Borax gegen den Holzwurm



Borax gegen den Holzwurm

So ziemlich an sämtlichen Holzbauteilen unseres alten Bauernhauses war oder ist der Holzwurm am nagen.

Nun habe ich Hinweise gefunden, daß Borsalzlösungen wie z.B. Borax geeignet sein sollen, dem einen Riegel vorschieben, ohne das man sich selbst dabei vergiftet.

Uns ist schon daran gelegen, hier eine möglichst schadstoffminimierte Lösung zu finden.

Nun ist der Dachstuhl des Hauses gewaltig und überhaupt nicht ausgebaut. Es ist also schwierig, die Sparren z.B. in Höhe des Firstes zu erreichen.

Wäre es im Sinne einer effektiven Bekämpfung des Nagekäfers praktikabel, mit einer langen Sprühlanze ein Präparat wie z.B. Borax auf die Holzteile aufzubringen? Man wird dabei ja wohl kaum die dem Reet zugewandten Seiten der Sparren z.B. ausreichend durchtränken können.

Oder gibt es etwas ganz anderes, um den kleinen Viechern den Garaus zu machen? Mein Frau schlug vor, das Haus komplett mit was auch immer zu begasen. Einen Wirkstoff dann mehrere Wochen einwirken zu lassen, wäre kein Problem. Aber geht so was? Gibt es Präparate, die so gestreut, nicht irgendwann in der Butter wieder zum Vorschein kommen?



Auf der diesjährigen DENKMAL ...



... in Leipzig war u. a. die Fa. Groli aus Dresden vertreten, die dort insbesondere ein Vergasungsverfahren vorgestellt bzw. beworben hat.

Näheres hierzu unter:
http://www.groli.de/
bzw.
http://www.groli.de/index.php?menuid=2&submenuid=39

i. V.

Dirk Meisinger



Kann man das bezahlen?



Auhauerha, das ganze Haus einzupacken wäre wohl eine gewaltiger Aufwand. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist?

Danke für den Hinweis. Interessant ist es allemal zu sehen, was so alles geht.

Ob man Christo hierfür begeistern könnte?



Ich würde mir einfach ...



... ein Angebot einholen, ggf. noch zum Vergleich eines zum sogenannten Heißluftverfahren (wird m. W. auch von Groli praktiziert).

Begasungs- oder Heißluftverfahren dürften m. E. bei sachgemäßer Ausführung die Gewähr dafür bieten, wirklich alle Holzschädlinge zu erwischen.
Bei Streich- oder Spritzverfahren wäre ich mir da gar nicht sicher; im Übrigen hätte man dann noch die dauerhafte, irreversible chemische Belastung.

i. V.

Dirk Meisinger



die dauerhafte, irreversible chemische Belastung.



ich kam über folgendes Posting zu diesem Mittel:

http://www.fachwerk.de/fachwerkhaus/wissen/sodass-holz-40270.html

Nun wird es immer Experten geben, die sehr kritisch sind, andere vielleicht zu unkritisch. Für mich als Laien ist es schwer, bis unmöglich, daß gegeneinander abzuwägen.

Natürlich muß ein wirksames Mittel irgendwie toxisch sein. Aber wenn es denn stimmt, daß Borsäure nicht kommuliert wird, vom Körper gut ausgeschieden wird, keine Gasphase hat und im Bereich ausgebracht, der letztlich nicht bewohnt wird, würde mir das als mögliche Minimalbelastung erscheinen, die von der Anwendung her weniger kostenintesiv ist als eine Begasung des ganzen Gebäudes.



Schädlingsbefall



Falls Sie das noch nicht haben:
Hier ist ein Holzschutzgutachten unbedingt erforderlich. Damit wird sich das Ob und Wie der Sanierung klären.
Wenn ich mir die Profile so ansehe kann es durchaus möglich sein, das hier im Falle einer Neueindeckung eine statische Ertüchtigung des Tragwerkes erforderlich sein wird.
Übrigens eine sehr gewagte Leichtbau-Konstruktion.

Viele Grüße



Mit Streichen und Spritzen ...



... kann man m. E. selbst bei grüßter Mühe und Sorgfalt nicht alle Stellen erfassen, besonders nicht in Spalten und Ritzen, in denen aber gerade die Eiablage tierischer Holzschädliche bevorzugt erfolgt. - Eine Behandlung z. B. der Dachlattung dürfte sogar unmöglich sein, ohne die Eindeckung zu entfernen.
Auch kann der Erfolg des gewählten Mittels zu wünschen übrig lassen, wenn die Eindringtiefe des Wirkstoffes zu gering ist. So kann es insbesondere bei wasserbasierenden Boraten dazu kommen, dass der Wirkstoff vorzeitig im oberflächennahen Bereich auskristallisiert.

i. V.

Dirk Meisinger



Vielleicht …



… können die Fachleute vom Museumsdorf weiter helfen:

http://www.kommern.lvr.de/app/Presse_Kommern/archiv.asp?NNr=4891#schluesselloch





Hatte genau vor einem Jahr den gleichen Befall (Holzwurm u. Hausbock) in meiner gekauften Scheune. Es gibt nur 2 wirksame Behandlungen. 1. thermisch geht im Winter! 2. durch Begasung CO2 welches sich rückstandslos verflüchigt, jedoch nur im Sommer da die Jungs jetzt eine Art Winterschlaf halten und der Stoffwechsel/Atmung praktisch nicht stattfindet. Es gibt überall Fachfirmen die so was professionel ausführen. Die Kosten sind überschaubar. Bei Fragen auch gern nachfragen. info ät bauhaeuser.de



Danke, das mach Mut...



nun ist "überschaubar" ja ein recht dehnbarer Begriff ;)

Aber zumindest erfreulicher als "richtig teuer".



Gescheckter Nagekäfer



Hallo Sausi!

Wenn alle Holzbauteile Ausschlupflöcher aufweisen scheint
es sich um den Gescheckten Nagekäfer zu handeln, nur der
schädigt auch das Eichenholz bis in den Kern.
Der Gescheckte Nagekäfer ist ein sogenannter Pilzfolger, die
Holzkonstruktion muss schon durch Feutigkeitsschäden vorbelastet sein,undichtes Reetdach etc.....

Ich habe die Sanierung gegen diesen Schädling fast abgeschlossen.

Eine thermische Behandlung des Dachstuhls habe ich nicht
in Betracht gezogen, weil es praktisch nicht zu raelisieren wäre.
Die kompletten Holzbauteile müssten mindestens eine Stunde
bis auf den Kern mit 60 Grad erhitzt werden, wie lange soll
das bei 30 x 30 cm Eichenbalken dauern.

Borsalz( aus Borax gewonnen )war meine gewählte Antwort.

Laut DIN reicht ein 2maliges einstreichen,aber
das tötet nicht die vorhandenen Larven im Holz.

Das von Dir eingestellte Bild könnte fast in meinem
Haus gemacht worden sein.

Das Aufbringen vom Borsalz mit einer Sprühlanze ist schon
ganz richtig ,aber dem gehen noch einige mühsame Arbeitsgänge voraus.

Hier kurz die Arbeitsschritte:

1. Abbeilen aller Holzbalken
2. Abbürsten aller Holzbauteile
3. Absaugen des kompletten Dachbodens(Staubsauger)
4. Bohrlöcher für Borsalzinjektionen setzen
5. Injektionsdübel einschlagen, bei mir ca.5800 Stück
6. Bohrsalz mit ca.120 bar Druck über die Dübel in Holz pressen
7. 2maliges Aufbringen des Borsalzes mit der Sprühlanze.

8. nicht zu rettende Holzteile müssen nun noch ersetzt werden.

Beste Grüße aus der "Nachbarschaft"



Entwarnung



Hallo Thorsten,

danke für Deine Schilderung.

Ich hatte neulich einen Fachmann hier, der Entwarnung gegeben hat. Es handelt sich "nur" um den Gemeinen Nagekäfer (Anobium punctatum). Das Dach war auch immer dicht und somit das Holz trocken.

Bei dem, was Du alles anstellen mußtest, bin ich nochmal erleichtert, daß uns das erspart bleibt.

Allerdings hat der Mann im Nebengebäude den Gemeinen Hausschwamm ausgemacht. Der war zwei Architekten, die wir zu Begutachtuöng hier hatten, nicht aufgefallen. Da ist das Dach nicht dicht.

Das ist, als wenn ein Laserstrahl in einem Radius von 7 mtr. die Ecke dieses Gebäudes weggebrannt hätte. In dieser Größenordnung muß das alles neu gemacht werden.

Tja, mal verliert man, mal gewinnen die Anderen. That´s life.

Gruß

Martin



Gescheckter- oder Gemeiner Nagerkäfer



Hallo Martin!

Ist es wirklich nur der Gemeine Nagekäfer,schau Dir bitte
die Eichenbalken ganz genau an, der Gemeine Nakekäfer wird
diese nicht befallen.
Falls auf den EICHENBALKEN Holzmehl zu erkennen ist ,mach diese Stellen gründlich sauber (abfegen,absaugen) und schau nach mehren Tagen ( ca. 1 Woche ) noch einmal genau nach.

Beste Grüße Thorsten

PS. Fachleute, sind es welche,oder nennen sie sich so ???