Holzwurm




wie läst sich der Holzwurm großflächig bekämpfen?



Holzwurm? Großflächig?



Der "Holzwurm" ist gar kein Wurm sondern die Larve eines Insekts. Was ist großflächig? Wo ist die große Fläche? Ist die Larve/ das Insekt überhaupt noch da? Fragen über Fragen - weil alles ist relativ. Lassen Sie sich noch ein paar Würmer aus der Nase ziehen? ;-))
Grüße aus



Holzwurm



In den Dachbalken sind Holzwurmlöcher auf
ca. 1,5 m länge. Auf dem Boden ist kein Holzmehl zusehen. Dennoch möchte ich vorsorgen und die Stellen behandeln. Wäre Capulileum (oder wie es sich auch schreibt)gut?



Cool bleiben...



Die Insekten, welches auch immer sein mögen, sind in den meisten Fällen, langsamer in ihrer Zerstörungswut, als Sie ggfs. reagieren könnten. Also Ruhe bewahren, cool bleiben. Zu cool ist es gerade auch für diese kleinen Freunde, während der Winterzeit ist die Gefrässigkeit doch stark eingeschränkt. Wichtig wäre noch , ob die Löcher eher klein (d=1-2 mm) oder größer (d=3-6mm) sind, wieviel Balken an welchen Stellen davon betroffen sind und wie groß der Schädigungsgrad an einzelnen Balken bereits ist. Die Lochgröße ist ein Merkmal für die Insektenart, entscheidet zusammen mit der Menge über die einzusetzenden chem. Mittel, der verbleibende Restquerschnitt ist wichtig für evtl. notwendige Verstärkungsmaßnahmen zur Erhaltung der Statik. Ein ziemlich komplexes Thema! Empfehlenswert wäre die Einschaltung eines Sachkudigen oder Sachverständigen für Holzschutz, der Ihnen vor Ort einen Sanierungsvorschlag erarbeitet, hier so vom Rechner aus und ohne genaue Kenntnisse über Gattung des Insektes und Schadensumfang eine allzu schwierige Geschichte.
Aber trotzdem zwei Tipps:
1. Sie haben Zeit!. Zwischen Mai und August ist für die meisten Tierchen der nächste Schlupfzyklus erreicht. Wenn Sie keine Angst haben müssen, das Ihnen die Bude überm Kopf zusammenbricht, machen Sie zwei Dinge: a) bei den eher größeren Löchern einen Stichel oder spitzen Schraubenzieher nehmen und alle halbe Meter an jedem Balken quer zur Faser einritzen. Sollte sich unter der heilen Holzoberschicht in etwa 0,5-1 mm Tiefe Fraßgänge freilegen lassen, haben Sie höchstwahrscheinlich mit dem Hausbock zu tun.
Achten Sie dann im Juni-Juli auf tote Insekten in der Fensterbank oder an anderen hellen Stellen. Wenn Sie das feststellen, haben Sie einen Lebendbefall. b) Haben Sie eher kleinere Löcher, Kleben sie mit Klebestift Papier dicht anschließend auf das Holz und warten Sie auf den Sommer, ist das Papier durchlöchert, haben Sie Lebendbefall durch Anobien (Gattung, umfasst mehrere Insekten mit unterschiedlichen Vorlieben).
2) Lassen Sie die Finger von Carbolineum! Es ist nur ein vorbeugender Schutz und kein bekämpfendes Mittel. Es sollte allenfalls im Freien eingesetzt werden, da dabei Teeröle und andere Inhaltsstoffe zu Geruchsausdünstungen neigen, die sich zwischen störend und gesundheitsgefährdend bewegen. Bekämpfende Mittel müssen Organismen bekämpfen. Also wirken Sie auch auf den Menschen, mehr oder weniger toxisch. Die Mittel sind also gezielt, angemessen und auf Ort und Einbringmethode abgestimmt einzusetzen. Sie fallen alle unter die Gefahrstoffverordnung und dürfen nur von geschultem Personal eingesetzt werden. Allein deshalb ist es schon wichtig festzustellen, ob ein Lebendbefall überhaupt vorliegt! Vorsorgen bringt also nix, wenn der Gegner schon in der Burg ist. Schließlich ist es ein Frischholzinsekt, welches im verbauten Holz nur noch geschlüpft ist, dann brauchen Sie gar nix zu machen. Gottes Natur ist vielfältig, holen Sie sich einen Fachmann ran. Was Sie aber nicht daran hindert mal selber Detektiv zu spielen. Bei www.holzfragen.de gibt es jede Menge Infos zu dem Thema, einen Insekten-Bestimmungsschlüssel finden Sie unter www.pentol.ch
Grüße aus Leipzig




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