Horizontalsperre nötig bei Betonwänden?




Guten Tag! Ich bin neu im Netz!

Der Keller ist feucht. Kann es sein, dass wir eine Horizontalsperre an den Wänden im Keller machen müssen, obwohl die Wände aus Beton sind und bei den Bohrungen nur Staub herauskommt?
Ist es gerechtfertigt dafür 45.000 Euro zu bezahlen?

Was kann man tun?
Wir bitten um Rat! Danke!



wäre



es möglich, daß sich an den kalten Betonwänden nur ein Kondensat niederschlägt. Bitte mal Luftfeuchte und Wandoberflächentemperautur messen !!



feuchter Keller



Für 45.000,- € kriegen Sie einen neuen Keller.

Das Angebot muß Ihnen jemand unterbreitet haben. Vielleicht kommt Ihnen dabei etwas bekannt vor wenn Sie das hier ab Seite 16 lesen:

http://ingenieurbüro-böttcher-asl.de/mediapool/88/885822/data/Ueber_die_Baustellenetikette.pdf

Falls Sie schon einen Vertrag unterschrieben haben- war das bei Ihnen im Haus oder im Büro der Firma?



Hallo Herr Böttcher,



sehr schöner Artikel den Sie da geschrieben haben. Vieles hab ich leider genau so schon erlebt!!

Dazu ein passende Geschichte von gestern Abend bei ein Besichtigung eines fertig Sanierten Gebäude von 1700.

Der Bauherr hat an einer Feuchte Wand eine Injektion durchführen lassen der Angebotspreis lag bei einer Wand von ca. 10 * 2,5 m bei 45.000€ netto.

Wenn die Wände kalt sind könnte es auch wie schon angeführt Feuchtigkeit aus der Raumluft sein die sich an den kalten Wänden niederschlägt.

Grüße
Abgerechnet wurden weil deutlich mehr verbraucht wurde 90.000€.



Oh je, oh je, es geht doch darum ob überhaupt eine Horizontalsperre notwendig ist



und nicht darum was es kostet.
Bei Beton und dann auch noch wenn dabei nur Staub rauskommt halt ich eine solche Maßnahme für entweder Dummheit oder aber auch für Schwindel.
Nach welchen Vorgaben wurde denn hier voher untersucht (z.B. nach WTA-Merkblatt 4-4-04/D
Mauerwerksinjektion gegen kapillare Feuchtigkeit).
Gibt es auch eine Leistungsbeschreibung und auch Bilder dazu?



@ Hallo Oliver, schön und gut, aber ...



..das war doch Mauerwerk aus Ziegel und kein Beton!
So lange ich noch in meiner Firma tätig war habe ich auch öfter Horizontalsperren hergestellt und auch Objekte mit weit höheren Summen - auch dies ist hier nicht von Bedeutung sondern ausschließlich ob es Gerechtfertigt ist!



Horizontalsperre bei Betonwänden


Horizontalsperre bei Betonwänden

Und hier noch einweiteres Bild!



Horizontalsperre nötig bei Betonwänden?


Horizontalsperre nötig bei Betonwänden?

Und noch eines



Horizontalsperre



Wenn es um den technischen Aspekt geht:
Dafür fehlen mir Bilder von der Außenansicht der betreffenden Mauern und der Wände im Erdgeschoss innen.
Dann finde ich es sehr merkwürdig das Innenwände (falls das welche sind) unter der EG- Decke mit abgedichtet werden sollen.
Weiterhin sehe ich keinerlei Hinweise auf Feuchteerscheinungen.
Falls die Feuchteschäden im EG an den Außenwänden aufgetreten sind helfen diese Abdichtungen dagegen NICHT. Dafür ist eine Abdichtung des Sockelbereiches besser geeignet- wenn die überhaupt erforderlich ist.
Aus was besteht der Keller genau? Sind das Betonfertigteile?

Das scheint hier eine ernsthafte auch juristische Problematik zu werden.
Nach meinem Gefühl ist das was hier läuft in der Richtung sittenwidriges Verhalten einzustufen- aber Vorsicht, ich bin kein Anwalt und das ist meine persönliche, private Meinung.
Warten wir die Fotos vom Außenbereich und vom EG ab.

Noch mal zu meinen obigen Fragen:
Haben Sie den Vertrag in Ihrem Haus oder im Büro der Firma unterschrieben und was steht in der Widerrufsbelehrung?

DAS IST WICHTIG!



Hallo Frau /Herr Hamlet dies ist doch ein Fall für den Verbraucherschutz



Oder Sie wenden sich an die Handwerkskammer.
Wo ist denn das Objekt vielleicht kann sich das mal ein Kollege anschauen.
Können Sie mir mal die Unterlagen zu. B. Angebot und Voruntersuchungsbericht senden.
Meine email finden Sie auf meiner Homepage. Dazu auch einige Informationen zu feuchten Keller und welche Möglichkeiten zur Instandsetzung möglich sind.
Wie Herr Böttcher gewünscht hat wären weitere Bilder auch von den Schäden im Sockelbereich aussen gut.



nun bin ich sehr enttäuscht denn ich dachte hier wäre irgendeine unseriöse Firma am werken



Erstmal Danke für die Unterlagen. Ich gehe davon aus, dass hier etwas schief gelaufen ist. Möglicherweise weiß der Chef der Firma nicht was seine Mitarbeiter da ausführen.
Ich schlage vor die Arbeiten erstmal nicht weiter ausführen zu lassen und einen Sachverständigen zu bitten diese Leistungen zu bewerten.
Nun ist ja sowieso erstmal Weihnachten und somit Zeit nachzudenken wie es weitergehen soll. Da dieser Betrieb Mitglied in einem Fachverband ist sollte auch von dieser Seite Information dazu eingeholt werden.



Immer zuerst die Aussage eines Bausachverständigen einholen, das ist Gold wert.



Es wimmelt auf dem Sanierungs-Markt von Scharlatanen - so erleben wir das seit Jahrzehnten. Durch das Internet ist das nicht einfacher geworden.

Als Dipl.Restaurator für Wandmalerei und Baudenkmalpflege erlebt man leider viele unnötige Maßnahmen. Das was ich hier sehe, scheint auch so zu sein. Der Preis ohnehin aberwitzig.

Scheinbar seriöse Firmen versuchen mit unendlich langen Listen von Referenzobjekten jeglichen Zweifel in Frage zu stellen. Und dann werden sehr geschickt Maßnahmen ausgeführt, bei denen ein Nachweis auf Funktionalität selten möglich ist, weil gleich mehrere Wirkmechanismen bedient werden. Oft hätte der Einbau einer Bauteiltemperierung oder einer Verbesserung der Lüftungssituation ausgereicht - aber diese Firmen nutzen die Ahnungslosigkeit der Kunden schamlos aus und produzieren Großbaustellen.

Ihre Vorsicht ist richtig - mein Rat: Maßnahme sofort stoppen und einen anerkannten Bausachverständigen hinzuziehen.Wenn er in der www.wta.de organisiert ist, ist das kein Fehler. Dann haben Sie etwas gegen die ausführende Firma in der Hand und können ggf. wegen Sachbeschädigung - Fehlberatung - Betrug etc. klagen.

Grundsätzlich ist eine gute Voruntersuchung immer richtig und wie hier - oft Gold wert. Leider wird an einer ordentlichen Objektanalyse oft gespart und man hat dann eben keinen Beleg über die tatsächliche Wirkung einer Maßnahme. Also oft doppelter Schaden.

Info gerne über unsre Homepage -
Frohe Weihnachten



Wenn möglich noch Bilder vom Haus insbesondere Sockelbereich aussen



Wenn "aufsteigende Feuchte" der Grund für eine Horizontalsperre dann müsste der Sockelbereich sehr feucht und salzbelastet sein. Dies zeigt sich doch auch ab, wenn erhebliche Schäden sichtbar sind.
Etwas stört mich auch bei den mir zur Verfügung gestellten Unterlagen.
Im Angebot wird öfters die WTA. e.V. genannt. Es gibt gewisse Kriterien und Merkblätter die Vorab erläutert werden müssen.
Der Kunde kann erwarten - Auskunft darüber zu bekommen, warum so viel Geld ausgegeben werden muss!
All dies fehlt mir hier.
Schauen Sie doch mal bitte auf die Seite bei der www.WTA.de
nach bei den Merkblättern (siehe vor) nach welchen Kriterien eine Horizontalsperre eingebaut werden soll.
Es werden nicht nur die Injektionsflüssigkeiten geprüft sondern auch wie diese auszuführen sind und d,h. es muss vorher genau geprüft werden.
Natürlich muss dann der Kunde vorher auch genau und gewissenhaft darüber aufgeklärt werden.
Auch darüber gibt das (und auch weitere) Merkblatt Auskunft.
Aber warten wir mal die Bilder ab.