Lehmgefach als Schritt 1?

09.03.2010



Hallo,

ich habe ein äußerlich wunderschönes und angeblich 2001/2002 topsaniertes Fachwerkhaus gekauft und mich - blöderweise - vor dem Kauf zu wenig schlau gemacht. Die Gefache sind aber mit Ytong ausgemauert, der auf Folien zum Holz abschließt, draußen sind Dämmputzkasseten (mit rechtwinkligem Ansatz(!) angebracht und alles ist mit Silikon "dicht" gemacht. Innen Mineralwolle, Dampfperre, Leichtbauwand.

Ich weiß, ich weiß... Brauche auch keine Häme, Schadenfreude oder sonst was, das ist alles Murks.

Jetzt will ich es aber selbst besser machen und brauche weiteren Rat. Ein Lehmbauer würde mir die Gefache von außen mit Lehmsteinen ausmauern und mit Kalk so verputzen, dass der Putz nicht mehr - wie jetzt - vor dem Holz steht. Dann wäre das außen ja alles schon mal top und nach allen regeln der Kunst.

Um Innen alles rauszureißen und neu zu machen, fehlen mir aber derzeit schlichtweg die finanziellen Mittel. Die Dampfsperre wird zwar nicht die beste sein, aber das Gros wird Sie schon zurückhalten, zumal man beim Rausstemmen der Gefache da auch etwaige Schadstellen nochmal abkleben kann.

Ist das bauphysikalisch vertretbar, erst mal innen alles so zu lassen und erst in 10-15 Jahren anzugehen? Oder verschlimmbessert man alles nur, wenn statt Ytong/Dämmputz dann auf einmal Lehm drin ist?

Zu den Kosten: ich weiß, vieles geht in Eigenleistung, aber bei mir - beruflich und familiär - leider alles nur sehr bedingt.

Danke!





, dann ein klakputz ausmauern



Fachwerk



Hallo Wolli,
man unterscheidet grundsätzlich zwischen Mangel und Schaden.
Ob bei Dir im baurechtlichen Sinne Mängel, also Abweichungen von den vor 10 Jahren geltenden allgemein anerkannten technichen Regeln vorliegen sei mal dahingestellt. Sicher gibt es heute bessere Lösungen.
Aber solange kein Schaden vorliegt und die Wandkonstruktion so funktioniert, dann liegt keine Notsituation und kein Zeitdruck vor.
Lass die Wand sorgfältig auf Schäden untersuchen. Das kann mit einer Endoskopkamera und/oder Thermografiekamera durch einen Sachverständigen erfolgen.
Der sagt Dir dann auch, wie es mit der Wandkonstruktion weitergeht und ob Sanierungen erforderlich sind.
Ich hatte vor einigen Jahren einen ähnlichen Fall mit der gleichen Wandkonstruktion.
Dort hatten sich Baufehler gegenseitig so beeinflußt, das kein Schäden am Gefachholz entstandt. Das wurde aber mit vermehrten Energieverlusten erkauft.

Viele Grüße