstellen lassen, schließlich hab ich keinen Geldscheisser im Stall stehen. Im Zuge der Renovierung gedenke ich eine Innendämmung einzubringen. Im EG sind massive Sandsteinwände. Im 1. Stk ist Fachwerk vorne und hinten, die Giebelseite ist widerum massiv Sandstein bzw. Sandstein-Bruchsteinmauerwerk. An der GIEBELSEITE will ich innen eine Gasbeton-Vorsatzschalung 10 cm dick anbringen, die Zwischenräume mit Schmotter aus den anderen Bauabschnitten verfüllen und anschließend innen mit Gipsputz Verputzen - wär das was ? Das ganze Haus ist mit Kalkputz bzw. Kalkmörtel außen und innen verputzt, die Ausfachungen sind aus Sandsteinen mit Kalkmörtel. Das Fachwerk ab dem 1.Stk ist ganz einfach ausgeführt in Fichte/Kiefer, daher will ich es auch nicht freilegen. Es geht mir um den 1.Stk., wo das FW ist, das EG ist bereits vor 10 Jahren isoliert worden. Ich will keine vorschriftsmäßigen EnEV-Geschichten mehr hören. Es handelt sich nämlich um MEIN HAUS und nicht das von irgendwelchen Politikern, die können sich ja vorschreiben was immer sie wollen... bei DEN Diäten dürften irgendwelche verrückten Dämmaßnahmen, die sich in 1000 Jahren nicht ammortisieren, leicht zu finanzieren sein. ICH kann mir das jedenfalls nicht leisten, mein Gehalt liegt nahe der Armutsgrenze und daher muss ich auch alles selber machen. Ich bitte daher um REALISTISCHE Vorschläge, die in meiner verbleibenden Lebensspanne für eine Person durchführbar sind. Auch irgendwelche Energiepässe oder ähnlicher theoretischer Unsinn kommt nicht in Frage. Rechnen kann ich schließlich selber (ich hab zwar nur Realschulabschluß, aber dafür reichts allemal) K-Werte und der ganze Kinderkram. Wie Sie sehen, bin ich irgendwelchen aufgezwungenen Obrigkeits-Spinnereien nicht gerade zugetan.
Naja.
Ich hoffe, dafür habt ihr Leute hier Verständnis.
Handwerklich bin ich schon einigermaßen geschickt, da ich immer alles selbst machen musste. Bis hin zur Verlegung von selbst-geholten Solnhofer Platten im Mörtelbett, Kupfer-Heizungsrohrinstallation, Verputzen, Zimmermannsarbeiten usw. sozusagen der geborene Selfmademan.
Das hab ich mir aber nicht alles aus den Fingern gesogen, sondern erstmal informiert und zwar mittels des Fachbuches von (ich glaube) Autor Rau/Irgendwer Titel "Der Altbau" Kosten 1993 178,- DM. Das teuerste Buch meines Lebens... :-) ...und wahrscheinlich auch das Lohnendste... für Tipps wäre ich sehr dankbar. Tschüüü





An der GIEBELSEITE will ich innen eine Gasbeton-Vorsatzschalung 10 cm dick anbringen, die Zwischenräume mit Schmotter aus den anderen Bauabschnitten verfüllen und anschließend innen mit Gipsputz verputzen - wär das was ?

NEIN, das wär nix.

Und warum soll überhaupt ne Vorsatzschalung davor?


Das ganze Haus ist mit Kalkputz bzw. Kalkmörtel außen und innen verputzt, die Ausfachungen sind aus Sandsteinen mit Kalkmörtel.

Super. Und warum willste's jetzt kaputt machen? Sei doch froh drum, dass Du das so hast!


????? Grüße Annette



Wegen der Ermangelung …



des angebrachten Geldscheissers, würde ich das auch nicht machen.
Danke - Annette - für die Steilvorlage.
Aber Jochen hat doch schon die meisten Weichen richtig gestellt, wenn er dem "Obrigkeitsstaat" nicht alles glaubt was der verzapft.
Wenn jetzt in seinem teueren Buch steht, dass so eine Porenbetoninnenvorsatzschale etwas "gutes" ist, dann sollte er hier auch das Buch hinterfragen.
Aber Hand aufs Herz: Die Innendämmschale wird das Haus nicht besser machen, sondern eher die Bauphysik durcheinander bringen, und die Feuchtigkeit ins Innere holen.
Weit besser wäre meines Erachtens eine Strahlungsheizung (Grundofen, etc.) oder Temperierung, oder Heizleisten einzusetzen um die vorhandene Masse zu aktivieren.
Die von Ihnen (Jochen) postullierte ENEV oder Gesetzes"untreue" könnte sich auch mit dem Gedanken anfreunden, dass es sinnvoller ist mit "Strahlung" zu heizen, als mit warmer Luft die Energie zu verschleudern.
Ihr Haus mit den Fachwerken und den Kalkmörteln und Putzen, den Holzböden etc. kann gut auf die modernen Baumaterialien wie Beton, Zement, (teilweise auch Gips), Luftschleuderheizungen, Plastik, Schäume, Gespinste und oder Ähnliches verzichten.
Kurzum: Das Geld für die Innendämmung können Sie sich sparen!
Schnuppern Sie einfach noch ein bisschen rum in den 1000en Fragen und den noch mehr 1000en Antworten - da kann man schon einiges herausholen …

Grüsse aus Nürnberg

Florian Kurz



gut überlegen



lieber Jochen,
ich finde Deine berschikose Herangehensweise sehr sympatisch! Weiter so!
Ich mach es im Grunde gauch so, aber mit einem gründlichen Studium und Jahrzehnte langen Erfahrungen im traditionellen Bauen. Mit diesem Hintergrund verzichte ich immer mehr auf moderne industrielle Baustoffe und Techniken, die (mit Ausnahmen) in der Regel der historischen Substanz nicht zuträglich und angemessen sind.

So würde ich in Übereinstimmeung mit dem Beitrag von der Annette keine Vorsatzschale vor ein altes Bruchsteinmauerwerk setzten, schon gar nicht aus Porenbeton. Worauf soll die stehen? wie verträgt sich das mit der Gesamtkonstruktion? Wie verändern sich die raumklimatischen Verhältnisse?

Ich würde, wenn eine zusätzliche Dämmung gebraucht wird, oder auch nur um die Wand winddicht zu bekommen, ggf einen dicken Strohlehmputz aufbringen.

Viel Erfolg,



Innendämmung Strohlehmputz



hey cool !
hätte gedacht, daß hier gleich Kritik aufkommt, wegen meiner Abneigung gegen Vorschriften.
Danke auch für die Ab-ratung vom Gasbeton. Ich mache nur sehr ungern Arbeiten zweimal...aber andererseits: WARUM sollte YTONG & Co. "die Bauphysik durcheinanderbringen" ? Soweit ich weiss, ist Gasbeton im Grunde auch ein "Natur"-Baustoff, außerdem mit tollen Wärmedämmwerten. Die Idee stammt übrigens nicht aus dem sauteuren Buch von Rau/Braune, sondern das hab ich irgendwo gelesen und es erschien mir irgendwie sympathisch. Außerdem wurde beim Bau des Hauses schließlich auch nicht an die "Bauphysik" gedacht, die Leute haben halt genommen, was einfach und billig zu beschaffen war und sozusagen überall im Dreck herumlag, Findlinge, z. T. einfach Abfall wie Getreidespreu, KNOCHEN vom Schlachten, Stroh aus dem Bauernhofbetrieb, Stämme aus dem dazugehörigen Wald, Sandsteinblöcke aus dem Steibruch. Sand aus dem Flußlauf. Und Dreck - bzw. nobel "Lehm" genannt. Hier ist praktisch überall Lehmboden.

Wegen dem "Strohlehmputz" - ich habe schon öfter gelesen, daß das eine saumäßige Arbeit ist...nachdem man den Lehm irgendwo besorgt hat und mit dem Stroh (wie kriegt man das am einfachsten gehäckselt ? - Gartenhäcksler ?) in der Mörtelmaschine gemischt hat, muss es im nassen Zustand an die Wand - oder ? Wie hält das Zeug ? Habe bisher nur Erfahrungen mit Gipsputz (pappt wie die Hölle) und Fertig- Kalkzementputz (geht so). Wie sind die K-Werte einer Stroh-Lehm-Mischung ? Kann man da was gegen DIE VIECHER beimischen, ich denke da z.B. an Kalk als Desinfektionsmittel ? In Naturbaustoffen vermehrt sichs so toll... (in Gasbeton vermehrt sich garantiert GARNIX). Mit Unterkonstruktion kann man den "Leichtlehm" einfach verfüllen - wie sind da die K-Werte ?

Die Wärmedämmung erscheint mir wegen der Fachwerk-Frontseiten schon erforderlich, die Wand an der Sonnenseite wird bei längerer Sonnenbestrahlung innen warm - also im Winter dann entsprechend kalt (und sonnenarme Tage überwiegen hier in BRD eindeutig). Das kann nicht im Sinne einer einigermaßen rentablen Heizung sein, egal ob Strahlungs- oder Kovektionswärme. Ich habe seit fast 10 Jahren eine Gas-Etagenheizung eingebaut, das funktioniert sehr gut, sie ist ganz unkonventionell im Dachgeschoß eingebaut, mit Abgasleitung direkt durchs Dach mittels Abgasrohr. "Normal" ist die Heizung in BRD (die Abkürzung ist ja auch schon länger "verboten", was ich schlicht und einfach als bescheuert ablehne) im Keller... aber dann hätte ich einen Wohnraum verloren, weil das Haus nicht unterkellert ist, und ich hätte eine teure Kaminsanierung finanzieren müssen. So bin ich auf die Dachlösung gekommen. Kann ich übrigens sehr empfehlen, der Schornsteinfeger wollte nur noch einen brandhemmenden Raum außen rum haben, also hab ich mit Holzständerwänden und Fermacell ein 3 m² Abstellkämmerchen herumgezimmert, so verliert man kaum Wohn- bzw. Nutzfläche.

KURZFASSUNG:

Ok. Bitte begründe mir doch bitte jemand, warum der Ytong so scheisse sein soll... vor einer Sandstein-Kalkmörtel-Mauer ? Und die K-Werte vom Leichtlehm bzw. vom Lehmputz wären auch toll.

Danke schonmal für eure freundliche Hilfestellung.

Bauliche Grüße ! Jo.





Hallo Jochen,
der Schaumbeton hat die gute Eigenschaft, Feuchtigkeit aufzunehmen, aber die schlechte, sie entsprechend schnell wieder abzugeben. Leute die damit schnell und kostengünstig ihre Fachwerkkonstruktion ausmauerten, können bald das Problem haben, daß ihnen das Holz verrottet. (Kann sein, muß nicht.)
Die anderen Dinge sind hier schon beantwortet. Auch das Thema Statik sollte bedacht sein.
Ich würde auch eine Lehminnendämmung empfehlen, wenn Du noch etwas verbessern willst. Besuch einfach mal ein paar Lehmbaukurse. Das schult ungemein. Und Fragen werden auch beantwortet.

Freundliche Grüße
Dietmar





ich Denke das ist ein problem zu erklären ob ytong schlecht ist oder nicht.Für mich nicht schlecht.Bei einer vorsatzschale sind die hohlräume ein Problem(?).Man versucht alles mögliche zu machen wie schilfrohrmatten an die wand zu kleben,hohlräume füllen,usw.Die lösung ist noch nicht gefunden (TAUPUNKT).Deswegen (ICH GLAUBE) gibt es keinen der eine vernünftige lösung vorschlagen kann ales nur Teorie.Wie gesagt die versuche gehen weiter.





Hallo Jochen,

ich weiß nicht ob dieser Beitrag noch gelesen wird. Da bis zum heutigen Tag schon einige Zeit vergangen ist.

Zum Thema Gasbeton-Innenschalung kontra Leichtlehm Putz möchte ich nur einige Gedanken mit einflechten und als Anregung zur Entscheidungsfindung anbieten.

1.) Das Verhalten von Gasbeton im Bezug auf Feuchtigkeitsspeicherung ist ja schon beschrieben worden. Diese negative Erfahrung habe ich leider selbst schon Sammeln dürfen (müssen). Etwas 20 Jahre nach dem Ausfachen von Fachwerk mit Gasbetonplatten waren die Platten und das Fachwerk ruiniert und mußten ersetzt werden. Leider eine teure Angelegenheit.

2.) Die jetzt eingebauten Eichenständer und -Riegel sind wieder wie über Jahrhunderte mit Lehm ausgefacht. Zur Arbeitserleichterung jedoch mit Leichlehmsteinen die mit fertigem Lehmmörtel vermauter werden. Der Außenputz ist ein reiner Kalkputz ohne andere Zuschläge und verträgt sich hervorragend mit der Lehmausfachung. Der Innenputz ist ein fertiger Strohlehmputz. Übrigens Lehmputze lassen sich noch leichter und einfacher Verarbeiten als Gipsputze (Rotband, etc). Der Putz wird fertig (erdfeucht) im Bigbag geliefert und nur im normalen Betonmischer mit Wasser angemacht.
Er ist im Verhältnis zu Gipsputz auch noch erheblich preiswerter (ca. 100,-€/m³; das sind ca. 1,8 Tonne; für Gipsputz bezahlt man ein vielfaches). Ein netter Nebeneffekt ist die Tatsache, das für mehrere Tage das Material vorbereitet werden kann. Und Abend wird nur das Werkzeug sauber gemacht und --- fertig. An nächsten Tag kann weiter gemacht werden. Ideal für Selbstbauer.

Übrigens das Produkt Lehm hat eine 5000-jährige Tradition im Hauserbau und hat über viele Generationen beweisen müssen, das es ein geeignetes Material ist. (Auch frühere Generationen hätten einen teueren ungeeigneten Baustoff sicherlich schon längst verworfen. Die heutigen Materialen müssen diesen Eignungsbeweis sicherlich noch antreten.

Hier noch ein wichter Link für alle die Interesse an Lehmprodukten höchster Qualität haben. http://www.claytec.de.

Gruß,

Gerhard





Hallo, Jochen.
Habe deinen Beitrag gelesene und habe fast die gleiche Problematik. ich besitze ein Gebäude ( innen Fachwerk aussen wurde das Fachwerk erstzt). Das bedeutet, von außen nach innen: Klinkerschale 10 cm 40 mm Lufschicht,Schwämmstein. Jetzt wollte ich inne eine Lufschicht 40-50 mm machen und dann ein 17,5 cm Ytongstein vermauern. Muss ja halt die Neuen Decken und das neue Dach zum halten kriegen.so, warum soll denn Ytonm Müll sein. Wenn ich die Alte Fassade belüfte kann doch nichts passieren,oder? Wie sind denn deine Erfahrungen. Ich kann doch auf meiner Wand nicht irgendein Lehm;Stroh etc. draufmachen........ Habe ja mitlerweile geschnallt, das der Yton im Bereich Holz nicht geht...aber da (außen) ist bei mir kein Holz. Die meisten Beiträge scheine mir sehr einseitig.Melde dich mal bei mir.