Ideen für eine fußwarme Kellerdecke

15.11.2021 SWhof321


Hallo,
ich wohne in einem Schwarzwaldbauernhof.
Das EG ist teilweise unterkellert. Der Keller ist traditionell mit Naturboden und wird im Winter gelüftet.
Auf den Balken liegen direkt die Dielen, die Zwischenräume wurden von ca. 40 Jahren renoviert und sind mit 20cm Perlit und Heraklitplatten aufgefüllt. Der U-Wert der Decke liegt zwischen den Balken bei 0,22 W/m2K, was ja schon gar nicht schlecht ist für das alte Haus.
Trotzdem wird der Fußboden im Winter ziemlich kalt, gerade wenn man länger im Büro sitzt, zieht die Kälte richtig die Beine hoch.

Von unserem Zimmermann kam der Vorschlag, die verbleibenden Zwischenräume von unten noch mit ca. 4 cm Steico Flex Holzfasern und dann die gesamte Decke mit 10cm Steico Duo Dry Holzfaserplatten zu isolieren. Damit sinkt der U-Wert auf 0,13 - für den alten Hof ein super Wert. Aber, hilft das gegen die Fußkälte? Oder wäre es besser, z.B. oben drauf Kork zu verlegen?

Wir haben gerade größere Umbauarbeten hinter uns und die Räume sollen nicht komplett überarbeitet werden, daher kommt ein Austausch des gesamten Bodenaufbaus nicht in Frage.
Vom Denkmalamt gibt es die Vorgabe, dass die Dämmung diffusionsoffen sein muss.

Was würdet ihr vorschlagen?
Ich bedanke mich im Voraus für alle Beiträge



Kann man machen



"Was würdet ihr vorschlagen?"
Den Vorschlag des Zimmerers finde ich ok, um nicht zu sagen fast ein bischen übertrieben. Aber man kann es so machen, wenn die 10 cm weniger Deckenhöhe im Keller noch akzeptabel sind.
Einen dünnen Korkbelag würde ich nicht auf den Dielenboden legen. Das wird dir nicht viel bringen. Als zusätzliche Dämmung sind die Korkplatten zu dünn, ansonsten sind Holz und Kork ziemlich gleich "fußwarm" (im krassen Gegensatz z. B. zu Fliesen, die sich immer kalt anfühlen, wenn nicht gerade eine Fußbodenheizung drunter ist).
Hast du schon mal ausprobiert obs hilft, wenn du deine Füße unterm Schreibtisch auf einen Teppich, eine zusammengefaltete Decke, ein Lammfell oder eine Styroporplatte stellst?



Danke!



Danke Karl-Heinz für deine Ideen.
Die 10cm Dicke rührt eher von der Verfügbarkeit beim lokalen Baustoffhändler her - ursprünglich war mal 6cm geplant. Die Deckhöhe macht das aber mit, der Keller wird kaum genutzt und die Querbalken hängen noch viel tiefer.

Gut zu wissen und gleichzeitig schade, das Kork im Vergleich zu Holz auch keine Lösung für die Fußwärme ist. Das natürliche Material hätte gut gepasst.

Aktuell, als Behelf, sitze ich mit Decke um die Beine. Aber das ist ja keine Dauer-Lösung. Denke, dann legen wir Teppiche aus. Ist halt schade, weil man damit den Holzboden abdeckt.



Re: Danke!



Naja, ob dir ein Teppich ausreicht weißt du ja jetzt auch nicht.
Ich meinte den Vorschlag nur als temporären Versuch, für zwei, drei Tage. Einfach um erst mal zu testen ob eine bessere Dämmung des Bodens auch den gewünschten Erfolg bringt. Denn ob eine zusätzliche Dämmung unter der Decke (im Keller) oder über der Decke, also auf dem Boden, direkt unter deinen Füßen ist, spielt vom U-Wert der gesamten Decke her gesehen keine Rolle. Aber bevor du einen Auftrag vergibst, der ein Stängelchen Geld kostet, wäre es doch gut zu wissen obs auch nützt (was ich bei 0,22 W/m2K eher bezweifle). Lege die Decke, die du um die Beine gewickelt hast ein paar Tage als zusätzliche "Dämmung" auf den Boden und stelle die Füße drauf. Dann hast du (mehr oder weniger) den gleichen Effekt den eine zusätzliche Dämmung der Kellerdecke hat. Eine Decke um die Beine wärmt ja ganz anders als wenn nur die Fußsohlen drauf stehen. Hast du schon mal einen Thermometer unter den Schreibtisch gestellt? Vielleicht zieht ja nur von irgendwo her Kaltluft darunter....????....



Erst mal genaue Analyse betreiben, woher die kalte Luft kommt.



Nach deiner Beschreibung vermute ich wie mein Vorposter kalte Zugluft. Für einen so kalte Füße wie beschrieben, ist der Boden eigentlich zu gut gedämmt. Für kalte Zugluft gibt es mehrere Möglichkeiten:

1. Der Fußboden ist gutgedämmt aber nicht luftdicht, dann wurde eine luftdichte Unterspannbahn im Keller helfen.

2. Die Luft im Raum kühlt an kalten Bauteilen, wie Außenwänden oder Fenster ab und fällt nach unten.

3. Der Raum hat andere Stellen durch die kalte Luft zieht.



Oh wei - Zugluft ist ein kritischer Punkt



Danke Paul für deine Antwort, mit der Zugluft sprichst du einen kritischen Punkt an.
zu 1. Im Boden zwischen Perlit und Herklitplatten läuft eine schwarze Gewebebahn. Sieht nach Windschutz aus, aber ob das auch was bringt, kann ich nicht beurteilen.
zu 2 & 3. Die Wände sind absolut nicht gut gedämmt. Die sind aus Fachwerk mit außen Schindeln und von innen Holzpanele. Die Wand ist max 20cm dick. Wie die Gefächer gefüllt sind, weiß ich nicht. Und an den Übergängen der Panelen zieht es durch....
Also muss ich wohl eher an den Wänden ansetzen... noch eine Baustelle....



Erst mal genaue Analyse betreiben, woher die kalte Luft kommt, Nachtrag



4. Die Raumluft wird am/im Heizkörper erwärmt, steigt über ihm nach oben, wandert unter der Decke Richtung der kältesten Ecke des Raumes und kühlt dabei ab, fällt dort wieder nach unten und bewegt sich über dem Boden wieder Richtung Heizkörper. Die Luft rotiert quasi im Raum, was man bei zu großem Temperaturunterschied innerhalb dieser "Konvektionswalze" schlimmstenfalls als Zugluft fühlen kann.