Saniertes Fachwerk - wie innen zusätzlich dämmen?

27.04.2007



Hallo,

mein Vater muss derzeit aufgrund eines fatalen Fehlers in den 70ern (ein Malerbetrieb machte luftundurchlässige Farbe auf die Balken) eine komplette Giebelfront seines 250 Jahre alten Fachwerkhauses sanieren lassen.

Es wurden / werden die beschädigten Eichenbalken ausgetauscht und die Fächer mit Poroton-Ziegeln neu gemauert.

Die Balken sind 16cm tief und das Mauerwerk in den Fächern 11cm, Außen wird noch Putz aufgebracht von 1,5cm Dicke.

Mein Vater möchte nun gerne zusätzlich innen dämmen (Außendämmung leider aufgrund von Denkmalschutz nicht möglich). Der Tischler meinte am besten seien 10cm dicke Holzfaser(wolle?)platten.

Nun unsere Fragen:
- Sind Holzfaserplatten (ist das das gleiche wie Holzwolleplatten?) ratsam?
- Was muss man wenn beim Einbau eventuell beachten?
- Gibt es eventuell Probleme mit Kondenswasser / Taupunkt?
- Welche andere auch nicht ganz so arbeitsintensiven Alternativen gibt es (Lehmbauplatten?) ?

Sorry, wenn ich etwas laienhaft klinge, aber das ist ja offensíchtlich ein Thema ohne Grund und Boden. Hab eben im Überfliegen versucht mich etwas reinzulesen.

Wir sind für jede Hilfe mehr als dankbar. Je schneller desto besser :-)

Vielen lieben Dank
Barbara (im Namen ihres Vaters)



Bitte doch nicht nach dem einen Fehler ...



... gleich weitere folgen lassen!
Meines Erachtens ist es nicht nachhaltig und langlebig, wenn man "… die Fächer mit Poroton-Ziegeln neu gemauert…" hat - gibt wieder Schäden - wahrscheinlich mit zementären Mörteln ...

Ich würe keine Innendämmung machen aus bauphysikalischen Gründen - Für dieses Thema schauen Sie mal die www.claytec.de Seiten an - Innendämmung!
Es geht - ist aber m.E. Risiko behaftet und bringt nicht viel!

Mir liegen eher Ihre Mauersteine im Magen und der Putz der noch drauf soll!

Ist aber schwer alle Fürs und Widers hier rein zu schreiben ...
Evtl. anrufen oder nicht ...

FK



Nur ein paar Aspekte



Wenn Innendämmung bei Sichtfachwerk, dann:

1) nicht zu stark dämmen, zur Verdunstung des über Fugen eingedrungenden Wassers braucht es eine Mindestmenge an Wärme, 10 cm ist zu viel, besser nur die Hälfte...

2) möglichst keine kapillar brechenden Schichten einbauen, damit Wasser, welches außen eindringt, kapillar bis zu den inneren Bereichen gelangen kann, um hier nach innen zu verdunsten, Wassertransport nur durch Diffusion ist evtl. nicht ausreichend, insofern sind Holzfaserplatten nicht optimal, es gibt aber mineralische Kalkdämmputze (Kalkputz mit Blähton, meine z.B. von Maxit o.ä.), dürfen für innen aber nicht hydrophobiert sein, sonst entfällt die Wasserleitung! Ist aber teurer und aufwendiger...

3) innen und außen diffusionsoffene Oberflächen

4) wenn möglich im Schwellenbereich Heizungsrohre umlaufend an den Außenwänden montieren

Gruß Frank

p.s.: Für geeigneten Außenputz mal unter "Sumpfkalk, Trasskalk oder natürlicher hydraulischer Kalk...?" hier in diesem Forum nachsehen...



in den meisten



eigentlich in allen Dämmputzen sind zementäre Beigaben drinnen damit die Kügelchen etc. besser drinnen bleiben und nicht absacken ... aber diese Hydraulischen Dinger machen Ihnen Ihre Wand uber längere Zeit kaputt

Verlassen Sie sich da lieber auf Luftkalkputze innen sowei aussen!
Lesen Sie darüber in www.solubel.de mal rum ... vieleicht werden da einige Fragen beantwortet ...

gutes Gelingen

FK



Ein Fehler ersetzt den anderen!


Sieht so eine Sanierung aus?

@Florian
Eigentlich wurde hier bereits alles gesagt!
Poroton und Fachwerk, das schreit eigentlich zum Himmel!
Starre Materialien in eine bewegliche Konstruktion und dazu haben diese nicht einmal einen Hauch von eigener Holzkonservierung. Lehm hätte dies und auch Kalkprodukte sind gut geeignet.
Überdenken Sie sich Ihre Maßnahmen nochmals gründlich und versuchen vernünftige Lösungen zu integrieren.
Nachfolgend stelle ich Ihnen einmal ein Foto eines ähnlichen Sachverhaltes mit ein, wo mir es die Sprache verschlug.

Grüße Udo



Oh je



auch mir wurde es bei diesem Foto flau im Magen, dazu steht der Giebel noch ziemlich exponiert in der Landschaft und besitzt null Dachüberstand. Chance für Feuchteschäden an Gefache und Balken = 100%
Prächtiges Beispiel für Selbstruinierung



Klimasan



Hallo nochmal, nicht Maxit sondern Klimasan sollte es heißen!

Gruß Frank



das eine wie das andere



... würde ich auf meine Fassade nicht machen!

die4 meisten Versprechen werden nicht gehalten - erfahrungsgemäss

und was in den Putzen drinnen ist ... erfährt man immer erst hinterher!

FK



Schon mal überlegt...



...was sich in Lehm so alles ablagert? Mir fällt da so einiges ein... Hoffe nur, die ganzen Öko-Baustoff-Lieferanten mit meist geringer Kapitaldecke verzichten nicht auf entsprechende Untersuchungen...

Schönen Gruß, Herr Kurz

p.s.: Hüten sie sich vor der Steinlaus, soll ja extrem gefährlich sein... obwohl, Lehm mag die vielleicht gar nicht