Hummeln in meiner Außenwand




hallo, ich bin neu hier.
Ich bin seit kurzem Eigentümer eies 425 Jahre alten Fachwerkhauses. Nun habe ich begonnen die Ausfachungen zu erneuern. In diesem Frühjahr haben sich Hummeln in meiner unverputzten Lehmsteinwand eingenistet. Da es sich um ein
Altstadthaus handelt ist ebenso das Nachbarhaus befallen diese Wand besteht aus Ziegeln mit Kalk- Sandfugen. Da die Hummeln sich sehr Tief in meine und die Nachbarwand gegraben haben weis ich nicht was ich tun soll.



Ich würde...



...warten bis sie "ausgezogen" sind und mich dann um die Ausfachungen kümmern.
Am Holz werden sie keine Schäden produzieren. Und da die Ausfachungen ja eh erneuert werden sollen, ist es jetzt eh egal.
Im übrigen gehören Hummeln (ebenso wie Wespen) zu den geschützten Arten, was eine Bekämpfung im "herkömmlichen Sinne" nicht erlaubt.
Wie gesagt: Die tun nichts. Also Spätsommer abwarten bis sie weg sind, und dann die Sanierung in den betreffenden Teilen beginnen.

Grüße
Martin Wittwar



Hummeln, Wildbienen, Sandwespen


Wildbienen in Lehmwand

In alten, teilweise unberührten und ruhigen Wänden von Naturhäusern, Gebäuden mit Hohlmauerwerk udgl. ist es bisweilen nicht untypisch, daß sich besagte Massenvölker dort niederlassen.
Ein geeignter Bauplatz sind eben auch alte "marode" Lehmwände.

@ Martin W.

Dieser Betrachtung stehen wir ebenfalls vollends mit Pate und würden trotzdem einen umweltbeauftragten Mitarbeiter des zuständigen Landratsamtes einmal mit hinzu ziehen.
Doch eben nur, wenn die Baumaßnahme schneller als die Populationssituation sein sollte.

"Summende" Grüße

Udo Mühle



die hautflügler...



der ökologische wert der art ist enorm und oft genug unterschätzt. erkundigen sie sich bei entsprechenden ämtern, vielleicht gibt es hier und da sachkundige ansprechpartner und
in der neige der fördertöpfe klimpert es noch ein wenig. vor einiger zeit war ich beauftragt die Lehmausfachung eines alten hauses mit entsprechender population verschiedener wildbienen
komplett zu erneuern. 70% Fördermittel gab es mit der vorgabe auf einen Außenputz zu verzichten.



hummeln



haben bei mir auch an einer stelle gewohnt. man hat sie in ruhe gelassen, im nächsten jahr waren sie weg. es war ihnen wohl insgesamt zu unruhig. keine panik! und, wie die vorredner schon sagten: sie sind geschützt! gruß c. riedl



Danke für die schnellen Antworten



Ich habe die Befürchtung, die Hummeln könnten sich durchgraben, also wüsste ich gern wie tief sie in die Wand eindringen? Kann es sein, das sich in den Höhlen im Winter wasser sammelt?


wenn ihr Fehler findet dürft ihr sie Behalten.





Also, die Tierchen wollen bloss wohnen. Gewöhnlich werden bestehende Spalten benutzt oder ein wenig erweitert, wenn die Substanz bröselig genug ist. Wenn die Tiere es schaffen, sich durchzugraben oder gar das Haus zum Einsturz zu bringen (was sie nicht wollen, wozu auch, es sind harmlose Blütenbesucher, die mit dazu beitragen, dass unsere Obstbäume tragen), ist es um die Wand sonst nicht gerade gut bestellt.
Mit anderen Worten: der "Befall" ist kein Problem, es dürfte aber ein Anzeichen dafür sein, dass sich die Wand nach "reparier mich mal" sehnt.
Man kann übrigens für gewisse Arten Nistgelegenheiten aufstellen, z.B. Holzklötze mit Löchern drin, und sich dann am emsigen Treiben freuen.



Nur keine Panik



Die Beschreibung hört sich für mich so an, als gäbe es da noch nicht einmal ein Nest, sondern Tiere, die einzeln in Spalten und Löchern nisten. Sind dann wahrscheinlich gar keine Hummeln sondern solitär lebende Wildbienen, die Hummeln sehr ähnlich sehen können. Aber egal, harmlos sind sie alle und sie graben sich auch nicht durch Wände hindurch. Vor Stichen braucht man sich ebenfalls nicht zu fürchten, selbst wenn eine Wildbiene mal in extremer Panik versuchen sollte zu stechen, kommt sie mit ihrem kurzen Stachel gar nicht durch die Haut.

Also alternative Nistplätze anbieten (Hersteller und Bastelanleitungen findet man leicht im Internet) und den Rat von Sachverständigen in der Umgebung suchen, sind sehr gute Hinweise, und ansonsten immer mit der Ruhe. Die Südmauer meines Backsteinhauses verkraftet die Besiedlung mit Roten Mauerbienen problemlos. Mein Garten und ich haben dafür viel Freude an den fleißigen Mitbewohnern.