Holzwurm- und Feuchtigkeitsgeschädigter unterlüfteter Dielenboden.

16.03.2021 Haban

Holzwurm- und Feuchtigkeitsgeschädigter unterlüfteter Dielenboden.

Hallo,
ich bin zum ersten Mal in einem Forum und habe ein Problem, bei dem ich hoffe, daß hier jemand ist, der mir Tipps geben kann, das wäre wirklich super.

Vor 22 Jahren haben wir ein altes Holzhaus gekauft. Es ist eine Vorkriegs "Fertig-Baracke" die nach dem Krieg in einem Nachbarlandkreis als Flüchtlingsunterkunft diente und danach hier als Notkirche aufgestellt wurde.
Später wurden Zwischenwände eingebaut und es diente als Wohnhaus.

Das Haus steht auf einem Streifenfundament aus 24er Betonsteinen auf denen die Bodenbalken liegen.
Diese werden durch 2 Längsbalken 12x12 cm unterstützt. Auf dem Erdboden innerhalb des Streifenfundaments liegt eine dünne Schicht Rollierung.
Der Hohlraum von den Bodenbrettern zur Rollierung beträgt ca 40 cm.
Zwischen den Bodenbalken lagen als Isolierung 3,5cm dicke Heraklith Platten, die allerdings zwischen 3 Bodenbalken, die damals anscheinend erneuert wurden, komplett fehlen.
Auf die Bodenbalken sind 22mm Nut und Federbretter als Fußboden genagelt.

Als wir vor 22 Jahren einzogen war der Boden auf der Nordseite an der Außenwand entlang teilweise eingebrochen, so daß ich Bretter entfernte und die abgefaulen und zerfressenen Balken teilweise entfernte, provisorisch anstückelte und durch Ziegelsteine unterstützte.
Damals (im Januar) waren die Balken sehr feucht und auf den Balkenköpfen lag zum Teil Reif.

Da die Nordseite auf 9 m Länge an der Außenwand bis ca. 3 m Breite von Holzwürmern zerfressen ist habe ich jetzt einen Streifen von 1 m Breite an der Außenwand entlang die Bodenbretter entfernt.
Das Holz hat jetzt eine Restfeuchtigkeit von ca 16-18% und ich finde keine Holzwürmer.
Die Bodenbalken sind so zerfressen, daß stellenweise nach Entfernen des zerfressenen Holzes nur noch 1/3 des Querschnitts übrigbleibt.
Der Längsbalken, der die Bodenbalken unterstützt, ist an einer Stelle durchgebrochen, wo er von einem Holzpflock unterstützt wurde, der vom Boden die Feuchtigkeit hochgeleitet hat und dann zusammenfaulte.
Die noch eingebauten Bodenbretter könnten vielleicht noch erhalten bleiben.

Jetzt suche ich eine Lösung, wie ich das Ganze halbwegs kostengünstig reparieren kann, da ich mit über 60 Jahren ohne Kinder nicht mehr für die Ewigkeit bauen will.
Meine Fragen sind :

-Muß das angefressene Holz komplett raus ? Schadet das irgendwie ? (Dann hätte ich ein Problem)

-Was mache ich gegen die Holzwürmer, falls doch noch welche drin sind oder wieder kommen ?

-Ist eine Dämmung zwischen den Bodenbalken unbedingt nötig ? Sie fehlte sowieso auf 13 qm und wir hatten nie das Gefühl, der Boden sei kalt.
ich kann die fehlende Dämmung auch nicht ersetzen weil ich da nicht hineinkriechen kann (zu wenig Platz) .
Der Hohlraum unter dem kompletten Haus ist nach aussen hin dicht und wird auch langsam trockener weil
er jetzt schon seit fast 3 Monaten offen liegt.
Ich habe auch nicht das Gefühl, deswegen wesentlich mehr heizen zu müssen.

Meine Idee war, parallel zu den10 zerfressenen Balken neue ca 3 m lange KVH Balken zu legen und diese teilweise mit Gehwegplatten, Ziegelsteinen und einer 0,2mm PE-Folie als Sperrschicht zu unterstützen.
Danach die entfernten Bodenbretter durch neue 22mm Rauspund ersetzen.

Was meinen Sie, ist das so sinnvoll ? Es soll halt noch irgendwie ca. 20 Jahre halten, das Bauwerke ist nicht so wertvoll glaube ich.

Liebe Grüße, Haba



Ich verstehe Ihre Prämissen,



aber einen Rat, der Ihren Wünschen entspricht, finde ich nicht.

Ich würde den Boden incl. Unterbau neu erstellen. Sie werden Heizkosten sparen und einen fußwärmeren Boden haben. Vorallem aber auch einen Boden, der nicht spontan einbricht, wenn wieder 'mal ein Tragholz durchgebrochen ist. Die ständige Erdfeuchte in Verbindung mit Zugluft sorgt für einen dauerhaften erheblichen Feuchteeintrag und damit für ein Biotop, in dem Pilze und / oder Insekten gut leben.

Auch wenn Sie die Anobien nicht sehen, sie sind da. Bei derartigen Holzfeuchten (die bei einem geschlossenen Dielenboden noch ansteigen) fühlen sie sich wohl. Mit Chemie kommen Sie da nicht weiter, nur mit komplett neuem und abgesperrtem Unterbau.

Grüße

Thomas



Holzwurm- und Feuchtigkeitsgeschädigter unterlüfteter Dielenboden.



Hallo Thomas,

vielen Dank für die Antwort. Leider ist es zu aufwändig, den Boden komplett neu zu machen weil auch die Zwischenwände darauf stehen und das Haus bewohnt ist. Der Hohlraum unter dem Fußboden ist auch nicht zugig sondern komplett geschlossen.
Die Holzfeuchte von 16-18 % beim Öffnen des Bodens wäre noch im Rahmen, dachte ich und wird auch langsam trockener.
Wichtig wäre es für mich halt, zu wissen :

-Muß das angefressene Holz komplett raus ?

-Was mache ich gegen die Holzwürmer, falls doch noch welche drin sind oder wieder kommen ?

-Ist eine Dämmung zwischen den Bodenbalken unbedingt nötig ?



Also...



...Wände jetzt kontrolliert unterbauen und die Balken erneuern (das geht auch Raum für Raum) ...oder später ggf. vom Knirschen der sich senkenden Wand munter werden.

Wer in einem Holzhaus wohnt, sollte keine Anobienfarm unter den Dielen dulden.

Die Tierchen fühlen sich bei der angegebenen Holzfeuchte wohl und vermehren sich. Eine Empfehlung für Holzschutzmittel werde ich nicht geben, da deren Anwendung unter diesen Bedingungen nicht empfohlen werden kann. Im schlimmsten Fall Vergiften Sie sich selber...

Eine Dämmung ohne Absperrung wird dem Verfall höchstwahrscheinlich zusätzlichen Vorschub leisten.

Grüße

Thomas



nach längerem Überlegen...



...könnte ich in beiden Räumen den Boden komplett herausreissen und alles mit KVH Balken und Rauspund oder geschliffenen OSB Platten
neu aufbauen. Wären OSB Platten geeignet ?
Wie könnte man eine Absperrung und Dämmung einbauen ?

Grüße

Edgar