Holzwurm oder was ?




Wie ich ja schon berichtet habe, bin ich mitten im Hauskauf (Fachwerk-Haus).
Ich fange gerade erst mit der Entrümplung der Räume an.
Jetzt hab ich beim Abbau der Möbel festgestellt, dass das Bett total zerfressen vom Wurm ist.
Unter dem Bett war Holzmehl und alles total spröde.
Sogar in einem Flechtkorb sind 1000 Löscher.
Also alles total verwurmt.
Im Keller sind Holzkeile zwischen den Balken. Diese Holzkeile kann man nicht anfassen. Sie zerfallen sofort zu Staub.
Die Balken (Vermutlich Eiche) haben zwar Löscher, sind aber noch total stabil.

Ist das der Holzwurm ?
Kann mir jemand sagen, wie wir den da weg bekommen ?



Holzwurm oder was ?



Hallo Uwe-T,
wie groß sind die Löcher im Keller? 1 - 2 mm ist meist der Holzwurm, 3 - 5 mmm ist ein Nagekäfer, der pilzbefallenes Holz frißt (Gescheckter Nagekäfer, Trotzkopf, Schwammholz-Nagekäfer) Ist nur Eiche Kern befallen, dann ist das vermutlich der Gescheckte Nagekäfer. Und dieses Holz hat dann einen Pilzschaden, der häufig im Mittelpunkt des Bauteiles liegt. Mit Klopfen kriegt man das nicht zu hören.
Erst wenn bekannt ist, welcher Schädling vorliegt, kann etwas über die Sanierung gesagt werden.
Auf meiner web-site ist ein download "integrierte Insektenbekämpfung", dort dürften die meisten Fragen beantwortet werden.
Viele Grüße
Joachim Wießner





Also ich sag mal 1mm (max 2mm).
Ich hab die Löscher erst gar nicht gesehen.

Pilzbefall konte ich nirgendwo finden.

Das Haus war jetzt 2 Jahre nicht bewohnt.
Es war im Winter so kalt, dass mehrere Rohre geplatzt sind.
Zum Glück gab es jedoch keinen Wasserschaden.
Vielleicht ist das Getier ja erfrohren :o)



Der Holzwurm



Hallo Uwe,
das hört sich nach Holzwurm an. (Der Pilzbefall ist nicht immer sichtbar, er ist im Mittelpunkt des Bauteiles, also besser in der Mittelachse, weil aussen das Holz immer wieder trocknen kann.)
Möbel und Flechtkorb bitte entsorgen. Die Balken im Bereich Keller/EG nicht mit Chemie behandeln, das dürfte erfolglos sein. Besser wäre hier die Mikrowelle, da sie sehr gezielt eingesetzt werden kann. Entsprechende Infos z. B. über Google.
Heißluft ist wahrscheinlich nicht geeignet, weil die Holzoberflächen durch die Hitze z. T. stark verändert werden. Außerdem muss die Decke entkernt werden, was bei Mikrowelle nicht erforderlich ist.
Borsalze funktionieren nicht beim Holzwurm. Permethrin oder Deltamethrin sind in Kellerdecken wenig sinnvoll, wenn im Keller Lebensmittel gelagert werden sollen. Flurox als Insektengift halte ich wegen der Stabilität im Holz für nicht geeignet. Außerdem müssen die Holzschutzmittel in den Kern der Bauteile gepreßt werden. Das kann kein Laie.
Bei dem beschriebenen Leitungswasserschaden gehe ich von aktivem Befall aus. Die Nagekäfer (auch der Holzwurm) haben keine Lebensgrundlage mehr, wenn die Holzfeuchte langfristig unter z. B. 14 % sinkt. Das wird im nicht geheizten Keller also schwierig.
Der innenliegende Pilzbefall läßt sich mit der Bohrwiderstandsmessung lokalisieren. Diese Untersuchung ist zeitaufwendig. Auch hier über Google die nähere Umgebung absuchen.
Liebe Grüße
Joachim Wießner



Schnelle Antworten



Mist !!

Mein verehrter Kollege Wießner war wieder mal schneller und hat schon alles gesagt.
Nur bei der Mikrowelle hab ich noch so meine Vorbehalte (Ich bin aber vielleicht zu vorsichtig !)

Einen Gruß nach Lastrup Joachim !

L. Parisek



Wieder schneller?



Hallo Lutz,
danke für das Kompliment. Zur Mikrowelle: sie ist nur bei kleinen, befallenen Flächen einsetzbar. Sie hinterläßt keinen vorbeugenden Schutz. Die Wirkungstiefe der Geräte liegt bei 20 bis 25 cm im Holz. Mit 2 Geräten (eins von oben, eins von unten) können Deckenbalken auch mit bis zu 40 cm Stärke behandelt werden. Wirkungsprinzip Heißluft: das Holz muss 55 °C warm werden. Und wichtig ist, dass die Abstrahlfächen mit Metallfolie abgedeckt werden.
Es gibt sehr positive Versuche von Dr. Noldt im Museumsdorf in Detmold. War auch schon Thema hier.
Es grüßt herzlich
Joachim Wießner





Beabsichtigt ist eine Wärmeisolierung des Kellers.
Sonst bekommt man ja kalte Füsse im Winter :o)

Die Aussenwände im EG + OG werden voraussichtlich mit Zellulose isoliert.

Ausserdem möchte ich eine Zentralheizung installieren mit Heizkörpern in allen Räumen.

Die Balken werden also früher oder später trocknen, sofern Sie feucht sein sollten.

Beim Dach weiss ich noch nicht, wie ich das isoliere.
Schau mer mal.

Das Haus ist aber zu gross, um jetzt mit mit Mikrowelle anzufangen.
Chemie werd ich auf keinen Fall einsetzen.

Muss mal schauen, was es noch für Alternativen gibt.



Wärme im Haus



Isolieren ist gut, vernünftige Fachwerkisolierung aber schwierig. Ob da Zellulose immer geeignet ist?
Mikrowelle sollte nur im Befallsbereich eingesetzt werden. Das geht kleinflächig, nämlich nur die Bauteile. Wenn es sich um wenige Balken handelt, kann das nicht sehr teuer sein. Ich kenne eine Fachwerksanierung mit Mikrowelle wegen Insektenbefall, die lag bei 2.000 Euro für ca. 30 m² Fachwerkwand. Das müsste ein Fachbetrieb anbieten, dann sind die Kosten klar. Mikrowelle ist viel zu teuer für ein gesamtes Bauwerk.
Liebe Grüße
Joachim Wießner