Beratung zu Hüllflächenheizung in unisoliertem Altbau gesucht

23.08.2007



Hallo,

ich beabsichtige, in einem alten Bahnhofsgebäude, dass wohnlich genutzt werden soll, eine Hüllflächenheizung in Form einer Fußleistenheizung einzubauen. Die Wände sind ca. 4 Meter hoch, das Mauerwerk ist ein zweischaliges Ziegelmauerwerk ohne irgendwelche Dämmmaßnahmen, die Fenster haben Einfachverglasung. Unter den Dielenböden ist im nicht unterkellerten Bereich ein Luftraum von ca 30 cm, der über Lüftungsöffnungen nach Außen be- und entlüftet wird.

Meine Fragen:
Gibt es im Raum Berlin/Brandenburg jemanden, der sich mit der angemessenenen, Objekt-bezogenen Auslegung und Planung einer Hüllflächenheizung auskennt?

Ist es, wie ich langsam denke, bei Hüllflächenheizung vernünftiger, die alten einfachverglasten aber sonst noch ziemlich guten Fenster zu behalten? Oder hilft hier eine Isolierverglasung?

Kann man das kondensierende Wasser an den Fenstern sozusagen akzeptieren lernen und zur aktiven Raumentfeuchtung auffangen und entfernen?

Ist eine Einfachverglasung und Hüllflächenheizung ohne die 4-5 Kachelöfen, die früher in dem Gebäude betrieben wurden(bei kostenlosem Kohlenachschub durch die Bahn) auch bei klirrendem Frost ausreichend, um eine angenehme Wärme zu erzeugen? Kann man da wirklich alte Bauweise und energiesparende Heiztechnik kombinieren?

Macht irgendeine Dämmung von Fenstern, Wänden oder Decken bei Hüllflächenheizung Sinn?
Es soll ja Strahlungswärme und nicht heiße Luft für die Erzeugung einer behaglichen Wärme erzeugt werden. Wenn ich den ganzen Isolierkram der Niedrigenergiehäuser richtig verstehe, dient er dazu, heiße Luft im Gebäude einzusperren.
Allerdings könnte eine ungedämmte Außenwand bei Frost vielleicht nicht genügend stark zum Strahlen zu bringen sein, weil sie, gerade nachts, stärker auskühlt?

Was bringen Dämmungen oben herum überhaupt, wenn unter den 3 cm Dielen durch die Belüftungslöcher quasi Außentemperaturen herschen? In einem Raum wurden diese Löcher wohl vor einighen Jahren verschlossen und auch noch Fliesen auf den Dielen verlegt. Ich enferne gerade die triefend nassen und morschen Reste dieses "modernisierten" Bodens und mache mir Sorgen, dass es sich um Hausschwamm handeln könnte. Die Wichtigkeit der Belüftung und Feuchtigkeitsperpeabilität des Bodens scheint mir dadurch ziemlich drastisch bestätigt zu werden.
Könnte man diese Belüftung auch durch innenliegende Lüftungsgitter im Fußboden hinbekommen und die Außenlöchter verschließen oder gelagt dann zu viel Feuchtigkeit in die Wände?
Fragen über Fragen! deshalb würde ich mich freuen, wenn jemand einen Fachmann kennt, der sich mit diesem Problemkreis auskennt, und bezahlbar vor Ort beraten könnte.

Viele Grüße
Alexander Reiprich



Halten Sie es wirklich für wahrscheinlich,



das spannenhohe Konvektionsheizkörperchen 4m hohe Wände heizen können? Strahlungswärme in hinreichender Menge erzeugen? Sie werden mehr heiße Luft bekommen,als Ihnen lieb sein wird. Was auch immer auf den Anbieterseiten zu finden sein wird an Versprechungen, suchen Sie sich einen produktunabhängigen Heizungsplaner, der auch den Energiebedarf des Gebäudes komplex bewerten kann. Um eine passende Dämmung werden Sie nicht herumkommen.

Grüße

Thomas





Hallo,

vielen Dank schon einmal für die Kommentierung. Tatsächlich ist es gerade die ungewöhnliche Raumhöhe, die mir eine Strahlungswäremheizung sinnvoll erscheinen lässt. Ein solches Raumvolumen per Konvektionswärme mit heisser Luft zu füllen gibt wohl lauschige Temperaturen in 4 m Höhe und kalte Füße.
Ob eine Fußleistenheizung tatsächlich ausreichend Wärmeleistung abgibt, soll eben ein unabhängiger Fachmann ermitteln. Es hängt wohl ziemlich von der Dimensionierung und Anordnung der Heizleisten ab. Eine Alternative wäre auch eine Wandheizung oder eine Kombination aus beiden Techniken. Zusätzlich ist langrfistig noch ein Grundofen vorgesehen, der aber momentan finanziell nicht drin ist. "Normale" Heizkörper erscheinen mir nach wie vor aufgrund des Raumvolumens ungeeignet.
Zum Thema Dämmung bin ich eher skeptisch eingestellt. Es könnte sowieso nur eine Innenwanddämmung erfolgen, da die schöne Backsteinfassade auf keinen Fall zugekleistert werden soll und darf (Denkmalschutz). Mit den Innenisolierungen scheint mir das aber bauphysikalisch so eine Sache zu sein. Der Bau hat jetzt 100 Jahre erstaunlich gut überlebt. Ein solch funktionierendes und bewährtes System anzupacken und zugunsten einiger kurzfristig gesparter Energieeinheiten die Bausubstanz durch kondensierendes wasser in den Wänden zu gefährden möchte ich ungern riskieren. Daher sollte an eine solche Beratung nur jemand herangehen, der in ähnlichen Fällen auch schon nachweislich erfolgreich war.
Über jeden Hinweis, wer so etwas beraten kann, wäre ich daher nach wie vor sehr dankbar. Die lokalen Heizungsbauer und Bauingenieure waren da nach ersten Rückfragen leider keine große Hilfe.
Viele Grüße
Alexander



Das alte Problem



Es war bisher so, warum sollte ich es ändern?

Weil sich mit Ihrem Einzug alle Parameter ändern werden.

Meine Auffassung noch etwas deutlicher: Mit den Heizleisten bekommen Sie keine Wandheizung, sondern allenfalls eine bessere Wärmeverteilung als bei den üblichen Konvektionsheizkörpern.

Wenn Sie mögen, wenden Sie sich an:

http://www.hawemann-solar.de/

Übrigends: Nicht vom "Solar" abschreckenlassen. Lassen Sie sich doch 'mal eine echte Wandheizung durchrechnen! Wenn es Probleme mit der Wanddämmung gibt, erzielen Sie auch über eine Fußbodenheizung (geht auch unter Dielung) echte Srahlungswärme.

Gutes Gelingen wünscht

Thomas



Hüllflächen-Temperierung



Auf ihre Frage: "Gibt es im Raum Berlin/Brandenburg jemanden, der sich mit der angemessenenen, Objekt-bezogenen Auslegung und Planung einer Hüllflächenheizung auskennt?"

Antwort: Ja, sogar einen richtigen Experten in Berlin- Charlottenburg: Architekt Christoph Schwan, e-mail:
schwanarchitekt@t-online.de. Gibt auch eine Schrift zur Hüllflächen-Temperierung heraus. Sehr lesenswert und Recht hat er. Davon zeugen viele Berichte im Web, auch wenn es eine große Schar von Skeptikern gibt, nämlich jenen, die gerne die aktuellen, mit viel Werbung propagierten Produkte der Industrie an den Mann und die Frau bringen möchten (zumeist mit Hinweis auf die gültige staatliche Verordnungen), und die Grundprinzipien gesunden Heizens, d.h. eine in erster Linie dem Menschen dienliche Heiztechnik (siehe auch Bücher von Alfred Eisenschink und seine Firma Sancal) nicht verstanden haben.

Gru



Ein Theaterdonnerer ?



Zitat aus der Petition das Herrn Schwan an den deutschen Bundestag, 2001:

"2) Zur Begründung der EnEv
Die wesentliche Begründung zur EnEV besteht darin, dass der Eintrag von Kohlendioxid in die Atmosphäre zur Verminderung des befürchteten „Treibhauseffektes“ durch Reduzierung des Verbrauchs an fossiler Energie verkleinert werden soll. Bisher war es sehr umstritten, ob es den von den Verfechtern der „Treibhausthese“ geschilderten Effekt überhaupt gäbe. Diese Frage kann heute jedoch in dem Sinne als beantwortet gelten, dass es den Treibhauseffekt nicht gibt."

Nachzulesen (wir ahnten es) bei Konrad Fischer. Wenn der Schwanengesang zur Heizleiste genau so weit am Leben vorbeizielt,wird's allenfalls lustig, aber nicht erhellend für das Publikum.

Ganz im Ernst, Herr Roerig, hat benannter Herr Schwan die Heizleistenforschung über Eisenschinksche Erkenntnisse hinaus weiter vorangetrieben,und wenn ja, inwiefern?

Erheiterte Grüße

Thomas



Noch mal zu den Fragen:



Hallo Alexander!

Ich will mal Ihre Fragen erst mal zusammenzufassen und dann versuchen, diese nach meinem Wissenstand zu beantworten.

Ihre Fragen waren:
1. Wer plant solche Projekte?
Antwort: Wir, und das sogar noch kostenlos! Wir benötigen dazu nur erst einmal Ihre Pläne.

2. Einfach verglaste Fenster gegen Isolierverglasung tauschen?
Antwort: Kommt darauf an. Es gibt ästhetische, denkmalpflegerische und vor allem auch finanzielle Gründe die noch erhaltenen Fenster auch zu erhalten.
Allerdings sollten sie zumindest so gut wie möglich abgedichtet werden, denn Zugluft kühlt auch in einem temperiertem Haus. Gleichzeitig sollten Sie darauf achten, dass die Zimmertüren eine Schwelle haben, dies verhindert ebenfalls Zugluft.
Es gibt Leute, die rechnen vor, dass einfachverglaste Fenster energetisch günstiger sind.
Ich kann das nicht einschätzen, wir versuchen, alte Fenster zu erhalten, wenn es nicht machbar ist, sind unsere Dänischen Fenster eine Alternative, die allerdings auch Isolierverglast sind.

3. Was können Sie gegen nasse Fenster tun?
Antwort: Ganz einfach! Erst eine Strahlungsheizung, und dann das Haus nicht hermetisch abdichten.
Hier tun dann wieder die nicht ganz dichten alten Fenster gute Dienste.
Wir selbst haben im Wohnzimmer ein 200 Jahre altes einfachverglastes Fenster, welches nicht einmal Dichtgummis hat.
Seinerzeit wettete unser Architekt mit mir, dass das Fenster ständig nass sein würde.
Es war gerade einmal nass, als wir nach einem Oststurm 20 cm Schnee auf der Fensterbank zu liegen hatten. Das Fenster war genau bis zur Oberkante des Schnees innen nass.

Warum das so sein wird. Durch die Strahlungswechsel im Raum wird auch die Scheibe erwärmt. Ein Isoglas hat eine nur etwa 1 bis 2 Grad weniger Oberflächentemperatur als die anderen Wandoberflächen. Eine normale Glasscheibe eines einfachverglasten Fensters eine 4 bis 5 Grad geringere Temperatur.
Zu Wasser auf der Scheibe kommt es nur, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum so hoch ist, dass es zur Kondensation kommt. Bei gut belüfteten Fenstern in Kombination mit einer Strahlungsheizung ist die Luftfeuchte im Haus so gering, dass keine Kondensation stattfindet.
Bei Bedarf kann ich eine Fotodokumentation beibringen!!!!!

4. Kann man solche Objekte preiswert wirklich angenehm temperieren?
Antwort: Die Frage stellt sich eigentlich anders: Gibt es überhaupt eine Alternative zu einer Hüllflächentemperierung bei solchen Objekten?
Ohne das Gebäude gesehen zu haben, gehe ich davon aus, dass es sich um ein 36er Mauerwerk mit Luftschicht und einer 12,5 Vormauerschale handelt, gebaut in den Jahren von 1900 bis 1920. Es gibt kaum bessere, und auch besser erhaltene Bausubstanz in unserer Gegend, wenn man mal von den Schlössern, Gutshäusern und Kirchen hier ausgeht.
Die Installation einer Strahlungsheizung wird sehr schnell zu einer drastischen Abnahme der Mauerwerksfeuchtigkeit führen. Hier gilt, dass 1 % weniger Mauerwerksfeuchte 10 % höheren Wärmedurchgangswiderstand bringt. Praktisch wird die Wand (noch) „dicker“.
Gern liefere ich die Messprotokolle die in der Kirche in Völschow erstellt wurden.
Diese zeigen eine drastische Abnahme der Mauerwerksfeuchtigkeit innerhalb weniger Wochen, durch den Betrieb von Heizleisten.
(@ Herrn Böhme: die Kirchenwände sind mehr als 4 m hoch!)

Fazit: Es wird mit Sicherheit preiswert richtig angenehm warm, vorausgesetzt Ihre Heizungsanlage hat ausreichend Leistung, und es ist im Haus ausreichend Wärmeabgabefläche (bei uns Heizleistenregister) installiert.

5. Macht Dämmung Sinn, wir Ihr ungedämmtes Haus auch bei tietstem Frost noch angenehm warm sein?
Antwort: Als Dämmung werden umgangssprachlich leichte Baustoffe bezeichnet, die den Wärmeübergang durch Konvektion einschränken sollen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Dämmmaterial auch trocken ist (bleibt). Deshalb muss der Luftübergang in die Dämmung verhindert wird. Und da liegt das Problem: Es lebt sich nicht eben angenehm in einer Plastiktüte und auch in einer ökologisch korrekten Papptüte (Dampfbremspappe) ist die Luft ohne „Zwangslüftung“ nicht besser.
Für mich stellt sich die Frage, ob ich mir eine teure Lüftungsanlage zulege, die dann wieder die Luft ständig in Bewegung hält, im Laufe der Jahre selbst zur Keimschleuder wird und teuer von einer Spezialfirma gereinigt werden muß, oder ob ich lieber mein Haus eben nicht völlig abdichte und somit für ausreichend Frischluft sorge.
Wenn dann wirklich Wände oder ein Dach zur Energieeinsparung dicker werden muß, dann bevorzuge ich schwere Baustoffe. (weites Feld, dazu gibt es auch schon Forumsbeiträge)

Fazit: Bei einem 45 cm dicken Ziegelmauerwerk würde ich zusätzliche Dämmmaßnahmen unterlassen. Die finanziellen Investitionen kommen nicht wieder rein, und was schlimmer ist, Sie verschlechtern das Wohnklima, und das ist eigentlich das allein zählende Kriterium beim Wohnen!!!!!

6. Was soll mit den Lüftungslöchern geschehen, gibt es eine Möglichkeit ohne sie und Feuchte Wände und Fußböden auszukommen?
Antwort: Die Lüftungslöcher wurden zu Zeiten installiert, als Hauser noch nicht gleichmäßig temperiert werden konnten.
Mit der derzeit zur Verfügung stehenden Technik können Häuser gleichmäßig temperiert und damit trocken gehalten werden. Die Hüllflächentemperierung ist das probate Mittel dafür. Natürlich empfehlen wir Heizleisten als die einfachste und preiswerteste Möglichkeit ein Haus zu temperieren.
Wenn Sie beim Ausbau Ihres Hauses auf Sperren und unübersichtliche, nicht wasserleitende Materialien und Konstruktionen verzichten und dazu eine Strahlungsheizung installieren, werden sie keinerlei Feuchtigkeitsprobleme im Haus haben.
Nicht umsonst ist die Thermische Trockenlegung ein bewährtes Mittel zur Bautrockenlegung.

Auch hierfür treten wir gern mit verschiedenen Referenzobjekten den Beweis an.


Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben, selbstverständlich stehen wir sehr gern telefonisch zur Verfügung!


Mit den besten Grüßen von der Ostsee


Der Ingo von www.einfach-gut-gebaut.de

Foto
Einfachverglastes Fenster ohne Dichtgummis
-nie feucht-



Eine Heizung...



...würde ich von einem Heizungsplaner rechnen lassen, und nicht von einem wortgewaltigem Verkäufer diverser Bauteile.

Sorry, Ingo, aber ein nie beschlagendes Einfachfenster an der Küste zählt für mich zum weiten Feld pommerscher Märchen und Legenden. Selbst wenn die Sockelleistenheizung eine Wandheizung mit beträchtlichem Strahlungsanteil wären (wovon ich nicht ausgehe); weshalb sollte nicht trotzdem das Fenster der weitaus kälteste Punkt im Raume sein, wo sich die Feuchtigkeit von Mensch, Blumentöppen etc. niederschlägt?

Völlig rätselhaft bleibt für mich Deine Auslassung:

(@ Herrn Böhme: die Kirchenwände sind mehr als 4 m hoch!)

Ohne Zweifel kommt der Kölner Dom sogar auf 4,5m, aber was soll's?

Überaus nachdenkliche Grüße

Thomas



Nachtrag zu Herr Böhme´s Einschätzung zu Herrn Schwan



Herr Böhme, erlauben Sie mir nur noch ein paar Zeilen:

meinen bescheidenen Recherechen zufolge stützt sich die Schwan´schen und Eisenschink´schen Erkenntnisse (und wohl auch die von Herrn Rhein) bei der Anwendung der Hüllflächen-Temperierung auf die selben (praktischen) Erfahrungen, ob Heizleiste (Eisenschink) oder Wandheizung (Schwan). Im Focus steht das Wohl des Menschen (und an zweiter Stelle erst die des Energieträgers). Warum sollte Herr Schwan über die Erkenntnisse von Eisenschink hinaus ermittelt haben ?Beide sind keine typischen Verkaufsstrategen (auch wenn Herr Eisenschink ein gewisses Talent nicht verbergen kann). Es gibt sie wohl noch, die wenigen Idealisten, die einsamen Streiter, denen es nut um die Sache geht und nicht bloß um Umsätze, echte "Dinosaurier" eben (das Buch "Falsch geheizt ist halb gestorben" von Eisenschink zeigt sehr gut die Fehlentwickunglungen und ihre Ursachen im Heizungsbau auf). In der heutigen Schnellebigkeit bleibt für Grundlagenforschung wenig Zeit, das Produkt muß auf den Markt, ob es wirklich nachhaltig taugt ist eine andere Sache. Es ist doch gerade das Fehlerhafte und Kurzlebige in den heutigen Produkten, das die Umsatzzahlen steigen läßt.
Ich selbst bin in einem techn. Bereich in einer ganz anderen Branche tätig und arbeite ebenfalls mit staatlichen Verordnungen und kenne deren Lückenhaftigkeit nur allzu gut (ist kein Vorwurf, sondern nur verständlich, weil die Dinge häufiger komplexer sind als Zeit für deren vollständiges Begreifen zur Verfügung steht). Warum, so darf ich fragen, sollten die staatl. Verordnungen in der Baubranche ausgerechnet "vollkommen" sein ? Die Petition von Herrn Schwan zur EnEV ist ein mutiger Schritt gewesen. Seine Bedenken zur Ursache des Klimawandels/Treibhauseffektes teilen im übrigen zahlreiche renomierte Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen aus aller Welt (läßt sich in Fachmagazine und wissenschaftlichen Veröffentlichungen leicht nachprüfen), die leider von der Weltöffentlichkeit nahezu völlig ausgesperrt werden (sie drängen sich aber auch klugerweise nicht auf). Ihre Erkenntnisse wären wohl ein zu großes Risiko für die winkenden milliarden-schweren Umsätze der Öko-Industrie (und den millarden-schweren Steuereinnahmen). Hier macht die Politik leider gute Miene zu bösem Spiel.
Es ist in der Tat schwere Kost, was uns jetzt allabendlich über die Kanäle an Horrorszenarien des Klimawandels gemalt wird, teilweise unwissenschaftlich und zumeist völlig aus einem höher- geordneten Zusammenhang gerissen, wird mit der Macht der Bilder dem Menschen ein schlechtes Gewissen gemacht. Hier sind wir Deutsche übrigens wieder einmal weltweit Spitze. Deutsche Gründlichkeit eben.

Herr Böhme, in diesem Sinne und bleiben Sie weiter heiter ;-)

A. Roerig



Dazu nur noch kurz:



Es bleibt Ihnen unbenommen, vor dramatischen Klimaveränderungen die Augen zu verschließen. Ist ja auch schön, wenn toskanisches (oder gar sizilianisches) Klima auch in Winsen an der Luhe stattfindet. Freilich wird besonders das letztere der Ausbreitung der Strukturen der Öko-Mafia weiter Vorschub leisten. Vielleicht werden Sie ja dann, den Klimawandel weiter leugnend, im inzwischen abgetauten Grönland Exil suchen und Radieschen züchten.

Ich finde es überflüssig, verkaufsfördernd oder faktenersetzend immer wieder mit Verschwörungstheorien herbeizukommen. Ein wenig Grundlagenforschung in Sachen Heizleiste würde hingegen schnell die Fakten von den Wünschen trennen. Aber dafür hatte wohl Eisenschink in der damals ebenfalls schnellebigen Zeit keine Zeit.

Grüße

Thomas



Märchen? Gern können Sie sich persönlich...



...davon überzeugen. Entweder am beschriebenen Fenster, oder vieleicht auch unserer Musterferienhaus.
Sie dürfen sich sogar den Zeitpunkt dafür aussuchen!

Nur noch mal zur Erinnerung:
Nass werden Fenster auf der Innenseite im Allgemeinen durch Kondensation, also bei Unterschreitung des Taupunktes!
Für Laien, als Taupunkt wird der Zeitpunkt bezeichnet, an dem die wasserdampfgesättigte Luft so weit abgekühlt ist, daß Sie Ihr enthaltenes Wasser verliert. Dies geschieht im Allgemeinen, und insoweit haben Sie natürlich Recht, an den kältesten Stellen (eines Gebäudes) zuerst.

Wenn Sie ein wenig genauer meine Ausführungen gelesen hätten, wäre Ihnen nicht entgangen, daß ich ständig davon schreibe, daß ein Haus "offen" sein soll, damit im Inneren eben keine zu hohe Luftfeuchte herrscht.
Dies erreicht man durch die Verwendung kapilar leitender Baustoffe Ziegel, Kalk, Lehm und Holz (ist hygroskopisch leitend) und/oder durch eben nicht zu dichte Fenster und Konstruktionen. Gedämmtes Bauen (deshalb stehe ich dem kritisch gegenüber) darf auf keinen Fall "offen" sein, da sonst die Dämmung feucht(später nass) wird, und seine dämmende Wirkung verliert.
In bereits gedämmten, nach dem Stand der Tecnnik errichteten Gebäuden, ist die Entfeuchtung über die Hüllflächen nahezu ausgeschlossen! Hier bleibt dann nur noch die regelmäßige Stoßlüftung (immer wenn man es nicht mehr aushält), ein kontrolliertes Kürzen der Fenstergummis, oder eben, von Planern und Installateuren natürlich bevorzugt, die Installation einer Zwangslüftung. Diese bringt dann gleich mal neue Probleme mit sich.
Erstens kostet diese Geld und nicht zu knapp,
zweitens bringt sie zwangsläufig wieder Luftbewegung und damit Staub in der Atemluft mit sich und
drittens muß sie im Laufe der Jahre immer wieder gereinigt werden was weitere Kosten verursacht.

Um die Kondensation an deutlich kühleren Scheiben einfachverglaster Fenster zu verhindern, gibt es zwei Möglichkeiten.
1. Scheiben erwärmen, wir erreichen dies durch Strahlungsheizung
2. Luftfeuchte im Raum senken.

In dem Zimmer, in dem sich das beschriebene Fenster befindet, habe ich mit einem Hygrometer die Luftfeuchte gemessen. In den Wintermonaten betrug die rel. Luftfeuchte zwischen 30 und 40%.
Da das Fenster lediglich 5 bis 6 Grad kühler war, können Sie Anhand der üblichen Tabellen mal nachsehen, wenn der Taupunkt erreicht werden würde. (so ca. bei 5 bis 9 Grad C)
Es ist also nicht nur ein schönes sondern ein realistisches Märchen von der Ostsee!
Wenn nun jemand der Meinung ist, daß der Mensch zum Wohlbefinden eine rel. Luftfeuchte von 50 bis 70 % benötigt, soll er doch mal eine neue Forumsdiskussion anstoßen, die hatten wir lange nicht mehr. Ich freu mich darauf.

Wissenschaftliche Zahlenspielereien über theoretische Bauphysik langweilen die Forumsbesucher meist. Sie wollen glaubwürdige und plausible Fakten. Deshalb versuche ich so ausführlich wie nötig und durch Fotos und Beweisangebote vor Ort untermauerte Belege diese Fakten zu liefern.

Ein Satz zu den Netiquetten.
Ich weiß nicht wovon Sie leben. Wir leben bei radia-therm, einem Teil von www.einfach-gut-gebaut.de davon, daß wir unseren Interessenten, im übrigen kostenlos, Projekte planen, und dann die von uns hergestellten Bauteile für die Installation von Heizleistenanlagen anbieten (oft auch verkaufen).
Ich kann daran weder etwas ehrenrühriges, noch unseriöses entdecken. Auch kann ich kaum glauben, daß irgendein "Fachmann" in diesem Forum zum reinen Zeitvertreib, des Besserwissens willen, stundenlang am Rechner sitzt, und immer, und immer wieder die selben Argumente auf eigentlich immer die gleichen Fragen zu formuliert.
Sollte das bei Ihnen der Fall sein..., Hochachtung!
Wir leben davon!
Wenn jemand hier im Forum die jeweils von ihm vertretenen Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen anpreist, so ist es durchaus legitim, die Vorteile des eigenen Produktes den Nachteilen von "Konkurrenzprodukten" gegenüber zustellen. Ich denke jedoch, daß Sachlichkeit dabei von den Forumsbesuchern sicherlich honoriert wird.

Insofern wäre es auch hier schön, wenn mal wieder jemand eine Forumsdiskussion über Vor- und Nachteile der verschiedenen Heizungsarten im Allgemeinen, und der verschiedenen Strahlungsheizungsarten im konkreten anstößt.
Eine Disskussion über die globale Erwärmung und die für uns daraus folgenden Konsequenzen währe auch nicht schlecht.



Mit den besten Grüßen von der Ostsee


Der Ingo von www.einfach-gut-gebaut.de

Foto:
Messung mit einem Klimamessgerät.
Es ist eine Kombination der Messung der Oberflächentemperatur an der durch den Laser markierten Stelle, der Lufttemperat und der Luftfeuchtigkeit.
Bei der Messung die auf dem Foto gezeigt wird, werden alle drei Messungen gleichzeitig durchgeführt und ins verhältnis gesetzt.
Also:
Lufttemperatur (nicht sichtbar ca. 23 Grad)
Oberflächentemperatur an 25 cm dünnem ungedämmtem Fundament (18,8 Grad)
rel. Luftfeuchte (nicht sichtbar ca. 40 %)

Das angezeigte Ergebnis 7 Grad C ist die Temperatur, an der der Taupunkt an dieser Stelle errreicht werden würde!!!!

Ist kein Märchen, nur Physik 8. Klasse!



Der Vollständigkeit halber...



Hier noch die sichtbaren Messdaten der gleichen Messung:

Lufttemperatur: 22,4 Grad C
rel. Luftfeuchte: 37,7 %

Ingo Rhein



Ein weiteres Thermometerbild...



... für Sammler.

Es hat nichts mit Nettischkeiten zu tun, wenn ich statt eines Verkäufers einen Heizungsplaner für die Heizungsplanung empfehle. Letzlich muß ein gutes Projekt nicht kostenlos sein, wie auch ein kostenloses nicht gut sein muß.

Wovon ich lebe? Brot und Wein, Liebe und Luft! Den Rest findet der Wissbegierige in meinem hier hinterlegten Profil.

Lebendige Grüße

Thomas



Nachtrag



Das nächste Foto vom meistdargestellten Fenster Norddeutschlands vielleicht bei einer Außentemperatur von minus 20 Grad, mit Eisblumen?

Grüße

Thomas



Das meistfotografierte Fenster Norddeutschlands



Reicht das dann? Oder muß ich eidesstattlich versichern, daß wir im Winter heizen und das es zum Zeitpunkt draußen kalt und drinnen warm war?

Es ist im Übrigen das linke der beiden Fenster.


Hilft nicht, an der Physik kommen Sie nicht vorbei.



Aber abends, Ingo...



...da ist es kälter als draußen.

Grüße

Thomas



Ja dann sollten Sie sich mal für eine Nacht....



bei 20 Grad Minus bei uns anmelden, denn das Dunkel habe ich noch nicht fotografiert!



Stopp, sparen Sie sich den Weg!



Meine Frau hat schon mal das gewünschte Dunkel fotografiert.



Vielleicht nur...



...ein kleines bisschen weiter von links?

Grüße

Thomas



Falls es die globale Erwärmung...



...überhaupt noch ermöglicht, Fotos mit Schnee zu machen, werde ich auch dies versuchen!

Aber vieleicht kommt die Klimakatastrophe ja auch mit einer Eiszeit. Dann haben wir noch alle Zeit der Welt solche Fotos zu machen!

Der Ingo



Bahnhof



Also der rote Faden löst sich gerade in Luft auf.

Zurück zum Thema: es ist wohl unbestritten, dass Einfachverglasungen als Entfeuchter wirken, wenn das Kondenswasser nach draussen abgeleitet wird. Wann und ob es kondensiert und wovon dies abhängig ist, wurde bereits beschrieben.
Isofenster sind superdicht und kondensieren kein Wasser aus der Raumluft, was Altbauten nicht gerade zuträglich ist. Fenster und Türen ohne Gummidichtungen helfen eine Menge, Grundöfen mit ihrem Luftdurchgang ebenfalls.
Also die alten Fenster aufarbeiten, Standölfarbe drauf und fertig.
Was Alexander zur Dämmung im Bezug auf seinen Bahnhof meint, kann ich nur voll unterstützen.
Die hohen Wandflächen der Aussenwände nehmen eben auch viel Sonnenstrahlungswärme auf, diese Speicherwärme würde eine Innendämmung blockieren.
Für preiswerte und gute Grundöfen gibt es direkt an der Vorpomm.-Brandenburgischen Grenze einen echten Spezialisten, Ofenbauer Thilo Günther
Hedwigshof
17291 carmzow-wallmow
eMail: mostefy@web.de
Er ist auch hier im Forum und ich kann ihn nur wärmstens empfehlen.
Alles Gute



Nachtrag der 2.



Herr Böhme, möchte noch ein Mißverständnis ausräumen:

den Klimawandel leugnen weder ich noch die von mir erwähnten Wissenschaftler (internationale Namen kann ich Ihnen nennen, wenn es denn unbedingt sein muß). Gegenstand ihrer Untersuchungen sind die Ursachen. Auch Sie wissen, dass es Klimaveränderungen (Warm- und Kaltphasen) in der ganzen Erdzeitgeschichte gegeben hat, mit starken und weniger starken Gradienten (nach heutiger Erkenntnis). Ihre Hinterlassenschaften sind allgegenwärtig in unserer Natur. Die Methoden, diese Veränderungen zu erfassen, auszuwerten und die Ergebisse bis in den letzen Winkel dieses Planeten zu transportieren waren wohl in der Tat noch nie so perfekt wie heute. Doch nur deshalb erscheint heute alles so rekordverdächtig.
Selbstverständlich ist eine Einflussnahme des Menschen auf klimatologische Veränderung nicht auszuschließen. Die Frage ist nur wie groß ist sie, was können wir Menschen wirklich bewirken ? Genau das ist einer der Gegenstände dieser Forschungen. Es existieren leider keine derart detaillierten Aufzeichungen aus früheren Phasen, um nachzuweisen, dass der Gradient heute besonders groß ist. In diesem Forum sollte es selbstredend sein, dass der Mensch als "Treuhänder" dieses Planeten mit den natürlichen Ressourcen verantwortungsbewußt umgehen soll.

Zu den Heizleisten: schön sind sie nicht, aber sie funktionieren so wie sie sollen.

Weiterhin frohes Engagement im Forum

Gru



Nimmermehr bestritt ich,



daß Heizleisten heizen.

Ich interveniere nur zuweilen, wenn unbewiesenermaßen behauptet wird, es wären Wandheizungen (und also Strahlungsheizungen).

Grüße

Thomas



Da wir ja den Beweis...



...für nicht beschlagene einfach verglaste Fenster auch online per Foto erbringen konnten, schlage ich vor, Sie geben mal kund, was als Beweis Ihrer Meinung nach für das Funktionieren einer Heizleistenanlage als Strahlungsheizung nach gelten würde?

In freudiger Erwartung!


Der Ingo von www.einfach-gut-gebaut.de



Der Ingo...



...fotografiert ein Fenster und beweist damit den Strahlungsanteil der Heizleiste (6 Scheiben = 60%?)

Schönen Abend noch

Thomas