Holzweichfaserplatte als Zwischensparren Putzträger

11.10.2020 DerGaertner


Holzweichfaserplatte als Zwischensparren Putzträger

Hallo,

ich würde gern die tragenden Dachsparren für die angrenzenden Wohnräume sichtbar lassen. Da eine Aufsparrendämmung bereits vom Dachdecker aufgebracht wurde, unter welcher eine silberene Dampfbremse liegt müsste der Zwischenraum verkleidet werden. Zur Veranschaulichung ein aktuelles Bild der Baustelle. Das Haus somit auch die Sparren sind mindestens 110 Jahre alt und bis vor ein paar Monaten war der Aufbau des Daches von außen nach innen:

- Tondachziegel
- einfache Lattung
- Sparren (teilweise Bimssteine zwischen den Sparren)
- Heraklit Platten
- Kalkputz
- Tapete
- Gipskarton
- Tapete
- Styropor
- Tapete

Derzeitiger Aufbau:

- Betondachziegel
- Lattung
- Konterlattung
- 100mm PUR PIR allukaschierte Dämmung
- Dampfbremse
- Sparren
- Luft

Beim Verkleiden des Innenraums dachte ich an Holzweichfaserplatten, die anschließend mit Kalkputz verputzt werden sollen. Leider bin ich mir weder bei Marke noch Plattenart im klaren darüber was ich genau dafür nehme sollte. Wünschenswert wäre eine im nassverfahren hergestellte, da diese keine weiteren Stoffe ausser Holz enthalten. Offensichtlich kann ich auch keine Platte nehmen die verklebt werden muss, da die Dampfbremse sicherlich nicht dafür als Untergrund gut ist. Mein Plan wäre es diese schräg an den sparren zu befestigen. Hat jemand derartiges schonmal unternommen und/oder kann mir weitere Tipps geben?

Viele Grüße



DER Zug ist abgefahren



befürchte ich. Die Holzfaserplatten ( das müssten dann verputzfähige sein) seitlich mit Stichschrauben in die Balken zu befestigen wird nicht stabil genug sein. Wie groß ist denn der Balkenabstand? Ich könnte mir vor vorstellen, an die Balken seitlich unter die Dampfbremse Leisten zu schrauben und dort die Platten aufzuschrauben. Der Hohlraum könnte noch mit flexibler Holzfasermatte ausgedämmt werden, das erhöht den sommerliche Hitzeschutz noch etwas.
Was mir schon wiederholt aufgefallen ist und vielleicht kann da jemand ein Antwort drauf geben:
Warum bei einer beiderseitig alukaschierten PIR-Platte noch eine Dampfbremse raumseits angebracht wird ?



Zwischen den Sparren...



Hallo "Der Gaertner",

Holzfaserplatten in die Sparren zu verschrauben halte auch ich für keine gute Idee.
Der Vorschlag von Pope klingt sympathischer. Die Kanthölzer an den Sparren erfüllen ja quasi die Funktion einer Konterlattung.

Anderer Vorschlag - habe gerade eine Baustelle mit folgendem Aufbau:

- zwischen den Sparren Hanf-Stopfwolle
- seitlich an den Sparren Kanthölzer, darauf Bretterschalung
- Schilfrohr-Putzträger
- Wandheizung
- Lehmputz mit Armierungsgewebe

Meiner Meinung nach der beste Aufbau.
Insbesondere für den Sommer, da die dicke Lehmputzschicht viel Speichermasse bietet.
Mit einer Wandheizung kann man übrigens auch kühlen.
Zugegeben: dieser Aufbau braucht mehr Zeit als die Variante mit den Holzfaserplatten, finanziell würde es aber, bei Eigenleistung, wahrscheinlich nicht allzu viel ausmachen - von der WHZ mal abgesehen.

Pope, zu deiner Frage fallen mir 3 mögliche Antworten ein:
1. weil es mehr Umsatz bringt
2. "weil man es so macht"
3. oder sachlich betrachtet weil die Platten keine Nut und Feder haben. Ob der Planer daran gedacht hat bezweifel ich allerdings, sonst hätte er ja Platten mit Nut und Feder bestellen und die Dampfbremse weglassen können :-)

Frohes bauen und viele Grüße

Lehmbauer Marc



marc



das mit der Dampfbremse ist ja nicht das erste Mal, dass ich das lese. Auch in diesem Beitrag
https://community.fachwerk.de/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/291126$.cfm
wird ja berichtet, dass innen nochmal eine Folie verbaut wurde.
Punkt1 und 2 hatte ich auch schon in Verdacht.
Die Variante mit Wandheizung ist natürlich die beste Idee.
Grüße in den Tag



Vielen Dank für die Antworten



Hallo Pope,
genau das habe ich befürchtet. Deshalb war meine Hoffnung jemand könnte das entkräften. An die Option mit den Dachlatten an die Sparren und dort die Holzweichfaserplatten zu verschrauben habe ich auch gedacht. Leider würde so mehr vom schönen Sparren im Wandaufbau verschwinden... Der Balkenabstand beträgt zwischen 600mm und 700mm.

Die Dampfbremse soll glaube ich die Luftdichtheit gewährleisten. Leider wurde diese im Bereich der Traufe einfach komplett ausser acht gelassen. Morgen kommt nochmal der Dachdecker da die Sparren an einigen Stellen Wasserflecken aufweisen. Diese sind erst nachträglich gekommen. Der Bau ist derzeit nicht geheizt.

Hallo Marc,
das klingt auch nach einem guten Aufbau, welcher aber sicherlich noch mehr Platz einnimmt. Unser Wunsch ist es ja die Sparren so weit wie möglich sichtbar zu halten. Auch scheint mir eine Wandheizung zwischen den Sparren etwas schwierig. Ich bin aber auch kein Experte dafür.
Die Platten hatten Nut und Feder.

Ich weiß nicht ob hier Produkte genannt werden dürfen. Hätte jemand einen Vorschlag für die von Pepe vorgeschlagene Konstruktion?

Viele Grüße



Wie gesagt,



deshalb gibt es im Forum immer wieder den Hinweis, nicht einfach drauf los zu bauen, sondern das gesamte "System Haus" zu betrachten und bis ins Detail hinein zu planen. Dann wäre aufgefallen, dass an eine Dampfbremse nichts angeklebt werden kann und auch nichts festgeschraubt werden kann, weil die Funktion dann nicht mehr gegeben ist.
Mir jedenfalls fällt jetzt keine andere Lösung ein. Die Balken siehst Du ja trotzdem noch, eben nicht auf die gesamte Balkenstärke, aber optisch ist das vielleicht ein Kompromiß. Wenn das Heizkonzept noch nicht klar ist, könntest Du ja auch ein Gespräch mit einem Heizungsbauer suchen und über die Option Wandheizung nachdenken. Selbst wenn von der Balkenlage nur noch 3 cm sichtbar bleiben, wird das einen schönen optischen und klimatischen Effekt haben.
Aber jetzt gilt es wohl erstmal zu klären, woher die Wasserflecken an den Balken kommen. Ich bin kein Dachdecker und weiß daher nicht, ob bei PIR-Aufdachdämmung nach den anerkannten Regeln des Dachdeckerhandwerkes oder sogar einer DIN eine 2. wasserführende Ebene nach den Ziegeln in Form einer Unterdeckbahn vorgeschrieben ist. Das könnte man vielleicht auch beim Hersteller der Platten erfragen.
Achso , wegen des produkts: da gibt es die Steico protect. Ansonsten mal unter verputzfähige Holzfaserplatte googeln, ich glaube, die bieten mittlerweil alle Hersteller ( Pavatex, Unger Diffutherm etc)



Muss es Putz sein?


Muss es Putz sein?

Hallo,
wir haben als Wandverkleidung für die Dachschräge Profilholz. Dieses wurde während des Dachaufbaus auf den Sparren befestigt.

Bei dir könnte ich mir vorstellen, rechts und links Latten zu befestigen und daran das Profilholz zu schrauben. Schrauben sollten nicht zu lang sein, damit sie die Dampfbremse nicht beschädigen. Nimmt man Schrauben mit Linsenkopf, kann man diese auch sichtbar verschrauben.

Gruß
Sebastian



mal abgesehen vom "besten" aufbau



wenn es schlank werden soll, könnte man 20/20er leisten anbringen,
dazwischen gerne noch ne 20er holzflexmatte (ist nur schwierig die zum halten zu bewegen, bis die verplankung drauf ist),
darauf ne 12,5er Fermacell mit Farbe oder feinputz.

ist bei der kunststoff-aufdachdämmung nicht auch besonderer Brandschutz einzuhalten?
ist der Wohnraum eingetragen, oder wird er grad legalisiert?

gruß



Termin Abgesagt



Der Dachdecker schafft es heute doch nicht und wird erst nächste Woche kommen. Telefonisch hat er angemerkt, da der Bau kalt ist könnte es durch die Schrauben kommen, welche die Dämmung an den Sparren befestigt. Ich bin da leider kein Experte und kann das weder bestätigen noch verneinen.

Einen fertigen detailplan Plan fürs Haus haben wir leider nicht wirklich. Da wir bei unserem Haus mehr auf die "Überraschungen" reagieren und nur eine grobe Vorstellung haben. Das liegt zunmal an meiner Unerfahrenheit als auch an den äußeren Umständen.

Als Unterputzplatten hatte ich zunächst "CLAYTEC HFA" gefunden, welche wohl auch Formstabil auf eine Holzkonstuktion geschraubt werdern kann. Problem ist, das diese wohl nicht an tragende Teile geschraubt werden sollten. (https://www.claytec.de/de/produkte/lehm_trockenbau/claytec-hfa-n-f_pid215)

Dahinter dann mit einer Holzweichfaser zzgl zu dämmen leuchtet mir ein.

Hallo Sebastian,
das sieht auch sehr schön aus. Solch eine Lösung war auch mal bei uns in Diskussion, sogar vor den Holzweichfaserplatten, hatten wir uns aber dagegen entschlossen. Uns wird das dann doch zu viel Holz, da wir den alten Dielenboden aufbereiten lassen wollen.

Hallo MiKe,
der Bereich ist bereits als Wohnraum eingetragen und wurde so genutzt. Soweit ich weiß gilt im Dachbereich das alles ab B2 verwendet werden darf. Sonst wären sichtbare Balken auch nicht erlaubt. Zum Brandverhalten zum Nachbargebäude gibt es ab einer gewissen Gebäudehöhe die Pflicht einer Brandschutzmauer (300 über Dach) oder einer Metallauskargung (500 nach innen unter Ziegel). Weiteres ist mir nicht bekannt, nehme aber gern Ratschläge entgegen.

Viele Grüße



Claytec



Du würdest ja nicht direkt an lastabtragende Bauteile schrauben , sondern indirekt an die Latten. Das größere Problem sehe ich in der Empfehlung für die Achsabstände der Unterkonstruktion, die kleiner gleich 45 cm sein soll. Ich finde die Idee von Micha mit der Gipsfaser angesichts dieser Vorgaben nicht schlecht, falls die Sache mit der Wandheizung erledigt ist.
Die Aussage des Dachdeckers bezüglich der feuchten Stellen leuchtet nicht ein. Es ist korrekt, dass sich an den Schrauben Kondensat bilden könnte, dass setzt aber kalte Schrauben und Feuchte warme Luft voraus, die von innen über die Sparren an die Schrauben gelangt. Von außen ginge nicht, da a.) PIR wie eine Dampfbremse wirkt und b.) es draußen ja relativ kalt ist. Die Feuchte von innen erscheint mir auch unwahrscheinlich, da Du ja schriebest, der Dachraum sei auch kalt. Du kannst die Theorie vom Dachdecker annähernd überprüfen, indem Du feststellst, wo die feuchten Stellen auftreten. Die müßten dann nämlich ungefähr dem Schraubmuster der Aufdachdämmung folgen.



achsabstände



könnte man aber auch vernachlässigen, wenn man zum beispiel eine druckfeste faserplatte wie steico base hinterlegt.
zwischen den sparren gehts ja eher darum, die platte nicht durchzubrechen.

aber ja: mit der gipsfaser is man da eh auf der sicheren seite, auch wenn einfach beplankt.


edit: auf popes anmerkung zur nässe:
seh ich auch so.
tauwasser ist da sehr unwahrscheinlich, auch an den schrauben.
eher haben die nageldichtband vergessen oder es gibt offene stöße, oder falls vorschrift wurde nicht abgeklebt.
außerdem sollte die zweite wasserführende ebene nur im notfall eingreifen.
ist noch nicht eingedeckt, oder wo kann wasser auf die dämmung gelangen?



Wandheizung zwischen den Sparren



Auch wenn ich eine Wandheizung, zwischen den Sparren aufbauen sollte, braucht diese eine Unterkonstruktion. Die müsste ähnlich aufgebaut werden, wie auch die Verkleidung.

Gipsfaser / Gipskartonplatten werde ich in meinem Altbau vermeiden. Ich habe auch auch alle Gipse aus der Wand gekloppt. Genau aus diesem Grund bin ich auf der Suche nach einer Putzfähigen Holzweichfaserplatte, am liebsten aus nassverfahren.

Da von innen verputzt wird, ist es wohl sehr feucht und scheint als wenn die feuchten Stellen den Schrauben folgen, aber nicht allen. Alles etwas komisch da derzeit.

Nageldichtband, wurde meines Wissens nicht aufgebracht. Der Aufbau ist wie oben beschrieben. Stöße in der Dampfbremse wurden seitens des Dachdecker weitestgehend verklebt. Von Innen kamen bereits ein paar hinzu, welche ich vor der Verkleidung verkleben wollte.



jetzt mal ehrlich



du willst ne Holzfaser im nassverfahren (im übrigen kannst du quasi auf alle platten Lehm aufputzen) wegen was? und kloppst ne PUR-platte auf die sparren?

das negative an gipsfaser ist höchstens der anteil der zellulosefasern, der aus altpapier mit negativen zeitungsberichten gewonnen wurde ;)

dann neue variante:
leisten 20/20
steico base 20mm dazwischen
und eine lage base 20mm draufschrauben
wenn gewünscht WH draufschrauben
verputzen.

die 20er base ist aus einer lage und damit ohne lagenverklebung ;)



Ehrlich gesagt



habe ich lange nach einem Dachdecker gesucht, welcher keinen Styrodur Dämmstoff auf mein Dach bringt. Wie das Leben nunmal so spielt, hatte ich erst nach Auftragserteilung und erst Überweisung jemanden gefunden der mich in meinem natürlichen bauen unterstützt... Nun versuche ich das beste daraus zu machen...

Ich schaue mir die Steico Base mal genauer an, vielen Dank.