Innenmauer vor Fachwerk

29.02.2008



Hallo,

folgende Situation:

Fachwerkaussenwand mit Bims ausgemauert (50er Jahre)
3cm Luft dann Kalksandsteinmauer mit Rotband verputzt. Geht das gut oder muss ich das ändern?



Sichtfachwerk...



... oder Fachwerk mit Außenverkleidung? Giebel oder Traufseitig? Himmelsrichtung?

Gruß Frank





KS außen oder innen ? Sonst schließe ich mich allen Fragen von Frank Holberg an.

Gru



Luftschicht=Tauwassergefahr



Hallo Chris,
eingeschlossene Luftschichten sind generell kritische zu sehen, da dort wo Luft ist auch Wasser (Wasserdampf) ist.
Sobald das Wasser ausfällt sammelt es sich an und kann Moderfäule bewirken.
Es wäre zu überlegen, ob man evtl. die Innnenschale abtragen kann. Ggf. könnte man eine Leichlehmziegelwand, die am Fachwerk anliegt hochmauern. Hierbei könnten eventuelle Zwischenräume mit Lehm verfüllt werden, so daß keine Hohlräume entstehen.
Viele Grüße
Johann Müller



Luftschicht



ist ein Risikofactor.Johann Müller hat vollkommen Recht, mann könnte aber auch eine Mineraldämmplatte (nicht jede !!! eine die funktioniert ist gelb und feinporig - nicht die MULTIPOR)verwenden und hätte dadurch noch eine gute Wärmedämmung, diese wird vollflächig z.B. mit lehm aufgeklebt und anschließend eine Schicht Oberputz (mit Gewebe)aufgezogen
am Ende ein diffusionsoffener Anstrich oder Lehmedelputz....
Vorteile sind das geringe Gewicht, gute Wärmedämmung, kann auch der Heimwerker, Bauphysikalisch in Ordnung, angenehmes Raumklima
bei Fragen einfach melden

Grüße aus dem Vogtland
Mirko Schlosser



Man kann das aber auch differenzierter sehen...



Wichtig ist erst mal, ob die Fachwerkhölzer von außen "befeuchtet" werden, in dem Fall ist Bims das falsche Ausfachungsmaterial und die Luftschicht ausgesprochen schädlich, da Feuchtigkeit nicht kapillar nach innen in die warmen Bereiche transportiert werden kann, wo sie in den Innenraum verdunsten kann.
Findet eine äußere Befeuchtung nicht statt, muß man die eine Risikoabschätzung vornehmen, insbesondere anhand der Luftdichtigkeit der Außen- und Innenschale. Wichtig ist zudem, daß die Innere Oberfläche der Außenschale evtl. ausfallendes Kondensat aufsaugen und zwischenspeichern kann, damit Feuchtigkeit nicht nach unten abläuft und sich an einem Punkt sammelt.
Ist die Innenschale winddicht, die Innenseite der Außenschale saugfähig, sollte es keine Probleme (trotz Hohlraum) geben...

Optimal ist die Konstruktion natürlich nicht... aber Schäden treten auch nicht zwingend auf. Einfach mal an ein paar kritischen Stellen von innen überprüfen (Feuchtemessung in den Ecken und im Schwellbereich der Außenschale von innen). Ist die Wandfeuchte OK und nirgendwo Schimmel gibt es feuchtigkeitsbedingt keinen Grund alles nieder zu reißen.

Gruß Frank



feuchte von außen



muß nicht das Problem werden, aber Feuchte von innen. der Tauwasserausfall entsteht an der innenseite der außenschale und bei einer Luftschicht dazwischen gibt es keinen kapilaren Feuchtetransport der Feuchtigkeit nach innen wo diese wieder verdunsten kann

wie ist bei einem Altbau eine dauerhafte winddicht zu gewährleisten? selbst bei einer angeblichen winddichtheit ist diese konstruktion nicht ratsam weil durch Diffusion feuchte transportiert wird und diese an der innenseite der außenschale kondensiert und keine möglichkeit hat an den innenraum wieder abgegeben werden zu können.

gruß m.schlosser



Wiederspruch!



Nach einer Untersuchung von Wilfried Walther und Robert Borsch-Laaks mit dem Titel "Innendämmung ohne Dampfbremse" am Energie- und Umweltzentrum am Deister ergab, daß Hohlräume hinter Innenverkleidungen ohne DB unter bestimmten Bedingungen unschädlich sind. Die Diffusion durch eine KS-Wand ist vernachlässigbar gering, entscheidend dürfte der Eintrag über konvektion sein - und da vermute ich, daß die Innenwand dichter als die Außenwand mit den Fugen zwischen Stein und Balken ist, sozusagen "hinterlüfte"t (was zu prüfen wäre), aber selbst wenn nicht...

Gruß Frank