Holzwurm mit Thermo Lignum entfernen?




Hallo, wir haben gerade ein altes Haus (1922) gekauft und trotz mehrfacher gründlicher Besichtigung ist uns der Holzwurm auf dem Dachboden entgangen...
Jetzt habe ich gelesen, dass das Entfernen dieser kleinen Biester sehr effektiv mit der Thermo Lignum-Methode sein soll. Kennt sich jemand damit aus, hat es jemand bei seinem Haus machen lassen, ist es wirklich effektiv und was kostet der Spaß ca. pro m2? Ist da eine Firma so gut wie die andere?
Ich bedanke mich schonmal herzlich im Voraus! LG



Details


Anobium punctatum - Gewöhnlicher Nagekäfer (Larve)

Lieber Holzwurm Besitzer

Thermo Lignum ist kein Verfahren sondern ein Firmenname. Die Firma Thermo Lignum bietet vor allem das "feuchtegeregelte Warmluftverfahren" nach DIN 68800-4:2012-02/Abs. 9.3.3 an.
Dies ist ein ziemlich aufwändiges Verfahren, dass vorwiegend in stationären und mobilen Klimakammern für hochwertige Kulturgüter angewandt wird..
Für eine Bekämpfung von Holzschädlingen in einem Dachstuhl mit dieser Verfahrenstechnik, sollte die wirkliche Notwendigkeit und vor allem die Wirtschaftlichkeit im Vergleich mit einer Anwendung des "Heißluftverfahrens" nach DIN 68800-4:2012-02/Abs. 9.3. geprüft werden.

Mit besten Grüßen

L. Parisek



Holzschädlinge



Anscheinend haben Sie Ihre Wahl schon getroffen ob eine Bekämpfung erforderlich ist.
Sollte das nicht besser ein Fachmann für Holzschutz machen und zwar nachdem er die Art und den Umfang des Befalls bestimmt hat?
Danach erst kann man sich Gedanken machen welche Bekämpfungsmethode geeignet ist.

Viele Grüße



Danke für die schnellen Antworten!



Hallo nochmal!
Nein, wir haben uns noch nicht entschieden. Wir haben in allererster Linie keine Ahnung. Habe das mit Thermo Lignum gelesen und für mich war da nicht ersichtlich, dass es nur ein Firmenname ist... Und jetzt bin ich froh, nachgefragt zu haben.
Wie schwerwiegend der Befall ist, kann ich noch nicht genau sagen, weil der Dachboden von den ehemaligen Besitzern schön ausgefegt wurde und (wie ich gelesen habe), die Larven erst nach drei Wochen schlüpfen und wohl erst dann überall die Holzmehlhäufchen zu sehen sind. Zur Zeit sind diese nur an einigen Dielenbrettern zu sehen. In 2 Wochen sehen wir dann mehr und wollen dann auch unter diese Dielenbretter schauen, um zu gucken, wie die darunter liegenden Balken so aussehen.
Ich hoffe, ich habe nicht wieder allzu viel Unsinn geschrieben. Falls ich wieder falsche Infos habe, bitte ich um Berichtigung! :-)
Vielen Dank!



Spuren


Anobium punctatum - Gewöhnlicher Nagekäfer 4

Lieber Holzwurm Besitzer

Der Lebenszyklus des Gewöhnlichen Nagekäfers (Holzwurm) zeigt einen Schlupf aller 2-3 Jahre. Die Bestimmung einer Aktivität ist selbst für mich als Fachmann in vielen Fällen sehr schwierig.
Wie Kollege Böttcher bereits empfohlen hat, raten auch wir, einen wirklich versierten und erfahrenen Holzschutzfachmann mit einer Untersuchung zu beauftragen.


Mit besten Grüßen

L. Parisek



Holzwurm



Unsere Holzwürmer im Dachgebälk und auf der Bodentreppe besprühe ich von Zeit zu Zeit mit Essigessenz. Seit 2 Jahren habe ich zumindest keine Steigerung und "Holzhäufchen" mehr gesehen.
Ist vielleicht eine vorläufige Maßnahme?



Hausmittelchen



Liebe Regina

Die Behandlung von Holzoberflächen mit Essigsäure ist bestimmt ein gut gemeinter Rat, allerdings lässt sich mit dieser Methode leider kein nachhaltiger Bekämpfungserfolg gegen die eigentlichen Holzzerstörer erzielen.

Dein vordergründiger Erfolg in Form reduzierter Fraßmehlhäufchen lässt sich vermutlich eher auf eine Vergrämung der Antagonisten der Holzschädlinge (z. B. Blauer Fellkäfer Opilo domesticus, siehe Bild rechts) als eigentlichen Verursacher der Häufchenbildung zurückführen.

Mit besten Grüßen

L. Parisek



Hausmittelchen?



Hallo L. Parisek,

ist mir schon klar, dass mit Essigsäure kein dauerhafter Erfolg erzielt wird. Aber vergrämen der Biester ist doch schonmal ein Teilsieg.

Stark befallenes Holz ist wahrscheinlich nicht mehr zu retten. Bei uns sind drei Dachbalken arg geschädigt. Da will ich parallel Stützbalken einziehen lassen. Und wenigstens die sollten vorbeugend geschützt werden. Womit?



Details



Liebe Regina

Noch einmal:
Der scheinbare Erfolg deiner Aktion beruht wahrscheinlich darauf, dass du deine Verbündeten vergrämt hast, nicht die Holzwürmer!

Gruß

L. Parisek

*Antagonist:
(griech. anti, „gegen“, ágo, „ich handle, bewege, führe“: „der Gegenhandelnde“, „der Gegenspieler“) bezeichnet im Allgemeinen einen Widersacher oder Gegner.



Erklärung: Antagonisten



Bei den von Lutz Parisek angesprochenen Antagonisten handelt es sich um natürliche Feinde der eigentlichen Holzschädlinge. Diese stellen den Larven in den Fraßgängen, bzw. den geschlüpften Käfern auf der Holzoberfläche nach. Wenn Sie also alle räuberischen Käfer und Spinnen mit Essigessenz vertreiben, kann man eher von einem "Teilsieg" des Gewöhnlichen Nagekäfers sprechen.

Gruß
Boris Blenn



Schön,



die beiden Käfer hier im fotografischen Vergleich zu sehen. Es lohnt sich sicher, die ja überall auch zu findenden abgestorbenen Käfer (z.B. auf Fensterbrettern) genauer zu betrachten. Manch "Böser" war vielleicht ein "Guter".

Grüße

Thomas



Gute und böse Viecher



Hallo,
ich weiß, was ein Antagonist ist!
Die Fellkäfer werden aber kaum die nachhaltige Methode zur Bekämpfung des Holzwurms sein. Was also tun?

Auf den Fensterbrettern im Dachgeschoss finde ich nur ausgenagte Schmetterlinge, was auf die Anwesenheit von Fledermäusen schließen lässt. Das stört mich ebensowenig wie der Hornissenkokon im Spitzboden.



auch ein paar nette Mitbewohner



Hallo liebe Fachwerkler,
nachdem ich hier schon häufig viel gelesen und einige brauchbare Informationen gefunden habe, hier nun mein erster Beitrag. Leider aus weniger schönem Anlass. Vor einem halben Jahr habe ich ein Häuschen gekauft, alles super und auch der Gutachter war sehr angetan von dessen Zustand.
Nun beginne ich seit kurzem mit Renovierungsarbeiten und siehe da, auf meinem Dachboden haben sich einige ungebetene Besucher breit gemacht, viele kleine Häufchen.... Diese waren zuvor nie anwesend.
Mir stellen sich jetzt einige Fragen:
- ist der Befall neu?
- ist der Befall alt und vllt. verschwiegen worden?
- wie schlimm ist sowas?
- ist es ein gutes Zeichen, dass nur die Holzbolen des Bodens befallen sind? (die kann man ja leicht entfernen)
- muss ich Angst um mein "sonstiges" Dach haben?
- was soll ich tun? behandeln, entsorgen, klagen?

Da ich mir bereits vor dem Kauf vieles zu dem Erkennen eines aktiven Befalls angelesen habe und auch der Gutachter nichts feststellen konnte, bin ich mir absolut sicher, dass keinerlei Auswürfe zuvor erkennbar waren.
Ich wollte nicht gleich einen eigenen Beitrag starten, es schien mir sinnvoller einen ähnlichen zu Nutzen, vielleicht hilft das ja auch wieder anderen weiter.
Ich hoffe auf Eure Hilfe ("Abbrennen" oder ähnlich Kommentare sind ja ganz witzig, würde mich grad aber gar nicht ruhig schlafen lassen...)

Viele Grüße,
der Postman



Holzschädlinge



Informieren Sie den Gutachter über den Befall und holen Sie ihn ins Haus. Verlangen Sie eine Stellungnahme von ihm.
Er steht bei Ihnen in der Gewährleistung für sein Gutachten, das ist also für Sie kostenfrei. Falls es sich herausstellen sollte das er ein fehlerhaftes Gutachten erstellt hat, können Sie über Schadenersatzforderungen an ihn nachdenken.
So was sollte nicht, kann aber passieren. Dafür bezahlt er seine Haftpflichtversicherung.
Ich hoffe das die provisorischen Stuhlsäulen noch vor dem Winter erneuert werden!

Viele Grüße



Problematisch,



das Ganze. Wenn da vor dem Kauf ordentlich sauber gemacht wurde, was soll der Gutachter dann ahnen? Oder gar fundiert begründet aufschreiben?

Vielleicht hat eher der Verkäufer ein wenig getrickst.

Grüße

Thomas



aus dem nichts



Danke für die Antworten,
ich bin mir absolut sicher, das dort keinerlei Anzeichen bei meiner Besichtigung vor einem halben Jahr waren. Auch der Gutachter hat den Fussboden und Balken inspiziert. Da er angeblich häufiger Fachwerke und denkmalgeschützte Bauten begutachtet, hat er vermutlich schon Ahnung von der Materie.
Wie kann ich dem Verkäufer denn z.B. arglistige Täuschung nachweisen?
Der Dachboden war bei der 1. Besichtigung in der Tat sehr sauber... mir wurde erzählt man hätte dort gerade erst durch ein Unternehmen entrümpeln lassen.... nun sehe ich das in einem anderen Licht.

Inwiefern muss ich befürchten, dass diese Schädlinge auf weiteres Material übergreifen? Ich habe zwar morgen gleich ein Gespräch mit dem Gutachter, werde aber sicherlich die Bolen entfernen oder behandeln müssen. Nun hab ich natürlich die Befürchtungen, dass mir die Schädlinge ins Gebälk wandern und sich darunter in den Deckenbalken auch schon heimisch fühlen.
Art und Umfang lassen sich als Laie ja nicht einschätzen, aber da die Zahlung nun innerhalb der nächsten Tage fällig wird, überlege ich natürlich ganz panisch, ob ich alles richtig mache und nicht doch noch zurück ziehe....

Ich habe noch ein Bild angehängt, man sieht "unbenutzte" Auswurflöcher und einige in Gebrauch.



Ich bin...



...vor Jahren im Zuge des Wohnungstausches in eine Wohnung gezogen, in deren Keller gerade noch 50 Zentner Kohlen eingelagert wurden. Die habe ich der scheidenden Mieterin auch brav bezahlt. Etwas später lugte dann der Hausschwamm durch die frischen Kohlen....

Man sah es halt nicht...

Berichte doch 'mal, was der Gutachter meint. So aus der Ferne kann man sich schlecht ein Bild machen.

Der Verkäufer müsste ja an und für sich im Kaufvertrag bestätigt haben, daß ihm keine verdeckten Mängel bekannt sind. Da ein plötzlicher massiver Neubefall auszuschließen ist, wäre bei starker Aktivität ggf. von arglistiger Täuschung auszugehen, da diese ja auch vorher nicht unerkannt geblieben sein könnte.

Grüße

Thomas



Holzschädlinge



Als Laie oder "Normalfachmann" kann es schon mal passieren das man einen Befall übersieht, vor allem wenn er manipuliert wird.
Bei einem Gutachter darf das nicht passieren, wenn dann ist das kein Schicksal sondern seine Schuld.
Dafür nehme ich mir als Käufer einen Gutachter damit mir das nicht passiert, dafür zahle ich ihm Geld.
Er muß dafür einstehen und zwar schleunigst. Wenn er fachlich mit der Situation überfordert ist (niemand weiß und kennt alles) dann muß er einen Fachgutachter einschalten. Wer sich Gutachter nennt und solche Leistungen anbietet, muß mit diesen Konsequenzen leben, dafür kriegt er ein ordentliches Honorar. Und damit so etwas nicht passiert darf sich nur Gutachter nennen, wer weit über das übliche Wissen der Fachleute hinausreichende Kenntnisse verfügt.
Den Verkäufer würde ich auch von der Situation informieren und vor Zahlung des vollen Kaufpreises um eine schriftliche Stellungnahme bitten. Entweder er erklärt glaubhaft das er vorher keinen Befall kannte- dann kann man über eine Anpassung des noch nicht gezahlten Kaufpreises verhandeln. Die andere Variante wäre er hat vorsätzlich den Befall kaschiert (vielleicht war das dann nicht der einzige versteckte Mangel!), dann kann man über Rückabwicklung des Kaufvertrages mit Schadenersatz nachdenken.

Viele Grüße



So ganz pauschal...



...würde ich das nicht sehen, ohne zu wissen was mit welchem Aufwand beauftragt wurde und wann begutachtet wurde.

Vor dem Kauf gibt es häufig keine Möglichkeit, Dielenböden zu öffnen oder anderweitig invasiv zu forschen. Einem frisch abgesaugtem Dielenbrett sehe ich aber nicht an, ob darin noch Leben ist. Anhand frisch oder alt wirkender Bohrlöcher könnte man allenfalls Möglichkeiten aufzeigen...

Ich bin kein Gutachter, aber mit dem Wirken meiner kleinen "Arbeitgeber" etwas vertraut. Würde mich jemand um eine Einschätzung bitten, müsste ich das Schadbild selbstverständlich erwähnen, die Aktivität des Befalls aber als fraglich hinstellen. Daraufhin hätte, besser im Vorfeld des Kaufvertrages, der Verkäufer eine Stellungnahme dazu geben müssen.

Grüße

Thomas