Holzwurm / Schwamm Vorbeuge




Hallo Community,

Da die Holzdecke in meiner Werkstatt bzw. dem Dachboden teilweise vom Wurm zerfressen ist, werde ich diese in nächster Zeit rausreißen und neu machen.

Meine Frage ist nun, ob es sich lohnt auf die Unterkonstruktion und die Bretter die darauf kommen, einen Wurm- und Pilzschutz aufzutragen?

Im Netz habe ich mich ein wenig informiert und bin auf borhaltige Mittel gestoßen (Diffusit ect.).

Loht es sich überhaupt soetwas aufzusprühen (Holz damit einzuweichen) und ist dann ein Langzeitschutz gegeben?

Oder reicht es das neue Holz mit Lasur zu behandeln? Oder könnt ihr andere Mittel empfehlen?

Vielen Dank im Vorraus.
MfG



Info



mal über Timberone auf der leinölpro-Seite informieren.





Holzschutz ist natürlich ein umfangreiches Thema.

Den Einsatz von Giften ist den Fachleuten vorbehalten. Die sind auch oft nicht notwendig.

Die Baumarktsachen sind mehr Kosmetik, die Jodsalze in der Holzschutzlasur kann man sich auch schenken.

Für den Hausgebrauch ist folgendes weitestgehend unproblematisch.

1. baulicher Holzschutz

- Feuchte fern halten, Trocknung ermöglichen, Anstrich wasserabweisend, aber nicht dampfdicht ausbilden (Acryl oder Alkydharz ist da nicht optimal)

- die natürliche "Versilberung", bildet oft schon eine Schutzschicht, die mangels Nährstoffen für Insekten uninteressant ist

2. vorbeugenden

- Abflämmen, etwas rustikal aber effektiv

- Imprägnierung mit 10 %ige Borsalzlösung

Das von dir genannte Mittel, geht in diese Richtung. Preislich ist es wohl aber günstiger du stellst dir diese Lösung selber aus Borax (Dinatriumtetraboratdecahydrat) her.

Mit einem Gewerbeschein darfst du das kaufen. Wenn du das nicht bekommst oder verwenden willst.

Lauge das Holz ab. Die Zutaten sind "normale" Handelsware.

Besonders gut auch, wenn das Holz noch einen (Lein-) Ölanstrich erhalten soll.

- Ablaugen, Sodabehandlung (1kg Holz- oder Pottasche + 0,5 kg Soda + 0,125 kg Kernseife + 30 kg Wasser, aufkochen abseihen, heiß verarbeiten), Lauge auftragen, mit Bürste einarbeiten, Nachwaschen, trocknen.

oder

- Anstrich mineralischer Holz- und Feuerschutz ("WOOD-BLISS 1") oder
klassisch Wurzelteer (riecht etwas, deswegen nur aussen verwenden)

3. Anstrich

weiterer Schutz und dekorative Gestaltung mit Schlammfarbe (Rödfärg), OVOLIN, Leinöl oder Ölfarbe (-lasur)

selber mischen:

Da solltest du auf Leinöl setzen. Da würde sich ein kaltgepresstes Leinöl, schwedischer Provenienz empfehlen. Das Öl sollte entschleimt sein. Also nicht das Leinöl aus dem Supermarkt oder dem Pferdefutter verwenden. Diese enthalten noch Eiweißreste, die physiologisch sicher wertvoll sind, aber den Pilzen und Algen auf dem Holz wollen wir die nicht gönnen. Ein 5 Liter Gebinde sollte so um die 35 bis 40 Euro kosten. Leider werden gute Qualitäten gerade bei den Platzhirschen, nicht immer wirtschaftlich angeboten. Dem Leinöl können zum UV-Schutz und Farbauffrischung noch 5-15 Prozent Pigmente zugemischt werden. Da kommen dann Eisenoxidbraun und Eisenoxidschwarz oder schwarzbraunes Umbra zum Einsatz. Dem Schlussanstrich kann man noch 1-2 % Standöl zusetzen.

Oder Anstrich mit Kalkfarbe oder Wasserglas.

Zu DDR-Zeiten war auch "Vogelfluat" (Zinkfluororsilikathexahydrat) als Holzschutzmittel zur Schwammvorbeugung zugelassen, wirkt heute auch noch.



Klingt gut...



@Pope

Vielen Dank für den Verweis auf die Timberone-Produkte. Preislich sind diese aber echt knackig. Sind schon Langzeiterfahrungen vorhaden?

@Mario

Tausend Dank für diese sehr ausführliche Ausführung.
Das hilft mir sehr!
Da ich Gewerbeschein und Giftschein besitze, komme ich an all die Sachen sicher ran. Manches hab ich sogar noch da.

Nochmals vielen Dank!
MfG